Ich geb’s zu: Als die Krallen zum ersten Mal mit diesem metallischen „Snikt“ rausgefahren sind, hatte ich ein breites Grinsen im Gesicht. Jahrelang haben wir auf ein richtig großes Wolverine-Spiel gewartet – und Marvel’s Wolverine liefert genau das, was man sich bei Logan wünscht: rohe Wut, viel Herz und Kämpfe, die richtig wehtun. Ganz ohne Kratzer kommt das Abenteuer aber nicht davon.

Worum geht’s? Logan wird zurück ins Team X gezogen

Marvel’s Wolverine stammt von Insomniac Games, also dem Studio hinter Marvel’s Spider-Man. Die Geschichte ist komplett eigenständig, spielt aber im selben Universum wie die Spider-Man-Spiele. Drei Jahre nachdem Logan der Mutanten-Einheit Team X den Rücken gekehrt hat, kehrt er zurück: Der Milliardär Bolivar Trask lässt mit seiner Privatarmee, den Reavers, Mutanten entführen – und nur Wolverine hat das Zeug dazu, sie zu retten.

Unterwegs trefft ihr auf jede Menge bekannte Gesichter aus dem X-Men-Kosmos: Jean Grey, Mystique, Sabretooth, Omega Red und Lady Deathstrike sind mit dabei, die Reise führt euch unter anderem nach Kanada, Japan und in den Inselstaat Madripoor. Logan wird im Original von Liam McIntyre gesprochen, und der macht seine Sache richtig stark: grummelig, verletzlich und manchmal herrlich trocken.

Marvel's Wolverine: Logan in Holzfällerhemd, im Hintergrund Jean Grey
Logan und Jean Grey: Die Beziehung der beiden ist das emotionale Herz der Geschichte.

Gameplay: Krallen raus und durch

Spielerisch ist Wolverine ein lineares Singleplayer-Action-Abenteuer, keine Open World wie Spider-Man. Im Mittelpunkt steht der Nahkampf: Ihr zerlegt Reavers, Ninjas der Hand und Trasks Maschinen mit Krallen, Würfen und brutalen Finishern. Im Kampf lädt sich Logans Wut auf, und wenn ihr sie entfesselt, wird er zur animalischen Kampfmaschine. Neue Techniken und Anpassungen schaltet ihr im Laufe der Kampagne frei, dazu kommen mehrere Schwierigkeitsgrade.

Das fühlt sich anfangs fantastisch an, so wuchtig haben sich Krallenhiebe noch nie angefühlt. Auf Dauer wiederholen sich die Gefechte aber spürbar, und abseits der Kämpfe gibt es nicht allzu viel zu entdecken. Viele internationale Kritiker sehen das ähnlich: Lob für die Action und die Inszenierung, Kritik für fehlende Abwechslung und eine eher altmodische Missionsstruktur.

Marvel's Wolverine: Wolverine springt im Schneesturm auf einen Reaver-Soldaten
Mit Krallen und Wut gegen Trasks Reavers: Die Kämpfe sind wuchtig und blutig.

Wertung: Unsere Gesamtwertung von 79

Marvel’s Wolverine ist nicht ganz so rund wie Insomniacs Spider-Man-Spiele, und bei Metacritic und OpenCritic landet es im Bereich „Generally Favorable“, also deutlich unter den Werten der Spider-Man-Reihe. Trotzdem hatten wir mit Logan eine richtig gute Zeit: Die Figuren sind toll geschrieben und gespielt, die Optik gehört zum Besten auf der PS5, und die Kämpfe machen vor allem in den großen Set-Pieces Laune. Abzüge gibt es für die Wiederholungen im Kampf und eine Story, die ihr Potenzial nicht ganz ausschöpft. Für uns ergibt das 79 von 100.

Marvel's Wolverine: Jean Grey setzt ihre violett leuchtenden Kräfte ein
Jean Grey zeigt im Laufe des Abenteuers, welche Kräfte in ihr stecken.

Release, Plattformen und Preis

Marvel’s Wolverine ist am 15. September 2026 exklusiv für PlayStation 5 erschienen und läuft auch auf der PS5 Pro mit eigenen Verbesserungen. Eine PC- oder PS4-Version gibt es nicht. Veröffentlicht wird das Spiel von Sony Interactive Entertainment, die Standard Edition kostet im PlayStation Store 79,99 Euro, daneben gibt es eine Digital Deluxe Edition mit fünf zusätzlichen Anzügen und Klauen. Eine komplette deutsche Sprachausgabe ist an Bord. Für die Hauptstory solltet ihr rund 15 Stunden einplanen, wer alles erledigen will, ist etwa 20 Stunden beschäftigt. Einen Key für das Spiel gibt es bei Instant Gaming aktuell nicht.

Marvel's Wolverine: Wolverine stellt sich einem riesigen Sentinel-Roboter
Trasks Sentinels sind die größten Gegner, mit denen es Logan aufnehmen muss.

Technik

Technisch ist Wolverine ein echtes Schaustück: Insomniac setzt auf seine hauseigene Engine, die SSD der PS5 sorgt für extrem kurze Ladezeiten, und Tempest 3D Audio lässt euch Angriffe aus allen Richtungen hören. Auf der PS5 Pro kommt zusätzlich PlayStation Spectral Super Resolution zum Einsatz. Dazu gibt es umfangreiche Barrierefreiheitsoptionen, etwa Gameplay-Hilfen, Untertitel-Anpassungen und Einstellungen für die Gewaltdarstellung. Das Spiel ist ab 18 Jahren freigegeben (USK 18).

Weitere Infos: playstation.com

Der Trailer

Fazit

Ich wollte schon so lange ein richtig gutes Wolverine-Spiel, und Insomniac hat mir genau das gegeben. Wenn Logan sich mit ausgefahrenen Krallen durch eine Gruppe Reavers pflügt und dabei grummelnd einen trockenen Spruch raushaut, dann trifft das die Figur für mich perfekt. Gerade die Momente mit Jean Grey haben mich überrascht, weil sie Logan von einer ganz anderen Seite zeigen.

Ganz an Spider-Man kommt das Spiel für mich aber nicht heran. Die Kämpfe wiederholen sich mit der Zeit, und die Story schöpft ihr Potenzial nicht ganz aus. Wer eine PS5 hat und Wolverine mag, sollte trotzdem unbedingt zugreifen: Optisch ist das eines der schönsten Spiele auf der Konsole, und die großen Set-Pieces machen richtig Laune.

Plus

  • Logan ist großartig geschrieben und gespielt
  • Grafik gehört zum Besten auf der PS5
  • Brachiale Kämpfe und spektakuläre Set-Pieces

Minus

  • Kämpfe wiederholen sich mit der Zeit
  • Story schöpft ihr Potenzial nicht ganz aus
  • Mit rund 15 Stunden recht kurze Hauptstory

Wertung: 79 %

Systemanforderungen (PC)

MinimumEmpfohlen
BetriebssystemNicht für PCNicht für PC
ProzessorNicht für PCNicht für PC
GrafikkarteNicht für PCNicht für PC
ArbeitsspeicherNicht für PCNicht für PC
SpeicherplatzNicht für PCNicht für PC
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