Ich gebe es zu: Als ich hörte, dass Edmund McMillen nach The Binding of Isaac ein Spiel über Katzenzucht macht, dachte ich an einen schrägen Witz. Nach den ersten Abenden mit Mewgenics war mir klar, dass hier eines der tiefsten Roguelites der letzten Jahre steckt. Seit dem 10. Februar 2026 ist das Spiel für den PC erhältlich, und ich komme seitdem kaum davon los.

Fazit

Klick auf einen Kreis, um die Begründung zu sehen.

Ich hatte selten ein Spiel, bei dem ich so oft „nur noch einen Tag“ gesagt habe. Die Mischung aus Katzenzucht und Taktikkämpfen hat mich komplett gepackt, und jedes Mal, wenn eine meiner liebsten Katzen mit einer neuen Mutation nach Hause kam, habe ich mich wie ein kleines Kind gefreut. Der schwarze Humor von Edmund McMillen ist natürlich nichts für jeden, aber ich habe oft laut gelacht.

Ganz ohne Kritik geht es aber nicht. Manche Kämpfe ziehen sich, der Zufall kann frustrieren, und der eigenwillige Stil wird nicht jedem gefallen. Wer aber Roguelites und Taktik mag, bekommt hier für knapp 30 Euro mehr Inhalt als in so manchem Vollpreisspiel. Für mich ist Mewgenics eines der besten Indie-Spiele des Jahres.

Was uns gefallen hat

✅ Geniale Verbindung aus Katzenzucht und Taktikkämpfen

✅ Riesiger Umfang mit über 1.000 Fähigkeiten und 900 Gegenständen

✅ Herrlich schräger Humor und viel Liebe zum Detail

Was uns gestört hat

❌ Normale Kämpfe ziehen sich auf Dauer

❌ Zufall kann gut geplante Runs ruinieren

❌ Eigenwilliger Grafikstil ist Geschmackssache

Wertung: 82 %

Katzen züchten und Stammbäume

Das Herzstück von Mewgenics ist euer Haus in Boon County. Dort leben eure Katzen, und jeden Tag stellt ihr aus ihnen ein Team für das nächste Abenteuer zusammen. Wer zurückkommt, bringt Narben, Erfahrung und manchmal auch Mutationen mit, die sich später weitervererben. Über Generationen hinweg züchtet ihr so immer stärkere, aber auch immer absurdere Katzen, mal mit zwei Köpfen, mal mit seltsamen Eigenschaften.

Das klingt zunächst nach einer netten Spielerei, entwickelt sich aber schnell zu einem eigenen Strategiespiel. Wir haben uns oft dabei ertappt, wie wir Stammbäume geplant und überlegt haben, welche Eigenschaften wir behalten wollen. Gleichzeitig müsst ihr euch ständig von Katzen trennen, um Platz zu schaffen oder euer Haus mit Hilfe von NPCs aufzuwerten. Das tut manchmal richtig weh, gehört aber genau zum Reiz.

Rundenbasierte Taktikkämpfe

Draußen wird rundenbasiert gekämpft. Ihr rüstet eure Katzen mit Halsbändern aus, die ihnen eine Klasse geben, etwa Krieger, Tank oder Magier. Über 1.000 Fähigkeiten, rund 75 pro Klasse, und mehr als 900 Gegenstände sorgen dafür, dass sich kaum ein Durchlauf gleich anfühlt. Positionierung ist dabei entscheidend, und auch die Umgebung lässt sich nutzen, um Gegner in Fallen zu locken oder Kombos auszulösen.

Die Kämpfe sind fordernd, aber fair. Gerade die Bosse verlangen, dass ihr euer Team vorher sinnvoll zusammenstellt. Wer mag, experimentiert einfach drauflos, wer gern optimiert, findet hier unendlich viele Stellschrauben. Einziger Kritikpunkt: Manche Kämpfe gegen normale Gegner ziehen sich auf Dauer etwas, und der Zufall kann einen gut geplanten Run auch mal unschön beenden.

Mewgenics – Kampf auf dem Schachbrett-Feld
Auf dem Kampffeld zählt jede Kachel, die Umgebung lässt sich aktiv nutzen.

Umfang und Langzeitmotivation

Die Entwickler versprechen über 200 Stunden für die Hauptkampagne, und nach allem, was wir gesehen haben, ist das nicht übertrieben. Mehr als zehn Klassen, über 200 Gegner und Bosse und unzählige Ereignisse zwischen den Kämpfen sorgen für enorme Abwechslung. Neue Mechaniken schaltet das Spiel nach und nach frei, sodass ihr nicht gleich in den ersten Stunden erschlagen werdet.

Bei den Spielern kommt das hervorragend an: Mewgenics hat sich in kurzer Zeit über eine Million Mal verkauft, auf Steam sind rund 90 Prozent der Reviews positiv. Mit offizieller Mod-Unterstützung und einem ersten DLC haben die Entwickler außerdem schon Nachschub angekündigt. Mehr über das Duo erfahrt ihr auf unserer Seite zu Edmund McMillen & Tyler Glaiel.

Grafik, Sound und Technik

Optisch bleibt sich McMillen treu: handgezeichnete Figuren, viel Schwarz-Weiß mit gezielten Farbtupfern und jede Menge ekliger, aber liebevoller Details. Das ist sicher Geschmackssache, passt aber perfekt zum schwarzen Humor des Spiels. Der Soundtrack ist stimmig, eine Sprachausgabe gibt es nicht, dafür deutsche Texte.

Technisch läuft Mewgenics auch auf schwächeren Rechnern problemlos, eine volle Controller-Unterstützung ist an Bord, ebenso viele Optionen zur Barrierefreiheit wie anpassbare Textgröße und Farbalternativen. Erschienen ist das Spiel bislang nur für den PC über Steam.

Systemanforderungen (PC)

MinimumEmpfohlen
BetriebssystemWindows 10 64-bitUnbekannt
Prozessor4 Kerne, 2014 oder neuerUnbekannt
Grafikkarte2 GB VRAM, OpenGL 4.4 oder besserUnbekannt
Arbeitsspeicher8 GB RAMUnbekannt
Speicherplatz6 GBUnbekannt
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