Gears of War: E-Day im Test: Zurück zum Emergence Day, an dem alles begann
Gears of War: E-Day ist am 6. Oktober 2026 für PC (Steam und Microsoft Store) und Xbox Series X|S erschienen und von Tag eins an im Game Pass Ultimate und PC Game Pass enthalten. Entwickelt hat es The Coalition aus Vancouver, veröffentlicht wird es von Xbox Game Studios. Auf Steam kostet die Standard Edition 69,99 €. Wir springen 14 Jahre vor das erste Gears of War zurück und erleben mit den jungen Soldaten Marcus Fenix und Dominic Santiago, wie die Locust-Horde zum ersten Mal aus dem Untergrund des Planeten Sera hervorbricht. Ob der Neustart in der Unreal Engine 5 gelingt und wo es noch hakt, zeigen wir euch in unserer ausführlichen Bewertung.
Worum geht es in Gears of War: E-Day?
Der „Emergence Day“ ist in der Gears-Reihe seit jeher der Ursprung von allem: der Tag, an dem die Locust aus der Tiefe auftauchen und die Menschheit an den Rand der Auslöschung bringen. In den bisherigen Teilen war dieser Tag immer nur Vorgeschichte, mit Gears of War: E-Day erleben wir ihn erstmals selbst. Die Kampagne wirft uns mitten ins Chaos der Stadt Kalona, in der plötzlich Monster aus dem Boden brechen und Zivilisten wie Soldaten gleichermaßen überrennen. Als Teil von Bravo Squad stemmen wir uns gegen eine Bedrohung, die niemand versteht und die sich unter den eigenen Füßen durch die Straßen gräbt.
Marcus Fenix und Dominic Santiago sind hier noch keine abgebrühten Veteranen, sondern junge Gears, die in den ersten Stunden der Invasion ums Überleben kämpfen. Die Kampagne lässt sich allein spielen, auf der Xbox im Splitscreen zu zweit oder online mit bis zu vier Spielern im Koop. Wer die Reihe kennt, entdeckt viele Anspielungen auf spätere Ereignisse. Neueinsteiger finden hier dagegen einen sauberen Startpunkt, denn Vorwissen braucht man für E-Day nicht.
Düsterer Ton und echter Horror
The Coalition schlägt mit Gears of War: E-Day einen spürbar düstereren und raueren Ton an als in Gears 5. Die Welt soll geerdeter und glaubwürdiger wirken, und das gelingt: Zerstörte Straßenzüge, brennende Brücken und verlassene Polizeiwagen erzählen viel über den Zusammenbruch einer Stadt. Bekannte Feinde wurden überarbeitet und wirken wieder bedrohlich, dazu kommen neue Kreaturen und Schurken. Die Locust sind hier keine Kanonenfutter-Gegner, sondern eine unbekannte Gefahr, die Furcht verbreitet. Damit knüpft E-Day bewusst an das Horror-Gefühl des ersten Teils von 2006 an.
Vertrautes Deckungsshooting, mehr Bewegungsfreiheit
Das typische Gears-Gefühl aus Deckung, Rushes und brachialem Nahkampf ist geblieben. Neu sind Springen, Klettern, Rutschen und Flankieren, die mehr Freiheit und Vertikalität in die Gefechte bringen. Wir sind nicht mehr nur hinter der nächsten Mauer festgenagelt, sondern können Positionen schneller wechseln und Gegner von oben oder von der Seite unter Druck setzen. Bekannte Waffen kehren überarbeitet zurück, dazu kommen neue Waffen, die speziell für brutale Nahkämpfe gemacht sind.
Beim Schießgefühl sind sich Kritiker und Steam-Community weitgehend einig: So gut hat sich Gears noch nie gespielt. Die modernisierte Steuerung fühlt sich flüssiger an, ohne das typische Gewicht der Figuren zu verlieren. Auf dem PC lassen sich Maus und Tastatur ebenso frei belegen wie der Controller, auch DualSense-Controller werden unterstützt.
Horde Siege: Der Koop-Modus von Gears of War: E-Day
Horde Siege ist die Weiterentwicklung des legendären Horde-Modus, also des Wellen-Survival im Koop. Die Mechaniken sind auf größere Karten, mehr Spieler und epischere Schlachten ausgelegt. Wir wählen eine von vier Klassen (Sturm, Scharfschütze, Sanitäter oder Brecher) und stürzen uns als vierköpfige Truppe in den Kampf gegen die Locust. Mehrere Trupps können sich zusammentun, um gemeinsame Ziele zu erreichen und Weltbosse zu besiegen. Wer überlebt, sammelt Belohnungen, schaltet Anpassungen frei und verbessert seine Ausrüstung für das nächste Match. In den positiven Steam-Reviews wird der Modus besonders häufig gelobt.
Versus: PvP mit Rangliste
Im Versus-Modus kämpfen wir auf brandneuen Karten und in überarbeiteten 4v4-Modi, die bei Fans beliebt sind. Wer es ernst meint, steigt in gewerteten Spielen in der Rangliste auf. Für entspanntere Runden gibt es Social-Playlists. Kompetitiver Multiplayer ist plattformübergreifend für bis zu acht Spieler möglich, Einladungen lassen sich über ein optional verknüpftes Konto auch plattformübergreifend verschicken. Kritik aus der Community gibt es trotzdem: Eigene Lobbys und das beliebte Meatshield fehlen zum Start.
Technik und PC-Features
Gears of War: E-Day wurde von Grund auf in der Unreal Engine 5 entwickelt. Laut Hersteller sind in Kampagne und Multiplayer 4K und bis zu 60 FPS drin, auf dem PC mit leistungsstarker Hardware auch unbegrenzte Bildraten. Hardware-Raytracing sorgt für Beleuchtung, Spiegelungen und Schatten, dazu kommt HDR10. PC-Spieler bekommen NVIDIA DLSS 4.5, AMD FSR „Redstone“, optionale Frame Generation und Multi Frame Generation, Variable Rate Shading und einen eingebauten Benchmark. Ultrawide in 21:9 und 32:9 wird in Gameplay und Menüs unterstützt, außerdem Randlos-, Exklusiv- und Fenstermodus.
Die Kehrseite: Ohne Raytracing-fähige Grafikkarte startet das Spiel gar nicht, eine SSD ist Pflicht, und NVIDIA-Nutzer brauchen mindestens den Treiber 610.74. Laut The Coalition können Festplatten Ruckler und Abstürze verursachen. Für Handhelds wie Steam Deck, Xbox Ally X und Xbox Ally hat das Studio das Spiel nach eigener Aussage optimiert, über Game Pass Ultimate und GeForce NOW läuft es außerdem in der Cloud.
Editionen und Early Access
Neben der Standard Edition gibt es eine Premium Edition. Sie enthält zusätzlich das Bravo Squad Signature Weapon Pack, fünf saisonale Anpassungspakete und 1.000 Iron, die Premium-Währung im Spiel. Mit der Premium Edition (oder dem Premium-Upgrade zum Game Pass) ging es schon am 1. Oktober 2026 im Early Access los. Dank Xbox Play Anywhere gilt ein Kauf über den Microsoft Store für Xbox und PC, inklusive gemeinsamem Fortschritt und Erfolgen. Käufe im Spiel gibt es ebenfalls.
Die Gears-Reihe: Von Epic Games zu The Coalition
Die Reihe startete 2006 mit Gears of War von Epic Games auf der Xbox 360 und prägte mit ihrem Deckungssystem ein ganzes Genre. 2014 kaufte Microsoft die Rechte an der Marke, seitdem ist The Coalition für die Serie zuständig. Das Studio brachte 2015 die Gears of War: Ultimate Edition heraus, ein Remaster des ersten Teils, danach folgten Gears of War 4 (2016) und Gears 5 (2019). Mit dem Strategie-Ableger Gears Tactics (2020) und Gears of War: Reloaded (2025) wurde die Reihe zusätzlich ausgebaut. Gears of War: E-Day ist nun der erste Hauptteil seit Gears 5 und gleichzeitig ein Prequel, das zeitlich vor allen bisherigen Spielen der Hauptreihe angesiedelt ist. Gerade das macht E-Day zu einem guten Einstieg für alle, die die Reihe bisher verpasst haben.
Unsere Bewertung im Detail
Grafik (88/100): Gears of War: E-Day nutzt die Unreal Engine 5 mit Hardware-Raytracing für Beleuchtung, Spiegelungen und Schatten, dazu HDR10 und 4K. Die brennenden Straßen von Kalona sehen düster und detailreich aus. Abzüge gibt es, weil das Spiel zwingend eine Raytracing-fähige Grafikkarte verlangt.
Gameplay (84/100): Das Deckungsshooting ist präzise und wuchtig, und die neuen Bewegungsoptionen machen Gefechte dynamischer, ohne das Gears-Gefühl zu verwässern. Etwas Abwechslung fehlt der Kampagne, weil sich manche Set-Pieces wiederholen.
Story (68/100): Den Ausbruch der Locust aus Sicht des jungen Marcus und Dom zu erleben, ist ein starker Aufhänger. Die Erzählung setzt aber stark auf Actionfilm-Klischees, und ein Teil der Fans kritisiert auf Steam, dass das Marketing bei den bekannten Figuren falsche Erwartungen geweckt hat.
Spieltiefe (80/100): Kampagne im Koop, Horde Siege mit Klassen, Weltbossen und Ausrüstungsfortschritt sowie Versus mit Rangliste bieten viel Stoff für lange Zeit. Abzüge gibt es für fehlende Custom-Lobbys und Features, die Fans aus älteren Teilen kennen.
Technik (62/100): Die PC-Version ist mit DLSS 4.5, FSR „Redstone“, Ultrawide, freier Tastenbelegung und Benchmark vorbildlich ausgestattet. Trotzdem sind Abstürze die häufigste Klage in den negativen Steam-Reviews, gefolgt von Rucklern und Framerate-Einbrüchen. Einen Patch auf Steam hatte The Coalition bis zum 9. Oktober noch nicht veröffentlicht.
Sound (82/100): E-Day hat eine vollständige deutsche Sprachausgabe. Waffen und Locust klingen schön brachial, und Metallicas „For Whom the Bell Tolls“ im Launch-Trailer zeigt, wohin die Reise geht.
Für wen lohnt sich Gears of War: E-Day?
Wer Deckungsshooter mag und sich auf ein Koop-Erlebnis mit Freunden freut, bekommt mit Gears of War: E-Day eines der stärksten Pakete der Reihe. Vor allem Horde Siege dürfte viele Abende füllen. Game-Pass-Abonnenten können ohne Risiko reinschauen. Wer auf älterer PC-Hardware spielt, sollte dagegen besser auf einen Stabilitätspatch warten. Wer eine erzählerisch neue, eng geschnittene Kampagne erwartet, wird von der klischeehaften Story eher enttäuscht.
Weitere Tests zu aktuellen Shootern und AAA-Spielen findet ihr in unserer Spieleübersicht auf PlayInsider.
Fazit: Auf Steam sind rund 75 % der Nutzerbewertungen positiv („Größtenteils positiv“). Wir können das nachvollziehen: Gears of War: E-Day liefert das beste Gunplay der Reihe, einen starken Horde-Modus und eine beeindruckende Optik. Bremsen lassen wir uns von Abstürzen auf dem PC und einer eher klischeehaften Story. Wir bewerten das Spiel mit 78 von 100 Punkten.
Release, Preis und Systemanforderungen von Gears of War: E-Day
Gears of War: E-Day ist seit dem 6. Oktober 2026 für PC und Xbox Series X|S erhältlich. Auf Steam kostet die Standard Edition 69,99 €. Mindestens nötig sind Windows 10 (64 Bit), ein AMD Ryzen 5 2600X oder Intel i5-10400, 12 GB RAM, eine Raytracing-Grafikkarte wie die RTX 2060 oder RX 6600 und 115 GB Platz auf einer SSD. Empfohlen werden Windows 11, ein Ryzen 5 5600 oder i5-11600K, 16 GB RAM und eine RTX 3060 Ti oder RX 6700 XT. Volle Sprachausgabe gibt es unter anderem auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Japanisch und Koreanisch.























