Seit dem ersten Trailer auf der E3 2021 habe ich auf REPLACED gewartet. Kaum ein Indie-Spiel hat mich mit ein paar Sekunden Material so sehr gepackt: Neonlicht, Regen, Pixel-Art und eine Stimmung wie aus einem alten Science-Fiction-Film. Danach kamen Verschiebung um Verschiebung, und ich hatte schon fast Angst, dass das Spiel meine Erwartungen gar nicht mehr erfüllen kann. Jetzt habe ich Phoenix-City endlich selbst betreten. Ob sich das lange Warten gelohnt hat, lest ihr in meinem Test.

Bewertung und Fazit

Klick auf einen Kreis, um die Begründung zu sehen.

REPLACED hat mich vom ersten Moment an verzaubert. Ich habe ständig Screenshots gemacht, weil Phoenix-City in seiner Mischung aus Pixel-Art, Licht und Tiefenschärfe einfach unverschämt gut aussieht. Noch mehr hat mich aber die Geschichte von R.E.A.C.H. erwischt: eine KI, die gegen ihren Willen in einem menschlichen Körper steckt und Stück für Stück herausfindet, was Menschsein eigentlich bedeutet. Der düstere Synth-Soundtrack hat das Ganze perfekt abgerundet.

Ganz rund läuft es spielerisch aber nicht. Die Kämpfe machen Spaß, wiederholen sich aber, und vor allem in hektischen Szenen habe ich manchmal Gegner oder Plattformen schlicht übersehen. Gegen Ende fehlt es ein wenig an Feinschliff. Mit rund acht bis zwölf Stunden ist das Abenteuer zudem recht kompakt. Für Fans von cineastischen Plattformern und Cyberpunk-Geschichten ist REPLACED trotzdem eine klare Empfehlung, gerade weil es im Game Pass steckt.

Was uns gefallen hat

✅ Atemberaubende 2,5D-Pixel-Art

✅ Packende Geschichte über KI und Menschlichkeit

✅ Starker, düsterer Synth-Soundtrack

Was uns gestört hat

❌ Kämpfe wiederholen sich auf Dauer

❌ Plattformen und Gegner teils schwer erkennbar

❌ Fehlender Feinschliff im letzten Drittel

Wertung: 76 %

Eine KI im falschen Körper

REPLACED spielt in einem alternativen Amerika der 1980er Jahre, das von einer atomaren Katastrophe gezeichnet ist. Wir spielen R.E.A.C.H., eine künstliche Intelligenz der mächtigen Phoenix Corporation, die plötzlich im Körper eines Menschen gefangen ist. In Phoenix-City werden Körperteile wie Ware gehandelt, und mit jeder Transplantation geht ein Stück Menschlichkeit verloren.

Die Geschichte von Sad Cat Studios lebt von ihren moralisch zwiespältigen Figuren und einigen überraschenden Wendungen. R.E.A.C.H. entwickelt sich im Laufe des Spiels auf eine Art, die gleichzeitig beunruhigend und berührend ist. Gerade jetzt, wo künstliche Intelligenz ständig in den Schlagzeilen ist, trifft das Thema einen Nerv. Manchmal gibt es allerdings ein bisschen viel Text, das merken auch Tests wie IGN Deutschland an.

REPLACED – R.E.A.C.H. steht in einer düsteren, verwinkelten Gasse
Phoenix-City ist dreckig, eng und voller Geschichten.

Parkour und Prügeleien

Spielerisch ist REPLACED ein cineastischer Plattformer im Stil von Flashback oder Another World, kombiniert mit einem Free-Flow-Kampfsystem, das an die Batman-Arkham-Reihe erinnert. Wir springen über Dächer, rutschen Schrägen hinunter, verstecken uns vor Drohnen und prügeln uns mit Kontern und Kombos durch Gegnergruppen. In den besten Momenten fühlt sich das an wie in einem Actionfilm, auch weil die Kamera immer wieder filmreife Perspektiven wählt.

Leider ist das Kampfsystem auf Dauer nicht abwechslungsreich genug. Dazu kommt ein Problem, das viele Tests nennen: In dunklen oder hektischen Szenen sind Plattformen, Gegner und Hinweise manchmal schwer zu erkennen. Destructoid kritisiert genau das, und auch mich hat es ein paar unnötige Tode gekostet.

REPLACED – Kampf gegen mehrere Gegner in einer Industriehalle
Die Kämpfe setzen auf Konter und flüssige Kombos.
Der offizielle Launch-Trailer zu REPLACED vom YouTube-Kanal des Publishers Thunderful.

Phoenix-City und Nebenaufgaben

Zwischen den Story-Missionen dürfen wir durch die Viertel von Phoenix-City streifen. Dort warten Nebenaufgaben, Minispiele und Sammelobjekte, die nach und nach mehr über die Welt und die Phoenix Corporation verraten. Diese ruhigen Momente lockern die ernste Geschichte angenehm auf und sorgen für ein paar humorvolle Szenen.

Lange dauert das Abenteuer nicht: Die Hauptgeschichte schafft ihr in etwa acht Stunden, mit allen Extras seid ihr nach den Angaben der Entwickler rund elf bis zwölf Stunden beschäftigt. Mir war das ehrlich gesagt ganz recht, denn so bleibt REPLACED von vorne bis hinten dicht erzählt.

REPLACED – Nächtliche Straße mit Neonschildern, Autos und Menschenmenge
In den belebten Vierteln wirkt die Pixel-Stadt fast lebendig.

Grafik und Technik

Optisch ist REPLACED eine Wucht. Die handgemachte Pixel-Art wird mit modernen Licht-, Tiefenschärfe- und Kinoeffekten kombiniert, sodass jede Szene wie ein Gemälde aussieht. Der synthlastige Soundtrack passt perfekt zur düsteren Cyberpunk-Stimmung. Deutsche Texte sind vorhanden.

REPLACED ist am 14. April 2026 für PC und Xbox Series X|S erschienen und war vom ersten Tag an im Game Pass enthalten. Veröffentlicht hat es Thunderful. Am PC sind die Anforderungen niedrig, laut Thunderful ist das Spiel außerdem für das Steam Deck verifiziert. Einige Tests bemängeln kleinere technische Unsauberkeiten im späteren Spielverlauf. Mehr über das Studio lest ihr in unserem Porträt zu Sad Cat Studios und auf der offiziellen Website von Sad Cat Studios.

Wertungen im Überblick

QuelleWertungStand
Metacritic (PC)76 von 100 (62 Kritiken)19.10.2026
Metacritic Nutzer7,3 von 1019.10.2026
Steam-NutzerreviewsSehr positiv (85 % positiv)19.10.2026
PlayInsider79 %19.10.2026

Systemanforderungen (PC)

MinimumEmpfohlen
BetriebssystemWindows 10 64-bitUnbekannt
ProzessorIntel® Core™ i5-8400 ProcessorUnbekannt
GrafikkarteGeForce GTX 1060 (6GB) or equivalentUnbekannt
Arbeitsspeicher16 GB RAMUnbekannt
Speicherplatz8 GBUnbekannt
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