Persona 5 Royal ist für mich der Beweis, dass ein Rollenspiel mit über hundert Stunden Spielzeit nie langweilig werden muss. Ich habe die Phantomdiebe zum ersten Mal auf der PlayStation 4 begleitet und war erstaunt, wie viel Royal noch einmal hinzufügt. Wer das Spiel bisher verpasst hat, bekommt hier die beste Fassung eines echten Klassikers.
In diesem Test




Bewertung und Fazit
Persona 5 Royal ist für mich eines der besten Rollenspiele überhaupt. Die Mischung aus Schulalltag in Tokio und Einbrüchen in die Paläste funktioniert hervorragend, die Figuren wachsen einem ans Herz, und der Stil sucht bis heute seinesgleichen. Die neuen Inhalte, allen voran das dritte Semester, machen Royal klar zur besten Version.
Ganz ohne Schwächen ist das Spiel aber nicht. Der Einstieg zieht sich sehr lange, manche Dungeons und Bosse wiederholen sich, und durch die Zusatzinhalte wird das Spiel schnell zu leicht. Wer sich auf über hundert Stunden einlässt, erlebt trotzdem ein unvergessliches Abenteuer.
Was uns gefallen hat
✅ Unvergleichlicher Stil und legendärer Soundtrack
✅ Starke Figuren und spannendes drittes Semester
✅ Riesiger Umfang mit über hundert Stunden
Was uns gestört hat
❌ Sehr langer, langsamer Einstieg
❌ Einige Dungeons und Bosse wiederholen sich
❌ Zusatzinhalte machen das Spiel zu leicht
Wertung: 85 %
Die Story von Persona 5 Royal: Phantomdiebe in Tokio
Ihr spielt einen Oberschüler, der nach einer falschen Anschuldigung auf Bewährung nach Tokio geschickt wird. Dort entdeckt er gemeinsam mit neuen Freunden die Metaverse, eine Parallelwelt, in der die verdorbenen Herzen von Erwachsenen als Paläste existieren. Als Phantomdiebe stehlen sie dort die Wünsche dieser Menschen und bringen sie so dazu, ihre Taten zu gestehen.
Was Persona 5 Royal so stark macht, ist die Mischung aus Jugenddrama und Krimi. Missbrauchende Lehrer, korrupte Politiker und skrupellose Firmenchefs werden zu euren Zielen, und das Spiel nimmt sich viel Zeit, die Opfer und ihre Geschichten ernst zu nehmen. Ich habe mich bei kaum einem Rollenspiel so sehr mit einer Gruppe identifiziert.
Royal ergänzt das Original um zwei wichtige neue Figuren: die Turnerin Kasumi Yoshizawa und den Schulberater Takuto Maruki. Vor allem Maruki ist für mich einer der spannendsten Gegenspieler der ganzen Reihe, weil seine Motive so nachvollziehbar sind. Das neue dritte Semester am Ende stellt die Frage, ob ein schönes Leben auf einer Lüge noch lebenswert ist.
Die Geschichte wird zum großen Teil als Rückblende erzählt. Gleich zu Beginn wird euer Held festgenommen und verhört, und erst nach und nach erfahrt ihr, wie es dazu kam. Diese Erzählweise sorgt dafür, dass ihr ständig Fragen im Kopf habt, die das Spiel geschickt erst spät beantwortet.
Die Phantomdiebe selbst sind eine sehr bunte Truppe. Ryuji, Ann, Yusuke, Makoto, Futaba, Haru und die sprechende Katze Morgana haben alle eigene Gründe, gegen die Erwachsenen aufzubegehren. In Persona 5 Royal sind ihre Geschichten noch etwas ausführlicher als im Original.

Kampfsystem: Rundenkämpfe mit unglaublich viel Stil
Die Kämpfe in Persona 5 Royal sind rundenbasiert, fühlen sich aber durch das Tempo fast wie Action an. Trefft ihr eine Schwäche, bekommt ihr einen zusätzlichen Zug, und habt ihr alle Gegner niedergeworfen, startet ihr einen spektakulären Gruppenangriff. Das wirkt jedes Mal wie ein kleiner Belohnungsmoment.
Royal verbessert das System an vielen Stellen. Über die Staffelübergabe gebt ihr euren Zug an eine Kameradin weiter und verstärkt so deren Angriff. Neue Showtime-Attacken lassen zwei Figuren gemeinsam angreifen, und die Waffen fühlen sich durch die Munition stärker an als im Original.
Außerdem sammelt ihr wieder dutzende Personas, die ihr im Samtzimmer miteinander fusioniert. Das ist das Herzstück des Spiels für alle, die gerne an starken Kombinationen basteln. Später wird es allerdings recht leicht, vor allem wenn ihr die mitgelieferten Zusatzinhalte nutzt.
Die Paläste sind das eigentliche Highlight. Jeder ist ein handgebauter Dungeon mit eigenem Thema, Rätseln und Schleichpassagen, vom Schloss eines Lehrers bis zur Bank eines Gangsters. Neben den Palästen gibt es Mementos, einen zufällig erzeugten Untergrund, in dem ihr kleinere Aufträge erledigt.
Die Bosskämpfe am Ende der Paläste sind abwechslungsreich, werden auf Steam aber teilweise als zu lang kritisiert. Ein paar Kämpfe ziehen sich tatsächlich etwas. Insgesamt machen die Dungeons in Persona 5 Royal aber deutlich mehr Spaß als in älteren Teilen der Reihe.

Schulalltag, Kalender und Vertraute
Neben den Palästen lebt ihr ein ganz normales Schülerleben. Ein Kalender gibt den Takt vor, und an jedem Tag entscheidet ihr, was ihr nach der Schule macht. Ihr könnt lernen, jobben, ins Kino gehen oder Zeit mit euren Vertrauten verbringen. Diese Beziehungen schalten im Kampf wichtige Fähigkeiten frei.
Gerade hier glänzt Persona 5 Royal. Die Nebenfiguren haben eigene, oft berührende Geschichten, und Tokio fühlt sich mit Shibuya, Shinjuku und dem neuen Viertel Kichijoji lebendig an. Neu ist auch die Jazz-Bar Jazz Jin, in der ihr eure Werte weiter steigern könnt.
Der Nachteil: Das alles braucht sehr viel Zeit. Laut vieler Steam-Nutzer dauert schon der Einstieg rund zehn Stunden, bevor ihr richtig frei spielen dürft. Wer nur die Paläste sehen will, muss sich auch durch viele Dialoge und Alltagsszenen arbeiten.
Die sozialen Werte wie Wissen, Mut oder Charme müsst ihr ebenfalls trainieren, um bestimmte Vertraute überhaupt treffen zu können. Das ist motivierend, kann aber auch in Grinden ausarten, wenn ihr bestimmte Ziele erreichen wollt. Wer nicht alles in einem Durchgang schafft, kann im neuen Spiel plus weitermachen.

Was ist neu in Persona 5 Royal?
Für alle, die das Original kennen, stellt sich die Frage, ob sich der Neukauf lohnt. Für mich lautet die Antwort ganz klar ja. Neben den neuen Figuren und dem dritten Semester gibt es einen Enterhaken für neue Wege in den Palästen, die versteckten Will Seeds und spürbar entschärfte Dungeons.
Die Remaster-Fassung vom 21. Oktober 2022 für PC, PlayStation 5, Xbox und Nintendo Switch enthält zudem die meisten Zusatzinhalte des PS4-Originals. Das sind vor allem Kostüme und zusätzliche Personas, die das Spiel am Anfang leichter machen. Wer eine echte Herausforderung sucht, sollte sie deshalb erst einmal links liegen lassen.
Auch beim Komfort hat sich viel getan. Ihr könnt öfter speichern, die Karten zeigen mehr Informationen, und der Alltag fühlt sich durch mehr Freizeit am Abend weniger gehetzt an. Persona 5 Royal ist dadurch die mit Abstand angenehmste Art, das Spiel heute zu erleben.

Für wen lohnt sich Persona 5 Royal?
Wer japanische Rollenspiele mag, kommt an Persona 5 Royal kaum vorbei. Auch wer mit dem Genre bisher wenig anfangen konnte, sollte es versuchen, denn der Mix aus Alltag in Tokio und Abenteuern in den Palästen funktioniert auch für Neulinge sehr gut. Mehrere Schwierigkeitsgrade helfen dabei.
Ihr braucht aber Zeit. Für die Hauptgeschichte samt drittem Semester solltet ihr deutlich über hundert Stunden einplanen, und gerade die ersten Stunden sind sehr ruhig. Wer schnelle Action sucht, ist hier falsch.
Auf Steam kostet Persona 5 Royal regulär 59,99 Euro, bei Instant Gaming bekommt ihr einen Schlüssel für den Microsoft Store derzeit für rund 48 Euro. Im Xbox Game Pass war das Spiel ebenfalls schon enthalten. Für diesen Umfang ist das ein sehr fairer Preis.

Release, Plattformen und Erfolg
Persona 5 Royal erschien in Japan am 31. Oktober 2019 und im Westen am 31. März 2020 für die PlayStation 4. Die Neuauflage folgte im Oktober 2022 für weitere Plattformen und ist seitdem auch über Steam und den Xbox Game Pass erhältlich. Erstmals wurden dabei auch deutsche Texte angeboten.
Die Musik von Shoji Meguro und die Sängerin Lyn Inaizumi haben den Soundtrack zu einem der bekanntesten der Spielegeschichte gemacht. Mit „Last Surprise“ und „Life Will Change“ bleiben gleich mehrere Stücke dauerhaft im Kopf.
Für Atlus war Persona 5 der Durchbruch im Westen, und Royal hat diesen Erfolg weiter ausgebaut. Ohne dieses Spiel gäbe es wohl auch kein Metaphor: ReFantazio, das ebenfalls vom Persona-Team rund um Katsura Hashino stammt.
Entwickelt wurde Persona 5 Royal von Atlus, veröffentlicht hat es SEGA. Alle offiziellen Infos findet ihr auf der offiziellen Seite zu Persona 5 Royal, kaufen könnt ihr das Spiel unter anderem auf Steam.

Grafik und Technik
Die Grafik von Persona 5 Royal lebt vom wohl stilvollsten Design der Reihe. Rot, Schwarz und Weiß bestimmen die Menüs, jede Kampfansage sieht aus wie ein Comic-Panel, und selbst das Laden wird zum Kunstwerk. Technisch merkt man aber, dass die Basis aus der PS3-Zeit stammt. Figuren und Umgebungen wirken teils schlicht.
Auf dem PC läuft das Spiel auch auf schwacher Hardware sehr flüssig. Steam-Nutzer kritisieren aber das fehlende Ultrawide und den Kopierschutz Denuvo. Der Soundtrack ist dagegen über jeden Zweifel erhaben. Jazz, Acid und Rock passen perfekt zum Stil der Phantomdiebe.
Systemanforderungen von Persona 5 Royal
| Mindestens | Empfohlen | |
|---|---|---|
| Betriebssystem | Windows 10 (64-Bit) | Windows 10 (64-Bit) |
| Prozessor | Intel Core i7-4790 / AMD Ryzen 5 1500X | Intel Core i7-4790 / AMD Ryzen 5 1500X |
| Grafikkarte | NVIDIA GeForce GTX 650 Ti (2 GB) / AMD Radeon R7 360 | NVIDIA GeForce GTX 760 (2 GB) / AMD Radeon HD 7870 |
| Arbeitsspeicher | 8 GB RAM | 8 GB RAM |
| Speicherplatz | 41 GB | 41 GB |
| Hinweis | CPU mit AVX und SSE4.2 nötig | CPU mit AVX und SSE4.2 nötig |
Wertungen im Überblick
| Quelle | Wertung | Stand |
|---|---|---|
| Metacritic | 97 von 100 (PC) | 19.10.2026 |
| OpenCritic | 94 von 100, 98 % empfehlen | 19.10.2026 |
| Steam-Nutzerreviews | Äußerst positiv (96 % positiv) | 19.10.2026 |
| PlayInsider | 87 % | 19.10.2026 |


















