Tagsüber Mensch, nachts Vampir, und ständig zwischen allen Stühlen: The Blood of Dawnwalker hat uns vom ersten Moment an gepackt. Das Debüt der Witcher-Veteranen von Rebel Wolves fühlt sich an wie eine düstere Gruselgeschichte, in der wir selbst entscheiden, wie sie ausgeht. Ganz rund ist nicht alles, aber losgelassen hat uns Vale Sangora lange nicht.
In diesem Test




Dreißig Tage, um eine Familie zu retten
Wir schreiben das 14. Jahrhundert. Krieg und Pest haben Europa geschwächt, und genau diesen Moment nutzen die Vampire, um aus den Schatten zu treten. Im Tal Vale Sangora in den Karpaten herrscht der tyrannische Vampirlord Brencis. Ihr spielt Coen, einen jungen Mann, der zum Dawnwalker geworden ist: tagsüber Mensch, nachts Vampir.
Seine Familie ist in Gefahr, und euch bleiben nur dreißig Tage und Nächte, um sie zu retten. Jede Quest kostet Zeit, also müsst ihr euch gut überlegen, wem ihr helft und wen ihr links liegen lasst. Genau dieses Gefühl, nicht alles schaffen zu können, hat uns richtig gut gefallen.

Zwei Seiten einer Klinge
Am Tag kämpft Coen mit Schwert, Axt und Magie wie ein ganz normaler Mensch, verwundbar und vorsichtig. Nachts erwacht der Vampir in ihm: Er klettert Wände hoch, springt über Dächer, schlägt mit übernatürlicher Kraft zu und trinkt Blut, um bei Kräften zu bleiben.
Viele Aufgaben lassen sich je nach Tageszeit ganz anders lösen. Das ist eine tolle Idee, auch wenn die Kämpfe auf Dauer etwas eintönig werden und die Gegnervielfalt hätte größer sein dürfen.
Ein Tal voller Geheimnisse
Vale Sangora ist wunderschön und gruselig zugleich: dichte Wälder, Bergdörfer, Wegschreine und alte Ruinen, in denen Mythen und Aberglaube plötzlich wahr werden. Ihr erkundet die offene Welt in eurem eigenen Tempo und stolpert ständig über Nebenquests, die oft besser geschrieben sind als in so manchem großen Rollenspiel.
Moralisch ist hier kaum etwas schwarz oder weiß, und eure Entscheidungen haben spürbare Folgen. Einige Nebenaktivitäten wiederholen sich allerdings schnell.
Witcher-Erbe aus Warschau
Entwickelt wurde The Blood of Dawnwalker von Rebel Wolves aus Warschau. Hinter dem Studio steckt Konrad Tomaszkiewicz, der Game Director von The Witcher 3, und das merkt man den Dialogen und Quests an. Veröffentlicht hat das Spiel Bandai Namco Entertainment.
Es ist für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S erschienen und kostet auf Steam regulär 69,99 Euro. Deutsche Texte und eine deutsche Sprachausgabe sind mit an Bord. Es ist das erste Kapitel einer geplanten Saga.

Grafik und Technik
The Blood of Dawnwalker basiert auf der Unreal Engine 5, und vor allem nachts mit Fackeln und Mondlicht sehen die Karpaten richtig stimmungsvoll aus. Im Test gab es aber gelegentliche Framerate-Einbrüche, hakelige Animationen und kleinere Bugs. Eine SSD mit 60 GB freiem Platz ist Pflicht.
Wertungen im Überblick
| Quelle | Wertung | Stand |
|---|---|---|
| Metacritic | 83 von 100 (78 Kritiken) | 18.10.2026 |
| OpenCritic | 83 von 100, 92 % empfehlen | 18.10.2026 |
| Steam-Nutzerreviews | Sehr positiv (87 % positiv) | 18.10.2026 |
| PlayInsider | 79 % | 18.10.2026 |
Fazit
The Blood of Dawnwalker ist ein mutiges, düsteres Rollenspiel-Debüt mit tollen Ideen und richtig guten Geschichten. Wer The Witcher 3 geliebt hat und über ein paar technische Macken und eintönige Kämpfe hinwegsehen kann, sollte Coen unbedingt auf seine dreißig Tage begleiten.
Mich hat vor allem gepackt, dass ich nie alles schaffen konnte: Jede Quest kostet Zeit, und mehr als einmal habe ich mich gefragt, ob ich gerade die falsche Familie im Stich lasse. Nachts als Vampir über die Dächer zu jagen, fühlt sich dabei einfach großartig an. Dass sich die Kämpfe irgendwann wiederholen und die Technik noch hakt, ärgert mich, nimmt mir den Spaß an Vale Sangora aber nicht.
Plus
- Frische Tag-Nacht-Idee: Mensch am Tag, Vampir in der Nacht
- Erwachsene Story mit schweren Entscheidungen und echten Folgen
- Starke, gut geschriebene Nebenquests in einer stimmungsvollen Welt
Minus
- Kämpfe werden auf Dauer eintönig, wenig Gegnervielfalt
- Einige Nebenaktivitäten wiederholen sich schnell
- Framerate-Einbrüche, hakelige Animationen und kleinere Bugs
Wertung: 79 %
Systemanforderungen (PC)
| Minimum | Empfohlen | |
|---|---|---|
| Betriebssystem | Windows 10, DirectX12 | Windows 10, DirectX12 |
| Prozessor | Intel Core i5-11400F / AMD Ryzen 7 2700X | Intel Core i7-11700K / AMD Ryzen 7 5700X |
| Grafikkarte | NVIDIA GTX 1060 / Radeon RX 580 | NVIDIA RTX 4060 / Radeon RX 7600 XT / Intel Arc B580 |
| Arbeitsspeicher | 16 GB RAM | 16 GB RAM |
| Speicherplatz | 60 GB | 60 GB |


















