Zehn Jahre haben Fans auf ein neues Dragon Age gewartet, und ich war eine von ihnen. Mit Dragon Age: The Veilguard kehrt BioWare endlich nach Thedas zurück – bunter, schneller und actionreicher als je zuvor. Das Spiel hat die Community gespalten wie kaum ein anderes Rollenspiel der letzten Jahre. Ich hatte trotzdem viele schöne Stunden mit meiner Truppe, auch wenn nicht alles so funktioniert, wie ich es mir von BioWare gewünscht hätte.
In diesem Test



Bewertung und Fazit
Ich bin mit gemischten Gefühlen nach Thedas zurückgekehrt und wurde positiv überrascht: Die Gefährten sind mir richtig ans Herz gewachsen, Minrathous sieht atemberaubend aus, und die schnellen Kämpfe haben mir mehr Spaß gemacht, als ich erwartet hatte. An vielen Abenden habe ich mich einfach auf die nächste Mission mit meiner Truppe gefreut.
Trotzdem fehlt mir etwas. Die düstere Politik und die schweren Entscheidungen, die Dragon Age für mich früher ausgemacht haben, sind deutlich in den Hintergrund gerückt, und taktisch ist vom alten Kampfsystem wenig übrig. Wer mit der neuen Ausrichtung leben kann, erlebt ein gutes Action-Rollenspiel. Wer ein zweites Origins sucht, wird eher enttäuscht.
Was uns gefallen hat
✅ Sympathische Gefährten mit viel Charakter
✅ Bildschöne Schauplätze wie Minrathous
✅ Schnelles, spaßiges Action-Kampfsystem
Was uns gestört hat
❌ Wenig Taktik im Vergleich zu früheren Teilen
❌ Düstere Politik und harte Entscheidungen kommen zu kurz
❌ Ton oft zu glatt für ein Dragon Age
Wertung: 71 %
Zwei Götter, ein Schleier und eine Menge Ärger
Die Geschichte setzt einige Jahre nach Dragon Age: Inquisition an. Solas, der geheimnisvolle Elf aus dem Vorgänger, will den Schleier zwischen der Welt und dem Nichts einreißen. Der Plan geht gründlich schief: Zwei uralte Elfengötter, Elgar’nan und Ghilan’nain, kommen frei und bedrohen ganz Thedas mit der Verderbnis. Ihr übernehmt die Rolle von Rook, einem neuen Helden, den ihr frei erstellt, und schmiedet eine Gruppe, die sich diesem Wahnsinn entgegenstellt.
Zum ersten Mal in der Reihe geht es in den Norden, nach Tevinter und in die Stadt Minrathous, aber auch nach Rivain und in die Anderfels. Die Orte sind wunderschön gestaltet und lassen Lore-Fans das Herz höher schlagen. Der Ton ist allerdings deutlich leichter als früher – mehr Abenteuerfilm, weniger düstere Politik.

Die Gefährten sind das Herz des Spiels
Wenn BioWare etwas kann, dann Figuren. Sieben Gefährten schließen sich Rook an, darunter die Wächterin Davrin, der Nekromant Emmrich, die Krähe Lucanis und die Schurkin Neve. Jeder hat eigene Quests, eigene Probleme und eigene Ansichten, und viele Gespräche im Hauptquartier, dem Leuchtturm, sind richtig herzlich. Romanzen sind natürlich auch wieder dabei.
Mein Kritikpunkt: Die Gefährten sind fast immer nett zueinander. Echte Konflikte, wie wir sie aus Origins kennen, gibt es kaum. Entscheidungen haben zwar Folgen, besonders im großen Finale, aber oft fehlt die Reibung, die frühere Teile so spannend gemacht hat.
Action statt Taktik
Ein flottes Kampfsystem
Das größte Umdenken betrifft das Gameplay. Gekämpft wird in Echtzeit, ihr weicht aus, pariert und kombiniert leichte und schwere Angriffe mit Fähigkeiten. Krieger, Schurke und Magier spielen sich deutlich unterschiedlich, und die Spezialisierungen bringen später noch mehr Abwechslung. Das fühlt sich wuchtig und modern an, macht viel Spaß – erinnert aber eher an ein Action-Spiel als an das taktische Dragon Age von früher.

Das Fähigkeitenrad bleibt
Ganz verschwunden ist die Taktik nicht. Über das Fähigkeitenrad pausiert ihr das Geschehen und befehlt euren zwei Begleitern, ihre Fähigkeiten einzusetzen. Combos zwischen Rook und Gruppe sind dabei besonders befriedigend. Direkt steuern lassen sich die Begleiter allerdings nicht mehr, was Veteranen sicher vermissen.

Umfang und Struktur
Die Welt besteht nicht aus einer großen offenen Karte, sondern aus vielen größeren und kleineren Gebieten mit Geheimnissen, Rätseln und optionalen Bosskämpfen. Die Drachenkämpfe sind echte Höhepunkte. Wer alles sehen will, ist gut 60 Stunden unterwegs, die Hauptgeschichte schafft man in etwa 40.
Technik von Dragon Age: The Veilguard
Technisch ist The Veilguard eine der saubersten BioWare-Veröffentlichungen überhaupt. Das Spiel läuft auf der Frostbite-Engine, sieht mit seinen satten Farben und den detaillierten Haaren und Gesichtern toll aus und lief zum Release weitgehend fehlerfrei. Für die Mindestanforderungen braucht ihr einen Intel Core i5-8400 oder AMD Ryzen 3 3300X, 16 GB RAM und eine GeForce GTX 970/1650 oder Radeon R9 290X. Empfohlen werden ein Core i9-9900K oder Ryzen 7 3700X und eine RTX 2070 oder RX 5700 XT. Für die empfohlenen Settings ist eine SSD mit 100 GB Platz Pflicht.
Eine deutsche Sprachausgabe gibt es ebenso wie umfangreiche Barrierefreiheits-Optionen, einstellbare Schwierigkeitsgrade und HDR.
Release und Plattformen
Dragon Age: The Veilguard ist am 31. Oktober 2024 für PC (Steam, EA App und Epic Games Store), PlayStation 5 und Xbox Series X/S erschienen. Entwickelt hat es BioWare, veröffentlicht wurde es von Electronic Arts. Regulär kostet die Standardversion 59,99 Euro.
Systemanforderungen (PC)
| Minimum | Empfohlen | |
|---|---|---|
| Betriebssystem | 64 bit Windows 10/11 | 64 bit Windows 10/11 |
| Prozessor | Intel Core i5-8400 / AMD Ryzen 3 3300X* (see notes) | Intel Core i9-9900K / AMD Ryzen 7 3700X* (see notes) |
| Grafikkarte | NVIDIA GTX 970/1650 / AMD Radeon R9 290X | NVIDIA RTX 2070 / AMD Radeon RX 5700XT |
| Arbeitsspeicher | 16 GB RAM | 16 GB RAM |
| Speicherplatz | 100 GB | 100 GB |


















