Silent Hill: Townfall im Test: Die grusligeste Horrorerfahrung des Jahres

Psycho-Horror erstmals komplett in der Ego-Perspektive: Als Simon Ordell erkunden wir 1996 die neblige Insel St. Amelia vor Schottland – mit dem tragbaren Fernseher CRTV als wichtigstem Werkzeug.

Silent Hill: Townfall ist seit dem 24. September 2026 erhältlich und schreibt ein neues Kapitel der berühmten Horrorreihe von Konami. Entwickelt wurde der Psycho-Horror vom schottischen Studio Screen Burn Interactive aus Glasgow, veröffentlicht wird das Spiel gemeinsam von Konami und Annapurna Interactive. Silent Hill: Townfall ist auf der PlayStation 5 und am PC über Steam und den Epic Games Store spielbar. Das Besondere: Es ist das erste vollwertige Silent Hill, das komplett aus der Ego-Perspektive gespielt wird.

Worum geht es in Silent Hill: Townfall?

Wir schlüpfen in die Rolle von Simon Ordell. Er strandet an der eiskalten Marina von St. Amelia, einer abgelegenen Insel vor der Küste Schottlands. Die Kleinstadt liegt unter dichtem Nebel, es herrscht eine bedrückende Stille. Laut Konami verschwimmen hier die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, Erinnerungsfetzen und die Spuren der früheren Bewohner prägen die unheimliche Welt.

Die Handlung spielt im Jahr 1996. Simon weiß zunächst nicht, wie oder warum er auf der Insel gelandet ist. Schon bald findet er ein tragbares Fernsehgerät, den sogenannten CRTV, und wird von einem geheimnisvollen Mann namens Richard kontaktiert. Außerdem trifft er auf die Krankenschwester Zoe Ellis, mit der ihn mehr zu verbinden scheint, als er zunächst ahnt. Wie in der Reihe üblich, geht es dabei weniger um eine reale Stadt als um Schuld, Erinnerung und Verdrängung.

Silent Hill: Townfall: Richard Shaw im Anzug
Terry O’Quinn spielt den geheimnisvollen Richard Shaw. Wie Zoe hat er laut PC Gamer eigene spielbare Abschnitte.

Die Besetzung

Für die Hauptrollen hat sich das Team prominente Unterstützung geholt. Jovan Adepo spielt Simon Ordell, Kezia Burrows ist als Zoe Ellis zu sehen und Terry O’Quinn, bekannt aus der Serie Lost, übernimmt die Rolle von Richard Shaw. Gerade die Darstellung der Figuren trägt viel zur dichten Atmosphäre bei, denn Silent Hill: Townfall setzt stark auf seine Geschichte.

Silent Hill: Townfall: Simon hält den tragbaren Fernseher CRTV in einer nebligen Straße
Mit dem CRTV, einem tragbaren Fernseher, spürt Simon Gegner sogar durch Wände hindurch auf.

Gameplay: Erstmals komplett in der Ego-Perspektive

Das Kernthema Psycho-Horror bleibt erhalten, neu ist die Perspektive. Silent Hill: Townfall ist das erste Spiel der Serie in voller Länge, das vollständig aus der Ego-Sicht erzählt wird. Laut Konami sollen wir die Stadt dadurch noch intensiver erleben. Rätsel sind eng mit der Geschichte verwoben, dazu kommen Momente, in denen wir uns vor Bedrohungen verstecken müssen, und Kämpfe auf Leben und Tod.

Zur Verteidigung greifen wir zu Nahkampfwaffen wie Brettern und Rohren, später auch zu Pistole, Schrotflinte und Leuchtpistole. Wer lieber unentdeckt bleibt, schleicht an Gegnern vorbei oder wirft Flaschen und Ziegelsteine, um Monster abzulenken oder kurz zu betäuben. Ein zentrales Werkzeug ist der CRTV: Mit dem tragbaren Fernseher spürt Simon nahe Gegner auch durch Wände hindurch auf. Laut den Entwicklern war genau dieses Gerät ein Grund für die Ego-Perspektive, denn der Bildschirm in der Hand sollte direkt im Bild bleiben und nicht wie eine Minikarte wirken.

Drei Perspektiven auf den Fluch

Simon ist nicht die einzige Figur, die wir steuern. Laut dem Test von PC Gamer gibt es auch spielbare Abschnitte mit Zoe Ellis und Richard Shaw. Der Fluch, der auf St. Amelia lastet, wird dadurch aus drei verschiedenen Blickwinkeln erzählt. PC Gamer lobt genau das als Stärke: Die drei Sichtweisen sorgen für Abwechslung und machen die Geschichte und ihre Figuren besonders vielschichtig.

Inhaltlich geht Silent Hill: Townfall dabei über die klassische persönliche Schuld hinaus. Eurogamer hebt hervor, dass Screen Burn die Geschichte mit einer „stillen Wut“ erzählt und Themen wie die Vereinnahmung durch Konzerne und die Ausbeutung von Arbeitern aufgreift. Neben dem Krankenhaus, dem Bürogebäude eines Konzerns und der typischen „anderen Welt“ der Reihe besuchen wir laut PC Gamer sogar Neubausiedlungen.

Schwierigkeitsgrade und Rätsel

Laut Game Rant lassen sich Kampf und Rätsel getrennt einstellen. Für den Kampf gibt es die Stufen Story Mode, Normal und Nightmare, für die Rätsel die Optionen Hinted und Normal. Mit Hinted gibt das Spiel zusätzliche Hinweise. IGN zählt die Rätsel zu den cleversten und forderndsten, die der Tester je in einem Horrorspiel erlebt hat. Viele davon drehen sich um liebevoll nachgebaute Technik aus den 90ern und passen damit zum Setting im Jahr 1996.

Silent Hill: Townfall: Rot beleuchteter, verfallener Raum
Wie in der Reihe üblich, verwandelt sich die Umgebung immer wieder in eine albtraumhafte Version ihrer selbst.

Mehrere Enden und viele Entscheidungen

Silent Hill: Townfall bietet mehrere Enden. Statt einer klaren Entscheidung am Schluss tragen laut Director Jon McKellan viele kleine Handlungen und Entscheidungen im Verlauf dazu bei, welches Ende wir sehen. Zwei der Enden lassen sich erst in einem New-Game-Plus-Durchgang freischalten. Fans der Reihe dürfen sich außerdem auf humorvolle Spaß-Enden freuen, wie sie Silent Hill seit jeher pflegt.

Entwicklung: Von No Code zu Screen Burn

Die Arbeiten an Silent Hill: Townfall begannen 2022, damals noch unter dem Studionamen No Code. Bekannt wurde das Team mit Stories Untold (2017) und Observation (2019), das unter anderem bei den BAFTA Games Awards als bestes britisches Spiel ausgezeichnet wurde. Annapurna Interactive machte Konami auf das Studio aufmerksam, Serienproduzent Motoi Okamoto kannte die bisherigen Spiele des Teams und vertraute ihm deshalb die Entwicklung an. Im Juli 2025 benannte sich No Code in Screen Burn um, der Name spielt auf ein eingebranntes Bild auf alten Röhrenbildschirmen an.

Technisch setzt Silent Hill: Townfall auf die Unreal Engine 5. Mit Schottland verlässt die Reihe erneut die USA, nach Silent Hill: The Short Message in Deutschland und Silent Hill f im Japan der 1960er-Jahre. Okamoto erklärte, Silent Hill solle künftig weniger als Ort, sondern eher als Phänomen und Geisteszustand verstanden werden.

Editionen und Boni

Die Standard Edition enthielt als Frühkäufer- und Vorbesteller-Bonus den CRTV-Stil „Rusted“, auf der PlayStation 5 zusätzlich den Stil „Beach Edition“. Die Deluxe Edition bietet ein digitales Artbook, den digitalen Soundtrack und ein alternatives Outfit für Simon. Vorbesteller der Deluxe Edition konnten zudem 48 Stunden früher loslegen.

Wie lange dauert Silent Hill: Townfall?

Für einen ersten Durchgang solltet ihr rund 12 bis 15 Stunden einplanen. Die fünf Tester von IGN brauchten zwischen 12 Stunden 37 Minuten und 15 Stunden 15 Minuten, PC Gamer kam auf 13 Stunden. Wer alle Enden sehen will, muss mehrfach ran: Laut Game Rant dauert das inklusive New Game Plus mindestens 25 bis 30 Stunden.

Systemanforderungen für den PC

Am PC ist Silent Hill: Townfall recht anspruchsvoll. Laut Steam braucht ihr mindestens Windows 11 (64 Bit), einen AMD Ryzen 5 3600 oder Intel Core i7-8700K, 16 GB RAM und eine GeForce RTX 2060 Super oder Radeon RX 6600. Damit soll das Spiel auf niedrigen Einstellungen in 1080p mit 30 fps laufen. Empfohlen werden ein Ryzen 7 5700X oder Core i7-9700K, 32 GB RAM und eine GeForce RTX 3080 oder Radeon RX 7800 XT. Das reicht laut Steam für hohe Einstellungen in 4K mit 30 fps, allerdings mit DLSS, FSR oder TSR im Balanced-Modus. Auf der Festplatte belegt das Spiel 75 GB.

So kommt Silent Hill: Townfall bei der Kritik an

Die Wertungen fallen positiv aus. Auf Metacritic steht Silent Hill: Townfall bei 81 Punkten, auf OpenCritic liegt der Schnitt der Top-Kritiker ebenfalls bei 81, und 79 Prozent der Kritiker empfehlen das Spiel. Damit bleibt es etwas hinter Silent Hill f aus dem Jahr 2025 (86 auf Metacritic) zurück. IGN vergibt 8 von 10 Punkten und sieht die Reihe zurück bei ihren Stärken: eine bedrückende Atmosphäre, ein fesselndes Mysterium und Monster, denen man gerne begegnet und ausweicht. PC Gamer gibt 89 Punkte, Eurogamer vier von fünf Sternen und lobt vor allem die detailreiche, sehr britische Kleinstadt.

Kritik gibt es vor allem am Gameplay. VGC vergibt drei Sterne und bemängelt Schleichpassagen mit sofortigem Tod, vor allem mit einer Kreatur namens The Weight, die den Spielfluss komplett ausbremsen. Auch Polygon empfand die Begegnungen mit Monstern auf Dauer als eintönig und die Botschaft des Spiels als etwas zu deutlich ausgesprochen.

Fazit: Für wen lohnt sich Silent Hill: Townfall?

Silent Hill: Townfall richtet sich an alle, die psychologischen Horror mit starker Geschichte lieben. Die Ego-Perspektive, das neblige Schottland und der CRTV als zentrales Werkzeug sorgen für frischen Wind in der Reihe, die laut Konami bereits über 17,8 Millionen Mal verkauft wurde. Wer Stories Untold oder Observation mochte, findet hier die bisher größte Arbeit von Screen Burn. Wer dagegen mit Schleichpassagen und Versteckspielen wenig anfangen kann, sollte sich auf ein paar frustrierende Momente einstellen. Unser ausführlicher Test folgt.

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