Selten hat uns ein Rollenspiel so überrascht wie Clair Obscur: Expedition 33. Ein Debütstudio aus Frankreich, ein ungewöhnliches Kampfsystem und eine Geschichte über den Tod, die uns mehr als einmal einen Kloß im Hals beschert hat. Spätestens nach dem Prolog wussten wir: Hier passiert etwas Besonderes.
In diesem Test




Bewertung und Fazit
Clair Obscur hat mich so erwischt wie lange kein Rollenspiel mehr. Schon nach dem Prolog musste ich den Controller kurz weglegen, und die Geschichte um die Malerin und die Expedition 33 hat mir mehr als einmal einen Kloß im Hals beschert. Dazu kommen Rundenkämpfe, bei denen ich dank Echtzeit-Paraden nie einfach nur Menüpunkte abgehakt habe.
Perfekt ist es nicht: Das Timing bei den Paraden fordert anfangs ganz schön, und hier und da sind mir Ruckler und eine etwas matschige Darstellung durch das Upscaling aufgefallen. Aber bei dieser surrealen Welt und dem Soundtrack von Lorien Testard verzeihe ich das gern. Für mich ist das eines der besten Rollenspiele der letzten Jahre.
Was uns gefallen hat
✅ Emotionale, mutige Geschichte voller Wendungen
✅ Rundenkämpfe mit Echtzeit-Paraden, die süchtig machen
✅ Überragender Soundtrack und surreale Belle-Époque-Welt
Was uns gestört hat
❌ Paraden-Timing anfangs sehr fordernd
❌ Gelegentliche Ruckler
❌ Unschärfe durch das Upscaling
Wertung: 89 %
Wenn die Malerin eine Zahl malt
Jedes Jahr erwacht die Malerin und malt eine Zahl auf ihren Monolithen. Wer dieses Alter hat, löst sich in Luft auf. Dieses Jahr ist es die 33. Ihr begleitet Gustave, Maelle, Lune und die anderen Mitglieder der Expedition 33, die von der Stadt Lumière aufbrechen, um die Malerin endlich aufzuhalten, bevor sie die nächste Zahl malt. Schon der Auftakt ist so stark inszeniert, dass wir den Controller kurz weglegen mussten. Mehr verraten wir nicht, die Story lebt von ihren Wendungen.

Rundenbasiert, aber mit Reflexen
Die Kämpfe laufen klassisch rundenbasiert ab, wie man es von japanischen Rollenspielen kennt. Der Clou: Wenn die Gegner angreifen, weicht ihr in Echtzeit aus, pariert im richtigen Moment oder springt über Attacken hinweg. Gelingt die Parade, kontert ihr direkt. Dazu kommen gezielte Schüsse auf Schwachstellen und für jede Figur eigene Mechaniken, etwa Lunes Elementar-Flecken oder Maelles Kampfhaltungen. Mit Pictos und Luminas baut ihr euch eure Gruppe nach Lust und Laune zusammen. Wir haben selten so viel Spaß an Bosskämpfen gehabt, auch wenn das Timing anfangs ganz schön fordert.
Eine Welt wie ein Gemälde
Die Welt von Clair Obscur ist von der französischen Belle Époque inspiriert, aber völlig verzerrt: schwebende Felsbrocken, Meere, die bergauf fließen, und Wälder voller seltsamer Kreaturen. Zwischen den großen Gebieten bewegt ihr euch über eine Weltkarte, auf der ihr optionale Bosse und versteckte Orte findet. Getragen wird alles vom Soundtrack von Lorien Testard, der für uns zu den besten der letzten Jahre gehört.

Clair Obscur: Expedition 33, ein Debüt aus Montpellier
Entwickelt wurde Clair Obscur von Sandfall Interactive aus Montpellier, einem kleinen Team, für das es das erste große Spiel ist. Veröffentlicht hat es Kepler Interactive. In der englischen Fassung sprechen unter anderem Charlie Cox, Jennifer English, Ben Starr und Andy Serkis. Clair Obscur gibt es für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S, wo es direkt zum Start im Game Pass war. Auf Steam kostet es regulär 49,99 Euro, deutsche Texte sind an Bord, gesprochen wird auf Englisch oder Französisch. Mehr zu den Machern findet ihr in unseren Porträts zu Sandfall Interactive und Kepler Interactive.
Grafik und Technik
Clair Obscur basiert auf der Unreal Engine 5. Laut Steam braucht ihr mindestens einen Intel Core i7-8700K oder Ryzen 5 1600X, 8 GB RAM und eine GTX 1060 mit 6 GB für 1080p mit 30 FPS, empfohlen sind ein i7-12700K, 16 GB RAM und eine RTX 3060 Ti. Eine SSD ist Pflicht, 55 GB solltet ihr freihalten. Im Test lief es meist rund, gelegentliche Ruckler und etwas Unschärfe durch das Upscaling fielen uns aber auf.
Wertungen im Überblick
Grafik: Surreal, detailreich und voller unvergesslicher Bilder. Gameplay: Rundenkämpfe mit Echtzeit-Paraden, die süchtig machen. Story: Emotional, mutig und voller Wendungen. Spieltiefe: Viele Builds, optionale Bosse und Gebiete. Technik: Meist stabil, aber mit kleinen Rucklern und Upscaling-Unschärfe. Sound: Ein überragender Soundtrack und hochkarätige Sprecher.
| Quelle | Wertung | Stand |
|---|---|---|
| Metacritic | 92 von 100 (84 Kritiken) | 18.10.2026 |
| OpenCritic | 92 von 100, 98 % empfehlen | 18.10.2026 |
| Steam-Nutzerreviews | Äußerst positiv (95 % positiv) | 18.10.2026 |
| PlayInsider | 93 % | 18.10.2026 |
Systemanforderungen (PC)
| Minimum | Empfohlen | |
|---|---|---|
| Betriebssystem | Windows 10 | Windows 11 |
| Prozessor | Intel Core i7-8700K / AMD Ryzen 5 1600X | Intel Core i7-12700K / AMD Ryzen 7 5800X |
| Grafikkarte | NVIDIA GeForce GTX 1060 6 GB / AMD Radeon RX 5600 XT 6 GB / Intel Arc A380 6 GB | NVIDIA GeForce RTX 3060 Ti 8 GB / AMD Radeon RX 6800 XT 16 GB |
| Arbeitsspeicher | 8 GB RAM | 16 GB RAM |
| Speicherplatz | 55 GB | 55 GB |


















