Ich bin in Ghostrunner in der ersten Stunde ungefähr hundertmal gestorben, und trotzdem wollte ich nicht aufhören. Ein Treffer und ich bin tot, ein Tastendruck und ich stehe sofort wieder am letzten Kontrollpunkt. Dazwischen laufe ich an Wänden entlang, verlangsame die Zeit und zerteile Gegner mit meinem Katana, bevor sie überhaupt merken, was passiert. Warum das Spiel mich manchmal trotzdem zur Weißglut gebracht hat, erzähle ich euch in meinem Test.

Bewertung und Fazit

Klick auf einen Kreis, um die Begründung zu sehen.

Ghostrunner ist für mich einer der spannendsten Action-Titel der letzten Jahre. Das Zusammenspiel aus Wandlauf, Katana und sofortigem Neustart erzeugt einen Flow, den ich so nur selten erlebt habe. Dazu kommen eine stimmungsvolle Neon-Kulisse und ein großartiger Synthwave-Soundtrack.

Allerdings ist das Spiel nicht für jeden. Der hohe Schwierigkeitsgrad, gelegentlich ungenaue Steuerung und unfaire Abschnitte können frustrieren, und die Geschichte bleibt Nebensache. Wer sich darauf einlässt, bekommt aber ein kurzes, intensives Erlebnis.

Was uns gefallen hat

✅ Rasanter Flow aus Parkour und Schwertkampf

✅ Sofortiger Neustart macht schwere Abschnitte fair

✅ Großartiger Synthwave-Soundtrack von Daniel Deluxe

Was uns gestört hat

❌ Einige unfaire Passagen und ungenaue Physik

❌ Geschichte bleibt blass

❌ Kurze Kampagne mit wenig Abwechslung

Wertung: 77 %

Worum geht es in Ghostrunner?

Ghostrunner spielt in der Dharma Tower, einem riesigen Turm, in dem nach einer Katastrophe die letzten Menschen leben. Ganz oben herrscht die skrupellose Keymaster, unten kämpfen die Bewohner ums Überleben. Ich spiele Jack, einen kybernetischen Krieger, der zu Beginn des Spiels wiedererweckt wird. Eine mysteriöse Stimme namens Architekt führt mich durch den Turm und will, dass ich die Herrscherin stürze.

Die Geschichte ist solide, aber kein Highlight. Sie wird vor allem über Funkgespräche erzählt, während ich durch die Level renne, und hat ein paar nette Wendungen. Wirklich mitgerissen hat sie mich nicht, sie ist eher ein Rahmen für das, was Ghostrunner wirklich ausmacht: das Gameplay.

Ghostrunner: Industriehalle mit Rohren, Lüftungsschächten und einer leuchtenden Figur
Jeder Abschnitt ist ein kleines Rätsel.

Gameplay: Wandlauf, Katana und sofortiger Tod

Ghostrunner ist ein Ego-Parkour-Spiel mit Schwertkampf. Ich laufe an Wänden entlang, schwinge mich mit einem Greifhaken über Abgründe, rutsche unter Hindernissen hindurch und weiche Kugeln mit einem kurzen Sprint in der Luft aus. Mit dem Sensorschub verlangsame ich kurz die Zeit, um mich in der Luft neu auszurichten. Jeder Gegner stirbt mit einem einzigen Schwertstreich, aber ich auch. Ein Treffer reicht, und ich starte am letzten Kontrollpunkt neu.

Das klingt frustrierend, ist es aber erstaunlich selten, weil der Neustart sofort passiert. Jeder Abschnitt wird so zu einem kleinen Rätsel, das ich nach und nach durchschaue, bis ich ihn in einem Rutsch schaffe. Dieses Gefühl ist großartig. Nicht so gut gefallen haben mir einige Abschnitte, in denen die Steuerung ungenau wirkt, die Physik mich unfair sterben lässt oder Gegner mich aus dem Nichts treffen. Für Einsteiger gibt es inzwischen einen Assistenzmodus mit einem Extraleben.

Ghostrunner: Blick über einen Zaun auf eine nächtliche Cyberpunk-Stadt
Die Ausblicke über den Turm sind atemberaubend.

Umfang, Modi und Upgrades

Die Kampagne hat mich rund acht bis zehn Stunden beschäftigt, wobei das stark davon abhängt, wie oft man stirbt. Zwischendurch gibt es kurze Abschnitte im Cyberspace, in denen ich neue Fähigkeiten freischalte, etwa einen Wurfstern oder eine Druckwelle. Über ein Raster, das an Tetris erinnert, kann ich außerdem Upgrades kombinieren, die mir zum Beispiel einen schnelleren Sensorschub geben.

Nach dem Abspann warten ein schwerer Hardcore-Modus, der Kill Run-Modus für Speedrunner und Sammelobjekte in jedem Level. Mit dem DLC Project_Hel gibt es außerdem eine kurze Zusatzkampagne mit einer neuen Figur. Für einen zweiten Durchgang fehlt mir aber etwas die Abwechslung, denn die Level lassen sich im Grunde nur auf eine Weise lösen.

Technik und Sound

Technisch macht Ghostrunner einen sehr guten Eindruck. Die Neon-Kulisse der Dharma Tower sieht stimmungsvoll aus, das Spiel läuft auf dem PC sehr flüssig und unterstützt Raytracing sowie DLSS. Für die Mindestanforderungen reichen eine GTX 1050 oder RX 550 und 8 GB RAM, empfohlen wird eine GTX 970. Das ist für ein Spiel aus dem Jahr 2020 angenehm genügsam.

Der Soundtrack von Daniel Deluxe ist für mich einer der Hauptgründe, warum ich immer weitergespielt habe. Die treibenden Synthwave-Beats passen perfekt zum Tempo und werden beim Sterben und Neustarten nie nervig. Ghostrunner erschien am 27. Oktober 2020 für PC, PS4 und Xbox One, später folgten Versionen für Switch, PS5 und Xbox Series X|S. Entwickelt hat es One More Level aus Krakau zusammen mit 3D Realms und Slipgate Ironworks, veröffentlicht wurde es von All in! Games und 505 Games. Mehr Infos gibt es auf der offiziellen Website zu Ghostrunner.

Trailer

Ghostrunner – Offizieller Gameplay-Trailer

Systemanforderungen

MinimumEmpfohlen
BetriebssystemWindows 7, 8.1, 10 x64Windows 7, 8.1, 10 x64
ProzessorIntel Core i5-2500K (4 * 3300) AMD Phenom II X4 965 (4 * 3400) or equivalentIntel Core i7-6700K (4 * 4000) or AMD Ryzen 5 1500X (4 * 3500) or equivalent
Arbeitsspeicher8 GB RAM8 GB RAM
GrafikGeForce GTX 1050 (2048 MB) / Radeon RX 550 (4096 MB)GeForce GTX 970 (4096 MB) or Radeon RX 5700 (8192 MB)
Speicherplatz22 GB verfügbarer Speicherplatz22 GB verfügbarer Speicherplatz
Zusätzliche Anmerkungen60FPS, Low settings, 720p)(60FPS, High settings, 1080p)

Wertungen im Überblick

QuelleWertungStand
Steam-Nutzerreviews91 % (Sehr positiv)19.10.2026
PlayInsider77 %19.10.2026
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