Ich gebe es offen zu: Bei Hexen, Croissants und Paris war ich sofort verloren. Seit der ersten Ankündigung stand The Witch’s Bakery ganz oben auf meiner Wunschliste, und ich habe mich wirklich gefreut, als ich endlich meine eigene kleine Backstube eröffnen durfte. Nach vielen gemütlichen Abenden mit Lunne, ihrem Begleiter Orio und den Menschen ihres Viertels kann ich sagen: Dieses Spiel hat ein riesiges Herz, auch wenn es nicht in jedem Bereich gleich stark ist.
In diesem Test




Bewertung und Fazit
Ich habe mich in The Witch’s Bakery verliebt, und zwar vor allem in die Figuren und ihre Geschichten. Wie Sunny Lab Themen wie Trauer und Selbstzweifel in warme, hoffnungsvolle Szenen verpackt, hat mich wirklich berührt. Dazu kommen ein bezaubernder Zeichenstil und ein Paris, in dem ich am liebsten selbst eine Bäckerei eröffnen würde.
Spielerisch ist das Ganze aber eher leichte Kost. Die Backminispiele wiederholen sich, und im Mittelteil zieht sich der Tagesablauf. Wer ein gemütliches, emotionales Abenteuer für entspannte Abende sucht, macht hier trotzdem alles richtig. Wer spielerische Tiefe erwartet, sollte die Erwartungen etwas herunterschrauben.
Was uns gefallen hat
✅ Herzerwärmende Geschichte mit toll geschriebenen Figuren
✅ Wunderschöner handgezeichneter Stil
✅ Stimmungsvolles, magisches Paris
Was uns gestört hat
❌ Backminispiele wiederholen sich schnell
❌ Zäher Mittelteil
❌ Kaum spielerische Herausforderung
Wertung: 68 %
Backen mit Magie
Ihr spielt Lunne, eine junge Hexe, die nach Paris zieht, um dort ihre eigene Bäckerei zu eröffnen. Tagsüber steht ihr in der Backstube und bereitet Baguettes, Croissants und andere französische Klassiker zu. Das passiert in kleinen Minispielen: Mehl abwiegen, Teig kneten, Zutaten mischen und am Ende alles in den Ofen schieben. Der Clou ist eure Magie, denn mit einem Hauch Hexerei werden aus den Backwaren verzauberte Leckereien, die nicht nur satt machen, sondern auch die Herzen eurer Kundschaft heilen.
Am Anfang habe ich das Backen geliebt. Die handgezeichneten Animationen sind zuckersüß, und jedes neue Rezept fühlt sich wie eine kleine Belohnung an. Nach einigen Spielstunden wiederholen sich die Abläufe aber spürbar. Wer auf eine tiefe Wirtschaftssimulation hofft, wird hier nicht fündig. Die Bäckerei ist eher der gemütliche Rahmen für die eigentliche Geschichte.

Ein Paris voller Geheimnisse
Abends schließt ihr die Bäckerei ab und zieht los. Über eine Smartphone-App reist ihr durch ein stilisiertes, modernes Paris, besucht Viertel wie Montmartre oder die Passage Verdeau und trefft dabei immer neue Figuren. Das Besondere: In dieser Welt sind Hexen, Zauberer und magische Wesen zwar selten, aber ein bekannter Teil des Alltags. Genau diese Mischung aus Großstadt und Fantasy hat mich sofort abgeholt.
Als jemand, der Paris liebt, habe ich mich über die vielen kleinen Details gefreut, von den typischen Haustüren bis zu den Straßenschildern. Die Stadt ist allerdings kein offenes Areal, sondern eine Reihe einzelner Schauplätze, zwischen denen ihr per Karte wechselt. Das passt zum Erzähltempo, nimmt aber etwas vom Entdeckergefühl.

Herzwelten und Beziehungen
Lunne hat eine besondere Gabe: Sie kann in die Herzen der Menschen blicken. In diesen Herzwelten, etwa einer verträumten Unterwasserlandschaft voller Seerosen, erkundet ihr die Gefühle eurer Freunde und helft ihnen, mit Trauer, Wut oder Unsicherheit umzugehen. Diese Abschnitte sind für mich die Highlights des Spiels, weil sie schwere Themen behutsam und mit viel Hoffnung erzählen.
Die Figuren sind toll geschrieben, egal ob die quirlige Mirembe, der etwas grummelige Arthur oder die Stammkundin Sophie. Ihr baut Beziehungen auf, erfahrt mehr über ihre Sorgen und seht, wie sie sich durch eure Hilfe verändern. Mehr als einmal hatte ich dabei einen Kloß im Hals. Kämpfe oder echte Herausforderungen gibt es allerdings kaum, wer Spannung sucht, ist hier falsch.

Tagesablauf und Spielfluss
Jeder Tag gliedert sich in drei Phasen: tagsüber backen und verkaufen, abends Paris erkunden und Freundschaften pflegen, nachts ausruhen und die eigenen Fähigkeiten verbessern. Dieser Rhythmus sorgt für eine angenehme Struktur, und ich hatte selten das Gefühl, unter Zeitdruck zu stehen. Für die Geschichte solltet ihr etwa 15 Stunden einplanen.
Was mich gestört hat: Gerade im Mittelteil zieht sich der Ablauf etwas, weil Backen und Laufwege sehr ähnlich bleiben. Wer The Witch’s Bakery in kurzen Abendsessions spielt, wird das weniger merken als bei langen Spielsitzungen. Entwickelt wurde das Spiel übrigens von Sunny Lab, einem jungen Indie-Studio aus dem Großraum Paris, veröffentlicht von Silver Lining Interactive.

The Witch’s Bakery: Grafik, Sound und Technik
Optisch ist The Witch’s Bakery ein Traum. Der handgezeichnete Stil verbindet Anime-Einflüsse mit impressionistischen Farben, und jede Szene sieht aus wie ein kleines Gemälde. Musikalisch gibt es ebenfalls ein Highlight, denn das Hauptthema stammt von Cécile Corbel, die unter anderem für Studio Ghiblis Arrietty komponiert hat. Eine Sprachausgabe gibt es nicht, die Texte sind aber vollständig auf Deutsch verfügbar.
Technisch lief das Spiel bei mir auf dem PC rund. Die Anforderungen sind niedrig, sodass auch ältere Rechner kein Problem haben. Neben dem PC erschien The Witch’s Bakery zeitgleich für PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch und Nintendo Switch 2.

Wertungen im Überblick
| Quelle | Wertung | Stand |
|---|---|---|
| Metacritic | Noch keine Wertung (zu wenige Kritiken) | 18.10.2026 |
| OpenCritic | Noch keine Gesamtwertung | 18.10.2026 |
| Steam-Nutzerreviews | Sehr positiv (96 % positiv) | 18.10.2026 |
| PlayInsider | 72 % | 18.10.2026 |
Systemanforderungen (PC)
| Minimum | Empfohlen | |
|---|---|---|
| Betriebssystem | Windows 10 Version or higher | Windows 10 Version or higher |
| Prozessor | AMD Athlon X4 | Intel Core i5 4460 | AMD Ryzen 3 | Intel i5 Skylake |
| Grafikkarte | Nvidia GTX 950 | AMD R7 370 | Nvidia GTX 970 | AMD RX 570 |
| Arbeitsspeicher | 8 GB RAM | 8 GB RAM |
| Speicherplatz | 20 GB | 20 GB |


















