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Ryu Ga Gotoku Studio

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SEGA-Studio aus Tokio hinter der Like-a-Dragon- und Yakuza-Reihe sowie Judgment, bekannt für Gangsterdramen mit viel Humor.

Ryu Ga Gotoku Studio, kurz RGG Studio, ist für mich eines der spannendsten Studios aus Japan. Das Team gehört zu SEGA, sitzt in Tokio und hat mit der Like-a-Dragon-Reihe, früher Yakuza, eine der eigenwilligsten Spielereihen überhaupt erschaffen: knallharte Gangsterdramen, gepaart mit absurden Nebengeschichten, Karaoke und Minispielen an jeder Ecke. Wer einmal in Kamurocho versackt ist, weiß, wie schnell aus einer kurzen Hauptmission ein ganzer Abend voller Nebenaufgaben wird.

Ryu Ga Gotoku Studio: Ichiban Kasuga aus Yakuza: Like a Dragon
Ichiban Kasuga aus Yakuza: Like a Dragon (Bild: SEGA)

Vom ersten Yakuza zum eigenen Studio

Die Geschichte beginnt 2005, als SEGA in Japan das erste Yakuza für die PlayStation 2 veröffentlichte. Treibende Kraft hinter dem Projekt war Toshihiro Nagoshi, der zuvor unter anderem an Super Monkey Ball gearbeitet hatte. Das Spiel über den Ex-Yakuza Kazuma Kiryu im fiktiven Tokioter Vergnügungsviertel Kamurocho wurde schnell zum Erfolg und bekam Jahr für Jahr Fortsetzungen. Aus dem Entwicklerteam entstand schließlich ein eigenes Studio, benannt nach dem japanischen Titel der Reihe, der übersetzt etwa „wie ein Drache“ bedeutet.

Schon die frühen Teile zeigten, wofür das Team bis heute steht: eine kleine, dicht gebaute Stadt statt einer riesigen, leeren Open World. Jede Gasse steckt voller Restaurants, Spielhallen und Figuren mit eigenen Problemen. Die Teile 2 bis 5 bauten dieses Konzept immer weiter aus, führten neue Städte wie Osaka, Okinawa oder Fukuoka ein und erweiterten die Riege der spielbaren Helden.

Der Durchbruch im Westen

Lange war Yakuza im Westen ein Geheimtipp. Das änderte sich 2017 mit Yakuza 0, dem Prequel, das in den 80er-Jahren spielt und vielen Spielerinnen und Spielern den Einstieg in die Reihe erleichterte. Es folgten Remakes wie Yakuza Kiwami und Kiwami 2, der Abschluss von Kiryus Geschichte in Yakuza 6 und mit Judgment und Lost Judgment ein eigener Detektiv-Ableger rund um Anwalt Takayuki Yagami. Seit Yakuza 6 setzt das Studio auf die hauseigene Dragon Engine.

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg war auch der PC. Als die Spiele nach und nach auf Steam erschienen, wuchs die Fangemeinde außerhalb Japans deutlich. Viele entdeckten die Reihe erst dort und arbeiteten sich dann rückwärts durch die älteren Teile.

Neustart mit Ichiban Kasuga

2020 wagte das Studio mit Yakuza: Like a Dragon einen mutigen Schritt: Statt Echtzeit-Prügeleien gab es rundenbasierte Rollenspielkämpfe, und statt Kiryu stand mit Ichiban Kasuga ein neuer Held im Mittelpunkt. Das Experiment ging auf, das Spiel kam bei Fans und Kritik sehr gut an. Seit 2022 heißt die ganze Reihe auch im Westen Like a Dragon.

Danach folgten Like a Dragon: Ishin!, Like a Dragon Gaiden: The Man Who Erased His Name und das große Like a Dragon: Infinite Wealth aus dem Jahr 2024, das Ichiban nach Hawaii schickt und Kiryu einen emotionalen Auftritt beschert. 2025 erschien mit Like a Dragon: Pirate Yakuza in Hawaii ein schräges Piraten-Abenteuer. Wer wissen will, wie sich die Rundenkämpfe entwickelt haben, sollte Yakuza: Like a Dragon und Like a Dragon: Infinite Wealth direkt hintereinander spielen.

Was die Spiele des Studios ausmacht

Für mich lebt jedes Spiel des Studios von seinem Kontrast. In der einen Minute geht es um Verrat, Familie und Ehre, in der nächsten hilft man einem Mann, der in Windeln durch die Stadt läuft, oder managt nebenbei eine Firma. Dieser Wechsel zwischen Ernst und Klamauk klingt chaotisch, funktioniert aber erstaunlich gut, weil die Figuren immer ernst genommen werden.

Dazu kommen liebevolle Minispiele: Karaoke, Darts, Mahjong, Kart-Rennen oder ganze Spielhallen mit echten SEGA-Klassikern. Die Nebengeschichten sind oft genauso einprägsam wie die Hauptstory. Technisch setzen die Spiele weniger auf riesige Welten als auf Details, und die japanische Vertonung gehört zu den besten im ganzen Genre.

Ryu Ga Gotoku Studio heute

2021 verließ Gründer Toshihiro Nagoshi SEGA, seitdem leitet Masayoshi Yokoyama, langjähriger Autor und Produzent der Reihe, das Studio. Das Team ist bekannt dafür, in hohem Tempo zu veröffentlichen, ohne dabei die typische Mischung aus Drama und Humor zu verlieren. Mit Stranger Than Heaven arbeitet es zudem an einer neuen Marke, die zeigen soll, dass das Studio auch abseits von Kamurocho Geschichten erzählen kann.

Unsere Einstiegstipps

Wer neu ist, startet am besten mit Yakuza 0 oder, wenn ihr Rundenkämpfe mögt, direkt mit Yakuza: Like a Dragon. Danach lohnt sich Like a Dragon: Infinite Wealth, weil es Ichibans Geschichte weitererzählt und viele lose Fäden zusammenführt. Fans klassischer Action greifen zu Judgment oder Lost Judgment, die ohne Vorwissen funktionieren.

Die offizielle Seite des Studios findet ihr unter ryu-ga-gotoku.com.

Spiele von Ryu Ga Gotoku Studio