Als SEGA ankündigte, dass Yakuza plötzlich rundenbasiert kämpft und Kazuma Kiryu die Hauptrolle abgibt, war ich ehrlich skeptisch. Ein paar Stunden mit Ichiban Kasuga später war davon nichts mehr übrig. Yakuza: Like a Dragon ist laut SEGA ein Neustart der Reihe, und für mich einer der sympathischsten Rollenspiel-Helden der letzten Jahre.
In diesem Test




Bewertung und Fazit
Yakuza: Like a Dragon ist für mich der mutigste Schritt, den die Reihe je gewagt hat, und er hat sich gelohnt. Ichiban Kasuga ist ein Held, den man einfach mögen muss, und seine Truppe aus Außenseitern hat mich durch eine richtig starke Geschichte begleitet. Dazu kommen herrlich absurde Nebengeschichten und ein riesiger Umfang.
Perfekt ist das Spiel nicht. Gegen Ende müsst ihr grinden, die Kämpfe sind taktisch eher simpel, und technisch merkt man dem Titel seine PS4-Wurzeln an. Wer Rollenspiele mit Herz und Humor mag, sollte trotzdem unbedingt zugreifen, gerade zum aktuellen Preis. Von uns gibt es 81 Prozent.
Was uns gefallen hat
✅ Ichiban Kasuga als großartiger neuer Held
✅ Emotionale, herzliche Geschichte
✅ Riesiger Umfang mit vielen Nebengeschichten
Was uns gestört hat
❌ Grinding-Phasen gegen Ende
❌ Kampfsystem taktisch wenig tief
❌ Technik merkt man ihr Alter an
Wertung: 81 %
Ichiban Kasuga: Vom Gefängnis auf die Straße
Ichiban Kasuga ist ein kleiner Fußsoldat im Tokioter Arakawa-Clan. Für ein Verbrechen, das er nicht begangen hat, geht er für seinen Boss 18 Jahre ins Gefängnis. Als er endlich rauskommt, wartet niemand auf ihn, sein Clan ist zerschlagen, und der Mann, den er am meisten bewundert, schießt auf ihn.
Ichiban wacht in Yokohama auf, ohne Geld und ohne Freunde, und muss ganz von vorne anfangen. Dabei sammelt er eine Truppe von Außenseitern um sich: den Ex-Polizisten Adachi, den obdachlosen Ex-Pfleger Nanba und die Hostess Saeko. Gemeinsam stolpern sie in eine Verschwörung, die weit über die Unterwelt von Yokohama hinausgeht.
Die Geschichte ist emotional, überraschend und gleichzeitig unglaublich herzlich. Ichiban ist naiv, laut und loyal, und genau das macht ihn so liebenswert. Auch Neulinge, die die Reihe nicht kennen, steigen hier problemlos ein.

Rundenbasierte Kämpfe und 19 Jobs
Die größte Neuerung sind die rundenbasierten Kämpfe. Ichiban ist großer Dragon-Quest-Fan und stellt sich Kämpfe deshalb wie ein klassisches Rollenspiel vor. Genau so spielen sie sich auch, nur dass Gegner aus Straßenschlägern, Anzugträgern und völlig absurden Gestalten bestehen.

Mit 19 verschiedenen Jobs, vom Leibwächter bis zum Musiker, passt ihr eure Gruppe an. Spezialangriffe sind herrlich übertrieben inszeniert, und Gegenstände in der Umgebung wie Fahrräder oder Straßenschilder werden automatisch mitgenutzt. Das ist taktisch nicht superkomplex, aber unglaublich unterhaltsam.
Ein Kritikpunkt ist der Schwierigkeitsgrad. Gegen Ende des Spiels zieht er deutlich an, und ohne etwas Grinding in den Dungeons kommt ihr kaum weiter. Das kostet stellenweise Tempo.
Yokohama als neuer Spielplatz
Statt Kamurocho erkundet ihr diesmal vor allem Isezaki Ijincho in Yokohama, eine Karte, die deutlich größer ist als frühere Schauplätze der Reihe. Überall gibt es etwas zu entdecken: Restaurants, Spielhallen mit SEGA-Klassikern, Karaoke-Bars und rund 50 Nebengeschichten.
Besonders gut gefallen hat mir das Firmen-Management. Ichiban übernimmt eine kleine Süßwarenfirma und baut sie zum großen Unternehmen aus, inklusive absurder Aktionärsversammlungen. Dazu kommen Dragon-Kart-Rennen, Dosen sammeln mit dem Fahrrad und vieles mehr.
Die Nebengeschichten sind wie gewohnt das heimliche Highlight: mal rührend, mal so absurd, dass ich laut lachen musste. Wer alles sehen will, ist locker 80 Stunden und mehr beschäftigt.

Wer steckt hinter Yakuza: Like a Dragon?
Entwickelt wurde das Spiel vom Ryu Ga Gotoku Studio, Herausgeber ist SEGA. Bei uns erschien das Spiel am 10. November 2020 für PC, PlayStation 4, Xbox One und Xbox Series X|S, die Fassung für PlayStation 5 folgte im März 2021. In Japan war es bereits am 16. Januar 2020 für PlayStation 4 erhältlich.
Auf Steam kostet das Spiel inzwischen 19,99 Euro. Deutsche Texte sind an Bord, vertont ist das Spiel auf Englisch und Japanisch. Die direkte Fortsetzung ist Infinite Wealth aus dem Jahr 2024.

Grafik und Technik
Das Spiel nutzt die Dragon Engine des Studios. Yokohama ist dicht, detailreich und voller Leuchtreklamen, die Hauptfiguren sehen in Zwischensequenzen sehr gut aus. Man sieht dem Spiel seine PS4-Wurzeln aber an, etwa bei Texturen und Nebenfiguren.
Auf dem PC läuft das Spiel stabil und auch auf älterer Hardware gut. Die Systemanforderungen sind moderat, eine GTX 1060 reicht für flüssige 1080p. Auf PS5 und Xbox Series X|S profitiert ihr von kürzeren Ladezeiten und höherer Bildrate.
Systemanforderungen von Yakuza: Like a Dragon
| Mindestens | Empfohlen | |
|---|---|---|
| Betriebssystem | Windows 10, 64 Bit | Windows 10, 64 Bit |
| Prozessor | Intel Core i5-3470 / AMD FX-8350 | Intel Core i7-6700 / AMD Ryzen 5 1400 |
| Grafikkarte | NVIDIA GeForce GTX 660 (2 GB) / AMD Radeon HD 7870 (2 GB) | NVIDIA GeForce GTX 1060 (3 GB) / AMD Radeon RX 580 (4 GB) |
| Arbeitsspeicher | 8 GB RAM | 8 GB RAM |
| Speicherplatz | 40 GB | 60 GB |
| Sonstiges | CPU mit AVX und SSE4.2 | CPU mit AVX und SSE4.2 |
Wertungen im Überblick
Grafik: Dichtes, lebendiges Yokohama, aber sichtbare PS4-Wurzeln. Gameplay: Unterhaltsame Rundenkämpfe mit 19 Jobs, taktisch eher simpel. Story: Emotional, herzlich und eine der besten der Reihe. Spieltiefe: Riesiger Umfang mit vielen Nebengeschichten. Technik: Stabil, aber etwas angestaubt. Sound: Starke Vertonung und tolle Karaoke.
| Quelle | Wertung | Stand |
|---|---|---|
| Steam-Nutzerreviews | Sehr positiv (94 % positiv) | 19.10.2026 |
| PlayInsider | 81 % | 19.10.2026 |


















