Ich gebe es zu: Als bekannt wurde, dass ausgerechnet Bloober Team Silent Hill 2 neu auflegt, war ich skeptisch. Das Original gehört für mich zu den wichtigsten Horrorspielen überhaupt, und so eine Geschichte kann man schnell kaputt machen. Umso größer war meine Erleichterung, als ich zum ersten Mal mit James Sunderland durch den dichten Nebel lief und merkte, dass dieses Remake verstanden hat, was Silent Hill 2 so besonders macht. Selten hat mich ein Spiel so traurig und gleichzeitig so gefesselt zurückgelassen.
In diesem Test




Bewertung und Fazit
Silent Hill 2 ist für mich eines der besten Remakes der letzten Jahre. Bloober Team hat die Geschichte von James, Mary und Maria mit viel Respekt umgesetzt und gleichzeitig modernisiert, ohne den Kern anzutasten. Der Nebel, das bedrückende Sounddesign und die Musik von Akira Yamaoka haben mich durchgehend in einem Zustand leiser Panik gehalten, und die Geschichte hat mich nach dem Abspann noch tagelang beschäftigt.
Ganz ohne Kritik geht es aber nicht. Der Kampf ist besser als im Original, wirkt aber gerade bei Bossen manchmal zäh, und einige Abschnitte sind spürbar in die Länge gezogen. Auf dem PC kämpft das Remake zudem mit Rucklern beim Durchqueren der Welt. Wer Psycho-Horror liebt, sollte Silent Hill 2 trotzdem unbedingt spielen.
Was uns gefallen hat
✅ Ergreifende Geschichte, die den Kern des Originals bewahrt
✅ Dichte Atmosphäre mit Nebel, Anderswelt und genialem Sounddesign
✅ Neue Schulterkamera und überarbeitete Rätsel
Was uns gestört hat
❌ Kampf wirkt besonders bei Bossen zäh
❌ Einige Abschnitte sind unnötig gestreckt
❌ Ruckler und Stottern auf dem PC
Wertung: 83 %
Ein Brief von Mary
Die Ausgangslage kennen Fans seit 2001: James Sunderland erhält einen Brief von seiner Frau Mary. Darin bittet sie ihn, an ihren besonderen Ort in Silent Hill zu kommen. Das Problem: Mary ist seit drei Jahren tot. Trotzdem macht sich James auf den Weg in die verlassene Kleinstadt am Toluca-See, und schon nach wenigen Minuten im dichten Nebel wird klar, dass hier nichts so ist, wie es scheint.
Unterwegs trifft James auf andere verlorene Seelen wie die verängstigte Angela, den nervösen Eddie, die kleine Laura und Maria, die Mary zum Verwechseln ähnlich sieht. Jede dieser Figuren trägt ihre eigene Schuld mit sich herum, und genau darum geht es in Silent Hill 2: Trauer, Schuld und Verdrängung. Ich will nicht zu viel verraten, aber die Art, wie das Spiel diese Themen verarbeitet, ist auch heute noch einzigartig.

Nebel, Anderswelt und Atmosphäre
Was mich am Remake am meisten beeindruckt hat, ist die Atmosphäre. Der Nebel ist dichter und unheimlicher als je zuvor, und die verlassenen Straßen, Wohnungen und Geschäfte stecken voller Details, die eine traurige Geschichte erzählen. Wenn dann das Radio zu rauschen beginnt, weil sich ein Monster nähert, und ihr noch nichts sehen könnt, zieht sich alles in euch zusammen.
Richtig verstörend wird es in der Anderswelt, wenn sich die Umgebung in rostige, blutverschmierte Albträume verwandelt. Die Wood Side Apartments, das Brookhaven-Krankenhaus und später das Gefängnis sind großartig umgesetzt. Silent Hill 2 setzt dabei kaum auf billige Schockmomente, sondern auf ein ständiges, bedrückendes Unwohlsein, das mich nie ganz losgelassen hat.
Kampf und Rätsel
Mit dem Wechsel zur Schulterkamera wurde auch der Kampf modernisiert. James kann jetzt gezielt ausweichen, mit dem Stahlrohr zuschlagen und mit Pistole, Schrotflinte oder Gewehr zielen. Das fühlt sich deutlich besser an als im Original, bleibt aber bewusst etwas schwerfällig. James ist schließlich kein Soldat. Gegen normale Gegner funktioniert das gut, bei einigen Bossen und in engen Räumen mit mehreren Monstern wurde es mir aber zu zäh.
Die Rätsel hat Bloober Team überarbeitet und teilweise neu gestaltet, sodass auch Kenner des Originals noch einmal nachdenken müssen. Den Schwierigkeitsgrad für Kampf und Rätsel könnt ihr getrennt einstellen, was ich sehr gelungen finde. Auf mittlerer Rätselstufe habe ich ein paar Mal wirklich lange gegrübelt, und genau so soll es sein.
Remake mit Respekt: Was ist neu?
Das Remake orientiert sich eng am Original, erweitert es aber an vielen Stellen. Einige Gebäude und Straßen sind neu oder deutlich größer, und es gibt zusätzliche Erkundungsabschnitte. Die Zwischensequenzen wurden komplett neu inszeniert, und Luke Roberts verleiht James eine glaubwürdige, verletzliche Stimme. Auch Akira Yamaoka ist für die Musik zurückgekehrt, und Masahiro Ito hat erneut an den Monster-Designs mitgewirkt.
Dazu kommen neue Enden, die ihr allerdings erst in einem zweiten Durchgang freischalten könnt. Für einen ersten Durchlauf solltet ihr rund 16 bis 18 Stunden einplanen, also deutlich mehr als im Original. Das ist Fluch und Segen zugleich: Mehr Silent Hill ist schön, manche Abschnitte hätten aber ruhig kürzer ausfallen dürfen.

Silent Hill 2: Grafik und Technik
Entwickelt wurde das Remake von Bloober Team, veröffentlicht von Konami. Erschienen ist Silent Hill 2 am 8. Oktober 2024 für PlayStation 5 und PC, seit dem 21. November 2025 gibt es das Spiel außerdem für Xbox Series X|S und im Microsoft Store. Dank Unreal Engine 5 und Raytracing sieht Silent Hill so realistisch und bedrückend aus wie nie zuvor.
Auf dem PC hat das Remake aber ein bekanntes Problem: Beim Durchqueren der Welt kommt es immer wieder zu Rucklern, die auch nach mehreren Patches nicht ganz verschwunden sind. Viele Zwischensequenzen laufen zudem nur mit 30 Bildern pro Sekunde. Auf Steam lassen sich die meisten Spieler davon nicht abschrecken, mit rund 95 Prozent positiven Bewertungen ist die Stimmung überragend, wie ihr auf der Steam-Seite von Silent Hill 2 seht.
Wertungen im Überblick
| Quelle | Wertung | Stand |
|---|---|---|
| Metacritic | 86 von 100 (PS5) | 19.10.2026 |
| Steam-Nutzerreviews | Sehr positiv (95 % positiv) | 19.10.2026 |
Systemanforderungen (PC)
| Minimum | Empfohlen | |
|---|---|---|
| Betriebssystem | Windows 10 x64 | Windows 10 x64 |
| Prozessor | Intel Core i7-6700K | AMD Ryzen 5 3600 | Intel Core i7-8700K | AMD Ryzen 5 3600X |
| Grafikkarte | NVIDIA® GeForce® GTX 1070 Ti or AMD Radeon™ RX 5700 or Intel® Arc™ A750 | NVIDIA® GeForce® 2080RTX or AMD Radeon™ 6800XT |
| Arbeitsspeicher | 16 GB RAM | 16 GB RAM |
| Speicherplatz | 50 GB | 50 GB |














