Die Conjuring-Filme gehören für mich zu den Horrorfilmen, bei denen ich mir beim Schauen am liebsten das Kissen vors Gesicht halte. Als klar war, dass Supermassive Games, die Macher von Until Dawn, ein Spiel zur Reihe entwickeln, war ich deshalb sofort neugierig. Mit The Conjuring: Unspoken schauen wir diesmal nicht nur zu, sondern entscheiden selbst, wer die Nacht im Red Lion Inn übersteht: ein Pub voller Geschichten, eine trauernde Familie und ein Dämon, der sich von genau dieser Trauer ernährt. Ob der Spuk auch als Spiel funktioniert, erzähle ich euch in meinem Test.

Bewertung und Fazit

Klick auf einen Kreis, um die Begründung zu sehen.

Supermassive Games und das Conjuring-Universum, das passt für mich einfach zusammen. Besonders gefällt mir, dass die Geschichte nicht bei den Geisterjägern beginnt, sondern bei der achtjährigen Bryony, die seit dem Tod ihrer Mutter verstummt ist. Wenn die Perspektive dann zu Francesca Noakes wechselt und das Smartphone zum EMF-Messgerät, zur Infrarotkamera und zur Spirit Box wird, fühlt sich die Geisterjagd im Red Lion Inn herrlich greifbar an. Getragen wird das Ganze von starken Darstellern, allen voran Emma McDonald als Francesca.

Man sollte aber wissen, worauf man sich einlässt: Mit rund anderthalb Stunden ist das Abenteuer kurz, die Level sind sehr linear, und die Entscheidungen fallen weniger verzweigt aus als in Until Dawn oder The Quarry. Dazu läuft es nur über Netflix, ohne Gamepad und ohne Offline-Modus. Wer ohnehin ein Netflix-Abo hat, bekommt zur Halloween-Saison aber einen stimmungsvollen Horror-Abend ohne Zusatzkosten.

Was uns gefallen hat

✅ Starke Darsteller, besonders Emma McDonald als Francesca Noakes

✅ Zwei Perspektiven mit Bryony und Francesca, das Smartphone wird zum Geisterjäger-Werkzeug

✅ Ohne Zusatzkosten im Netflix-Abo enthalten

Was uns gestört hat

❌ Mit rund anderthalb Stunden sehr kurz und stark linear

❌ Weniger verzweigte Entscheidungen als in anderen Supermassive-Spielen

❌ Nur über Netflix spielbar, ohne Gamepad-Unterstützung und Offline-Modus

Wertung: 72 %

Worum geht es in The Conjuring: Unspoken?

Die Familie Cooper zieht nach dem Tod der Mutter Olivia ins Red Lion Inn, ein jahrhundertealtes, heruntergekommenes englisches Pub, das als Spukort gilt. Vater Jack will mit seinen Töchtern Charlotte und Bryony einfach neu anfangen. Doch schon bald verschwinden Puppen, eine Ballerina-Spieluhr beginnt von selbst zu spielen, und Bryony hört nachts die Stimme ihrer verstorbenen Mutter.

Hinter dem Spuk stehen laut Netflix der Dämon Vinea, der sich von Trauer ernährt und an den Brunnen des Pubs gebunden ist, und Florrie, ein Geist aus der englischen Folklore. Die Filme müssen wir nicht kennen, um der Handlung zu folgen. Einige bekannte Gesichter aus der Reihe tauchen aber auf, Fans haben also noch etwas mehr davon.

The Conjuring: Unspoken – Ein Mädchen sitzt im Halbdunkel vor der Spieluhr
Die Spieluhr spielt im Red Lion Inn gern von ganz allein.

Bryony und Francesca: Zwei spielbare Perspektiven

Wir beginnen das Spiel als Bryony Cooper, ein achtjähriges Mädchen, das seit dem Tod seiner Mutter kein Wort mehr gesprochen hat. Ihre Trauer und ihre besondere Empfänglichkeit für das Übernatürliche machen sie zum Hauptziel von Vinea und Florrie, der Dämon dringt sogar in ihre Träume ein. Gerade diese Abschnitte aus Kindersicht fand ich besonders bedrückend.

An wichtigen Stellen wechselt die Perspektive zur Dämonologin Francesca Noakes, die Charlotte zu Hilfe holt und die zur New England Society for Psychic Research gehört. Gespielt wird Francesca von Emma McDonald, und ihre Darstellung trägt viele der stärksten Szenen des Spiels.

The Conjuring: Unspoken – Francesca Noakes hält ihr Smartphone in einem dunklen Flur
Im Hintergrund lauert eine Gestalt, die Francesca noch nicht bemerkt hat.

Gameplay: Das Smartphone als Geisterjäger-Werkzeug

Das Bild läuft auf dem großen Bildschirm, gesteuert wird mit dem Smartphone oder Tablet. Die Verbindung klappt per QR-Code, den wir mit der Kamera des Geräts scannen. Klassische Gamepads werden laut Netflix-Hilfecenter derzeit nicht unterstützt.

In den Abschnitten mit Francesca greifen wir zu typischer Geisterjäger-Ausrüstung: einem EMF-Messgerät, einer Infrarotkamera und einer Spirit Box. Mit der Infrarotkamera sehen wir zum Beispiel eine Wärmebild-Ansicht der Umgebung und suchen nach kalten Stellen, die auf eine übernatürliche Präsenz hindeuten. Besonders gelungen finde ich, wie das Spiel dafür Gyroskop und Touchscreen des Smartphones nutzt, so fühlt sich die Suche nach dem Geist erstaunlich greifbar an.

The Conjuring: Unspoken – Offizieller Trailer von Netflix

Entscheidungen über Leben und Tod

The Conjuring: Unspoken ist ein erzählerisches Spiel im Stil eines interaktiven Films. Wir treffen laufend Dialog- und Handlungsentscheidungen, die die Geschichte formen. Sie bestimmen auch, ob Figuren verletzt werden oder überleben und wie die Figuren zueinander stehen. So kann Jack Francesca etwa misstrauen, wenn wir bestimmte Entscheidungen treffen.

Ganz so verzweigt wie in den großen Supermassive-Spielen ist das allerdings nicht. Die Level sind sehr linear und bestehen größtenteils aus Gängen, aktiv spielen wir vergleichsweise wenig, und manchmal hatte ich eher das Gefühl, einen Film zu schauen. Für Schreckmomente setzt das Spiel außerdem teils auf klassische Jump Scares. Wer genau so einen kompakten Horror-Abend sucht, wird damit aber gut unterhalten.

Entwickler und Publisher

Hinter dem Spiel steht Supermassive Games aus dem englischen Guildford. Das Studio hat sich mit Until Dawn, der Dark Pictures Anthology und The Quarry einen Namen im Horror-Genre gemacht, mehr dazu gibt es auf der offiziellen Website von Supermassive Games. Die Veröffentlichung übernimmt Netflix Games. Warner Bros. Games ist als Partner an Bord und bringt die Lizenz des Conjuring-Universums ein. Die Filmreihe läuft seit 2013 und umfasst neben den Hauptfilmen auch Ableger wie Annabelle und The Nun.

Plattformen, Umfang und Sprachen

The Conjuring: Unspoken ist ausschließlich über Netflix spielbar: auf Fernsehern mit Netflix-App, die Spiele unterstützen, sowie im Computer-Browser (Chrome oder Edge). Als Controller ist ein Smartphone oder Tablet mit iOS oder Android nötig. Eine Version für PlayStation, Xbox, Nintendo Switch oder Steam gibt es nicht. Seit dem 13. Oktober 2026 ist das Spiel für alle Netflix-Mitglieder ohne Zusatzkosten im Abo enthalten.

Es handelt sich um einen Einzelspieler-Titel, Netflix gibt eine Spielzeit von über 60 Minuten an, bei mir waren es rund anderthalb Stunden. Die Altersempfehlung liegt bei 16 Jahren. Neben Deutsch werden Englisch, Französisch, Spanisch (Spanien und Lateinamerika), brasilianisches Portugiesisch, Italienisch und Polnisch unterstützt.

Systemanforderungen

Da das Spiel über die Cloud läuft, brauchen wir keine leistungsstarke Hardware. Nötig sind ein Fernseher mit spielefähiger Netflix-App oder ein Computer mit Chrome oder Edge, dazu ein Smartphone oder Tablet als Controller. Netflix empfiehlt eine stabile Internetverbindung mit mindestens 10 Mbit/s, offline spielen ist nicht möglich.

Systemanforderungen (PC)

MinimumEmpfohlen
BetriebssystemCloud-Spiel über Netflix (TV-App oder Chrome/Edge)Cloud-Spiel über Netflix (TV-App oder Chrome/Edge)
ProzessorKeine lokalen AnforderungenKeine lokalen Anforderungen
GrafikkarteKeine lokalen AnforderungenKeine lokalen Anforderungen
ArbeitsspeicherKeine lokalen AnforderungenKeine lokalen Anforderungen
SpeicherplatzKeine lokalen AnforderungenKeine lokalen Anforderungen
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