Manchmal reicht ein einziger Screenshot, und man will sofort losspielen. Genau so ging es uns mit MIO: Memories in Orbit. Das französische Studio Douze Dixièmes schickt uns als kleinen Androiden durch eine riesige, überwucherte Raumschiff-Arche, die aussieht, als hätte jemand ein Aquarell zum Leben erweckt. Dahinter steckt ein forderndes Metroidvania, das uns oft begeistert und manchmal auch ganz schön geärgert hat.
In diesem Test




Bewertung und Fazit
MIO hat mich vom ersten Moment an mit seiner Optik eingefangen. Ich bin oft einfach stehen geblieben, um mir die Hintergründe anzuschauen, und das passiert mir bei Metroidvanias wirklich selten. Wenn die Steuerung sitzt und ich mich in einem Rutsch durch einen schwierigen Abschnitt geschwungen habe, fühlte sich das richtig gut an.
Gleichzeitig hat mich das Spiel stellenweise ganz schön gefordert, manchmal mehr, als mir lieb war. Einige Passagen zogen sich, und die Geschichte hat mich emotional nicht so erreicht, wie ich gehofft hatte. Wer Hollow Knight mag und eine Herausforderung sucht, findet in MIO trotzdem ein wunderschönes Abenteuer mit viel Herz.
Was uns gefallen hat
✅ Handgemalt wirkende Optik
✅ Butterweiche Steuerung und tolle Kletterpassagen
✅ Große, verschachtelte Welt voller Geheimnisse
Was uns gestört hat
❌ Einige Plattform- und Bossabschnitte sind sehr frustrierend
❌ Geschichte bleibt emotional etwas blass
❌ Manche Gebiete wirken leer, wenig Gegnervielfalt
Wertung: 78 %
Allein auf einer vergessenen Arche
Ihr erwacht als MIO, ein kleiner, wendiger Androide, im Inneren des sogenannten Gefäßes. Diese gigantische Arche treibt durchs All, ihre Erbauer sind verschwunden, und die Maschinen an Bord sind längst außer Kontrolle geraten. Was hier passiert ist, setzt ihr Stück für Stück aus Erinnerungsfragmenten und Begegnungen mit den wenigen verbliebenen Bewohnern zusammen.
Die Geschichte wird eher leise erzählt, vieles bleibt eurer Fantasie überlassen. Das passt gut zur melancholischen Stimmung, sorgt aber auch dafür, dass uns die Handlung nicht ganz so mitgerissen hat wie die Welt selbst. Wer gerne Hinweise sammelt und sich eigene Theorien zusammenbastelt, kommt hier trotzdem voll auf seine Kosten.

Schnell, präzise und gnadenlos
Spielerisch ist MIO ein klassisches Metroidvania mit deutlichem Hollow-Knight-Einfluss. Ihr springt, klettert und schwingt euch durch verschachtelte Bereiche, schaltet neue Fähigkeiten frei und erreicht damit Orte, die vorher unerreichbar waren. Die Steuerung ist butterweich, und gerade die Kletter- und Schwungpassagen fühlen sich richtig gut an.
Die Kämpfe sind schnell und fordernd. Gegner und Bosse haben klare Angriffsmuster, die ihr lernen müsst, und Fehler werden schnell bestraft. Einige Plattformpassagen gegen Ende sind uns aber zu bockschwer geraten, und das Zurücklaufen nach einem Tod kann zäh werden. Positiv: Über Hilfsoptionen lässt sich der Schwierigkeitsgrad etwas entschärfen.
Erkunden und Aufrüsten
Das Gefäß ist riesig und nicht linear aufgebaut. Ihr entscheidet oft selbst, welchen Weg ihr als Nächstes nehmt, und stolpert dabei über versteckte Räume, Upgrades und Module, mit denen ihr MIO an euren Spielstil anpasst. Gerade das freie Erkunden macht einen großen Teil des Reizes aus.
Für die Hauptgeschichte braucht ihr rund 15 Stunden, wer alle Geheimnisse sucht und das wahre Ende sehen will, ist eher 25 Stunden und mehr beschäftigt. Etwas schade: In der Mitte des Spiels fühlen sich einige Gebiete etwas leer an, und die Gegnervielfalt hätte ruhig größer sein dürfen.
MIO: Memories in Orbit kommt aus Frankreich
Hinter MIO steckt Douze Dixièmes, ein kleines Studio aus dem Großraum Paris, das 2017 von einer Gruppe befreundeter Quereinsteiger gegründet wurde. Bekannt wurde das Team mit dem stimmungsvollen Puzzlespiel Shady Part of Me. Für MIO hat es sogar eine eigene Engine gebaut. Veröffentlicht wurde das Spiel von Focus Entertainment, zu dessen Mutterkonzern Pullup Entertainment das Studio seit 2021 gehört. Mehr zu den Machern findet ihr in unseren Porträts zu Douze Dixièmes und Publisher Focus Entertainment.
MIO ist am 20. Januar 2026 für PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch und Nintendo Switch 2 erschienen. Auf Steam kostet es regulär 19,99 Euro. Deutsche Texte und sogar eine deutsche Sprachausgabe sind mit an Bord.

Grafik und Technik
Optisch ist MIO eine Wucht. Die handgemalt wirkenden Hintergründe, die weichen Farbverläufe und das ungewöhnliche Licht machen fast jeden Bildschirm zu einem kleinen Kunstwerk. Gleichzeitig ist das Spiel genügsam: Laut Steam reichen eine GeForce GTX 1050 Ti oder Radeon RX 460, 8 GB RAM und ein Ryzen 3 1200 für 60 Bilder pro Sekunde in Full HD auf niedrigen Details.
Ganz ohne Kritik ist die Technik nicht: Manche Plattformen und Gefahren heben sich in den detailreichen Hintergründen nicht immer klar genug ab, was in hektischen Momenten zu Fehlsprüngen führen kann. Der Soundtrack ist dafür wunderschön, ruhig und verträumt, mit genau den richtigen Momenten für Gänsehaut.
Wertungen im Überblick
| Quelle | Wertung | Stand |
|---|---|---|
| Metacritic | 83 von 100 (53 Kritiken) | 19.10.2026 |
| OpenCritic | 83 von 100, 83 % empfehlen | 19.10.2026 |
| Steam-Nutzerreviews | Sehr positiv (83 % positiv) | 19.10.2026 |
| PlayInsider | 78 % | 19.10.2026 |
Systemanforderungen (PC)
| Minimum | Empfohlen | |
|---|---|---|
| Betriebssystem | Windows 10/11 64-bit | Windows 10/11 64-bit |
| Prozessor | AMD Ryzen 3 1200 / Intel Core i3-6100 | AMD Ryzen 3 1300X / Intel Core i3-8100 |
| Grafikkarte | AMD Radeon RX 460 / Nvidia GeForce GTX 1050 Ti | AMD Radeon RX 570 / Nvidia GeForce GTX 1650 |
| Arbeitsspeicher | 8 GB RAM | 8 GB RAM |
| Speicherplatz | 4 GB | 4 GB |


















