Ich habe Ichiban Kasuga schon in Yakuza: Like a Dragon ins Herz geschlossen, und als klar war, dass er diesmal nach Hawaii reist und dabei auf Kazuma Kiryu trifft, war ich sofort dabei. Like a Dragon: Infinite Wealth ist laut SEGA das bisher größte Abenteuer der Reihe. Nach vielen Stunden zwischen Honolulu, Yokohama und einer ziemlich verrückten Insel weiß ich: Das stimmt, mit ein paar kleinen Abstrichen.

Bewertung und Fazit

Klick auf einen Kreis, um die Begründung zu sehen.

Like a Dragon: Infinite Wealth hat mich viele Abende lang nicht losgelassen. Ichiban ist als Held einfach sympathisch, Kiryus Geschichte hat mich ehrlich berührt, und Hawaii ist ein wunderbarer neuer Schauplatz. Die überarbeiteten Kämpfe und der riesige Umfang mit Dondoko Island machen das Spiel zu einem der größten Rollenspiele der letzten Jahre.

Ganz ohne Kritik kommt Infinite Wealth aber nicht davon. Die Haupthandlung verliert sich stellenweise, und dass New Game Plus nur in teureren Editionen steckt, finden wir unnötig. Wer mit Yakuza: Like a Dragon Spaß hatte, bekommt hier trotzdem mehr, größer und in vielen Punkten besser. Von uns gibt es 82 Prozent.

Was uns gefallen hat

✅ Kiryus Geschichte ist emotional stark erzählt

✅ Rundenkämpfe mit freier Bewegung und vielen Jobs

✅ Riesiger Umfang mit Dondoko Island und Sujimon

Was uns gestört hat

❌ Haupthandlung zerfasert gegen Ende

❌ Einige Inhalte nur in teureren Editionen

❌ Keine deutsche Sprachausgabe

Wertung: 82 %

Zwei Helden zwischen Hawaii und Japan

Infinite Wealth spielt einige Jahre nach Yakuza: Like a Dragon. Ichiban arbeitet inzwischen in einem ganz normalen Job und versucht, ehemaligen Yakuza einen Neuanfang zu ermöglichen. Als er erfährt, dass seine Mutter, die er nie kennengelernt hat, auf Hawaii leben soll, reist er kurzerhand über den Pazifik. Dort geht natürlich alles schief, was schiefgehen kann.

Parallel dazu erzählt das Spiel die Geschichte von Kazuma Kiryu, dem Helden der früheren Teile. Kiryu ist schwer krank und blickt auf sein Leben zurück, und genau diese Passagen haben mich am meisten berührt. Wer die Reihe kennt, bekommt hier viele emotionale Momente und Wiedersehen mit alten Bekannten.

Nicht alles sitzt allerdings. Die Haupthandlung um Ichibans Mutter und die Machtkämpfe auf Hawaii zieht sich stellenweise und wird gegen Ende ziemlich verworren. Auch in den Steam-Reviews lesen wir oft, dass die Story schwächer ist als im Vorgänger. Die Figuren und ihre Beziehungen tragen das Spiel trotzdem über die rund 50 Stunden der Hauptgeschichte.

Like a Dragon: Infinite Wealth – Bonds-Menü mit einer Gefährtin
Über die Bonds vertieft ihr die Beziehungen zu euren Gefährten.

Rundenbasierte Kämpfe mit mehr Bewegung

Wie im Vorgänger kämpft ihr rundenbasiert, doch Infinite Wealth macht vieles besser. Ihr dürft eure Figur jetzt innerhalb eines Radius frei bewegen, bevor ihr angreift. So schubst ihr Gegner gegeneinander, stellt euch hinter sie für Rückenangriffe oder schnappt euch Fahrräder, Mülltonnen und Surfbretter aus der Umgebung als Waffe.

Like a Dragon: Infinite Wealth – Rundenbasierter Kampf auf der Strandpromenade
Im Kampf bewegt ihr eure Figuren frei und nutzt die Umgebung als Waffe.

Dazu kommt ein umfangreiches Jobsystem. Eure Gefährten können unter anderem als Aqua-Kämpfer, Actionstar oder Samurai antreten, und jeder Job hat eigene Fähigkeiten. Kiryu spielt sich dabei besonders: Er kann zwischenzeitlich in seinen alten Echtzeit-Kampfstil wechseln und richtig austeilen.

Die Kämpfe sehen herrlich übertrieben aus und haben mir fast durchgehend Spaß gemacht. Gerade im Mittelteil fühlen sich manche Gegnerwellen aber nach Pflichtprogramm an, und wer schnell durch die Story will, muss gelegentlich grinden.

Der offizielle Gameplay-Trailer zum Spiel von SEGA.

Dondoko Island, Sujimon und unzählige Nebenaktivitäten

Der Umfang ist riesig. Honolulu ist die größte Karte, die das Studio bisher gebaut hat, und dazu kommen Gebiete in Yokohama und Kamurocho. Überall warten Nebengeschichten, die mal rührend und mal komplett absurd sind. Genau diese Mischung macht für mich den Reiz der Reihe aus.

Mein persönliches Highlight ist Dondoko Island. Auf dieser verwahrlosten Insel baut ihr ein Ferienresort auf, sammelt Müll, crafted Möbel und lockt Gäste an. Das ist im Grunde ein komplettes Aufbauspiel im Spiel, und ich habe dort deutlich mehr Zeit verbracht, als ich zugeben möchte.

Daneben gibt es Sujimon-Kämpfe im Stil eines Monster-Sammelspiels, einen Lieferdienst auf dem Fahrrad, Karaoke, Dating-Apps und vieles mehr. Wer alles sehen will, ist schnell bei weit über 100 Stunden. Kritik gibt es auf Steam allerdings für Inhalte wie New Game Plus, die nur in den Deluxe- und Ultimate-Editionen stecken.

Like a Dragon: Infinite Wealth – Kampf gegen einen riesigen Hai
Selbst gegen einen riesigen Hai müsst ihr auf Hawaii antreten.

Wer steckt hinter Like a Dragon: Infinite Wealth?

Entwickelt wurde Infinite Wealth vom Ryu Ga Gotoku Studio, das seit 2005 an der Like-a-Dragon- und Yakuza-Reihe arbeitet. Herausgeber ist SEGA. Das Spiel erschien am 26. Januar 2024 für PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One und Xbox Series X|S, auf Steam war es bereits ab dem 25. Januar spielbar.

Auf Steam kostet die Standard Edition 69,99 Euro. Deutsche Texte sind an Bord, eine deutsche Sprachausgabe gibt es nicht, ihr spielt mit englischer oder japanischer Vertonung.

Like a Dragon: Infinite Wealth – Lieferdienst-Minispiel auf dem Fahrrad
Neben der Story warten zahllose Minispiele, etwa als Essenskurier auf dem Rad.

Grafik und Technik

Optisch sieht Infinite Wealth richtig gut aus. Die Dragon Engine zaubert ein sonniges, lebendiges Honolulu mit Stränden, Hochhäusern und vielen Passanten auf den Bildschirm. Gesichter in Zwischensequenzen sind sehr detailliert, Nebenfiguren fallen dagegen manchmal etwas ab.

Technisch läuft das Spiel auf PC und aktuellen Konsolen stabil. Auf unserem System gab es kaum Ruckler, und auch die Steam-Reviews loben die Optimierung. Auf PS4 und Xbox One müsst ihr dagegen mit längeren Ladezeiten und weniger Details leben.

Wertungen im Überblick

Grafik: Sonniges, lebendiges Honolulu mit sehr detaillierten Hauptfiguren. Gameplay: Rundenkämpfe mit freier Bewegung und vielen Jobs. Story: Kiryus Teil ist stark, Ichibans Handlung zerfasert gegen Ende. Spieltiefe: Gewaltiger Umfang mit Dondoko Island und Sujimon. Technik: Stabil und gut optimiert. Sound: Starke Vertonung und tolle Karaoke-Songs.

QuelleWertungStand
Steam-NutzerreviewsSehr positiv (90 % positiv)19.10.2026
PlayInsider82 %19.10.2026

Systemanforderungen (PC)

MinimumEmpfohlen
BetriebssystemWindows 10 1903 (OS Build 18362)Windows 10 1903 (OS Build 18362)
ProzessorIntel Core i5-3470, 3.2 GHz or AMD Ryzen 3 1200, 3.1 GHzIntel Core i7-4790, 3.6 GHz or AMD Ryzen 5 1600, 3.2 GHz
GrafikkarteNVIDIA GeForce GTX 960, 4 GB or AMD Radeon RX 460, 4 GB or Intel Arc A380, 6 GBNVIDIA GeForce RTX 2060, 6 GB or AMD Radeon RX 5700, 8 GB or Intel Arc A750, 8 GB
Arbeitsspeicher8 GB RAM16 GB RAM
Speicherplatz82 GB82 GB
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