Moonfrost stand schon lange auf meiner Liste. Die Mischung aus Stardew-Valley-Farming, Dorfaufbau und einer erstaunlich düsteren Story um einen zweiten Mond am Himmel klang genau nach meinem Ding. Seit dem 12. Oktober 2026 ist das Cozy-Life-Sim-RPG von Oxalis Games im Early Access auf Steam erhältlich, und die erste Woche war turbulenter als gedacht: wunderschöne Pixel-Art auf der einen Seite, Bugs, zähe Quests und eine heftige Debatte um die NFT-Vergangenheit des Projekts auf der anderen.
In diesem Test schauen wir uns an, was der Early-Access-Stand von Moonfrost (Version 0.1.1) aktuell kann, wo er noch hakt und für wen sich der Einstieg für 14,99 Euro schon jetzt lohnt.
In diesem Test





Bewertung und Fazit
Moonfrost hat ein echtes Herz: Die Pixel-Art gehört zum Schönsten, was das Cozy-Genre aktuell zu bieten hat, der Soundtrack ist entspannend und der Baumodus gibt euch mehr Freiheit als bei vielen Konkurrenten. Spielerisch ist der Early Access aber noch klar unfertig. Die ersten Stunden bestehen fast nur aus Hol- und Bring-Aufgaben, das Inventar ist zu knapp, die Steuerung wirkt hakelig und Bugs bremsen den Spielfluss. Das sehen auch viele Spielerinnen und Spieler auf Steam so, wo die Reviews aktuell nur ausgeglichen ausfallen.
Positiv ist, wie schnell Oxalis reagiert: Patch 0.1.1 kam bereits drei Tage nach dem Start und hat einige der größten Ärgernisse entschärft. Wer Cozy Games liebt, gut Englisch spricht und Geduld mitbringt, kann jetzt einsteigen. Alle anderen warten besser auf weitere Updates oder gleich auf die Version 1.0.
Was uns gefallen hat
✅ Wunderschöne Pixel-Art mit dynamischem Licht, Wetter und Spiegelungen
✅ Freier Baumodus für das eigene Haus und die Häuser der Dorfbewohner
✅ Entspannter Soundtrack und schnelle Patches durch das Entwicklerteam
Was uns gestört hat
❌ Zäher Einstieg mit vielen Hol- und Bring-Quests und viel Händchenhalten
❌ Hakelige Steuerung, kleines Inventar und Bugs im Early Access
❌ Keine deutschen Texte und eine umstrittene NFT-Vergangenheit
Wertung: 66 %
Early Access: Was steckt schon drin?
Moonfrost ist ein Early-Access-Spiel, und das merkt man. Laut Steam-Seite könnt ihr aktuell die erste Hälfte der Hauptgeschichte spielen, die ersten 20 Räume des Tempels erkunden, mehrere Geschäfte im Dorf restaurieren und euch mit elf Dorfbewohnern anfreunden. Die Freundschaften sind vorerst auf Stufe 3 begrenzt, Romanzen also noch nicht vollständig möglich. Dazu kommen euer eigenes Haus, Häuser für einige Bewohner und Hunderte Baupläne für Möbel und Dekoration.
Die komplette Hauptgeschichte soll laut Oxalis in weniger als sechs Monaten nachgeliefert werden. Version 1.0 soll dann alle Freundschaftsereignisse und Romanzen mit allen Junggesellen enthalten. Der Preis liegt regulär bei 14,99 Euro und soll laut Studio mit wachsendem Umfang steigen. Wichtig: Deutsche Texte gibt es zum Start nicht. Spielbar ist Moonfrost auf Englisch, Spanisch, Japanisch und Chinesisch. Das Team hat Deutsch, Französisch und brasilianisches Portugiesisch zwar auf dem Schirm, will dafür aber ausdrücklich menschliche Übersetzer statt KI einsetzen und macht noch keine Zusagen.
Gameplay: Farmen, Basteln, Wiederaufbauen
Als Frostjäger landet ihr in einem verwüsteten Dorf, in dem nur noch zwei Bewohner ausharren. Euer Job: Straßen räumen, Gebäude reparieren und das Dorf mit Hilfe der Frostjäger-Vereinigung FHA wieder zum Leben erwecken. Dafür erntet, fischt, sammelt, kocht und bastelt ihr, wie man es aus Stardew Valley kennt. Neu ist das Bausystem: Euer Haus entwerft ihr Wand für Wand, und auch für andere Bewohner baut ihr eigene Häuser. Das Herstellen von Bauplänen läuft über kleine Minispiele, die viele Spieler als frische Idee loben.

Der Haken ist das Tempo. Die ersten Stunden bestehen fast ausschließlich aus Hol- und Bring-Aufgaben, und das Spiel führt euch sehr eng an der Hand. Selbst Oxalis nennt den Einstieg in den eigenen Patchnotes zu „hand-holdy“. Pflanzen wachsen in Echtzeit-Minuten statt über Spieltage, was das Farming schnell belanglos macht. Rohstoffe wie Kupfer werden durch Werkzeughaltbarkeit und hohe Bauanforderungen zur Dauerjagd, und das Inventar war zum Start viel zu klein. Mit Patch 0.1.1 gibt es Kisten jetzt früher und eine größere Truhe nach den FHA-Prüfungen, das hilft spürbar.
Story und Dorfbewohner
Die Ausgangslage ist für ein Cozy Game ungewöhnlich ernst: Vor hundert Jahren erschien ein zweiter Mond und ließ eisige Meteoriten, den Moonfrost, auf die Welt regnen. Leider macht das Spiel aus dieser Prämisse bisher wenig. Viele Spieler bemängeln, dass der zweite Mond in den ersten Stunden kaum eine Rolle spielt und die Geschichte hinter den Frostjägern nur angerissen wird.

Stärker sind die Figuren. Die Charakterporträts haben einen schönen Visual-Novel-Stil, die Dialoge setzen auf britischen Humor, und je weiter das Dorf wächst, desto mehr Geschichten der Bewohner schaltet ihr frei. Mit nur elf Bewohnern und gedeckelten Freundschaften ist das soziale Netz im Early Access aber noch dünn.
Grafik, Sound und Technik
Optisch ist Moonfrost eine Wucht. Die isometrische Pixel-Art mit dynamischem Licht, Wetter und Wasserspiegelungen, in denen sich sogar die beiden Monde zeigen, wird in fast jedem Review gelobt. Einzig die Charaktermodelle fallen gegenüber den detaillierten Umgebungen ab. Auch der ruhige Lo-Fi-Soundtrack kommt gut an, ein Soundtrack-DLC ist separat erhältlich. Sprachausgabe gibt es nur auf Englisch.
Technisch ist der Early Access dagegen die größte Baustelle. Zum Start gab es Abstürze, Spieler blieben am Dorfsteg stecken, der Zoom setzte sich bei jedem Kartenwechsel zurück und eine Story-Quest auf dem Friedhof startete nicht. Viele Steam-Reviews kritisieren außerdem eine hakelige Steuerung, lange Ladezeiten zwischen den Karten und fehlerhafte Übersetzungen. Patch 0.1.1 hat mehrere dieser Fehler behoben und einen Unstuck-Knopf eingeführt. Ruckler bei langen Sessions und Regen, der die Felder nicht zuverlässig gießt, stehen aber noch auf der Liste bekannter Probleme.
Die NFT-Vergangenheit
Ein großer Teil der negativen Steam-Reviews hat mit dem Spiel selbst wenig zu tun. Moonfrost war ursprünglich als Web3-Spiel mit NFTs geplant. Oxalis sammelte dafür 2022 eine Seed-Finanzierung von 4,5 Millionen US-Dollar ein, unter anderem von Supercell, und hat das Konzept im Januar 2026 komplett gestrichen. Viele frühere Unterstützer fühlen sich seitdem im Stich gelassen und machen ihrem Ärger in den Reviews Luft. Im fertigen Spiel gibt es keine NFTs oder Blockchain-Elemente. Ob euch die Vorgeschichte vom Kauf abhält, müsst ihr selbst entscheiden.
Systemanforderungen (PC)
| Minimum | Empfohlen | |
|---|---|---|
| Betriebssystem | Windows 11 | Unbekannt |
| Prozessor | 2 GHz | Unbekannt |
| Grafikkarte | 3 GB Videospeicher | Unbekannt |
| Arbeitsspeicher | 8 GB RAM | Unbekannt |
| Speicherplatz | 2 GB | Unbekannt |


















