Bloodborne ist FromSoftwares schnellstes, aggressivstes und düsterstes Soulslike und bis heute einer der größten Gründe, eine PlayStation 4 zu besitzen.

Am 25. März 2015 erschien Bloodborne in Europa exklusiv für die PlayStation 4. Entwickelt hat es FromSoftware unter der Regie von Hidetaka Miyazaki, veröffentlicht wurde es von Sony Interactive Entertainment. Statt Rittern, Burgen und schweren Schilden gibt es hier Zylinder, Gaslaternen und eine viktorianisch-gotische Stadt, in der eine rätselhafte Seuche Menschen in Bestien verwandelt.

Mehr als zehn Jahre später ist Bloodborne noch immer nur auf PlayStation spielbar. Es gibt keine PC-Version und keinen offiziellen PS5-Patch. Trotzdem wird das Spiel weiter gefeiert, gespielt und diskutiert. Wir haben uns angesehen, warum der Albtraum von Yharnam auch heute noch wirkt.

Bewertung und Fazit

Klick auf einen Kreis, um die Begründung zu sehen.

Bloodborne ist das mutigste Spiel, das FromSoftware je gemacht hat. Es nimmt euch den Schild weg und zwingt euch nach vorne. Das Rally-System belohnt Angriffe statt Rückzug, die Trick-Waffen sind wunderbar vielseitig, und das Pistolen-Parieren gibt jedem Kampf eine eigene Spannung. Dazu kommt eine Welt, die sich von gotischem Horror langsam in kosmischen Wahnsinn verwandelt. Kaum ein Spiel erzählt so viel, ohne es direkt auszusprechen.

Ganz ohne Kratzer ist der Klassiker nicht. Die Bildrate liegt bei 30 FPS und schwankt in manchen Gebieten spürbar. Die Ladezeiten auf der PS4 sind lang, und die Kelch-Dungeons fühlen sich gegenüber der handgebauten Welt eher austauschbar an. Ein offizieller PS5-Patch oder eine PC-Version fehlen bis heute. Wer aber eine PlayStation besitzt und sich auf hohe Schwierigkeit einlässt, bekommt eines der besten Action-RPGs überhaupt.

Bloodborne hat keine Steam-Version. Unsere Wertung stützt sich deshalb auf das Spiel selbst und nicht auf Steam-Nutzerreviews. Jans Vorschlag von 92 % übernehmen wir: atemberaubend, mit kleinen technischen Abzügen.

Was uns gefallen hat

✅ Rally-System und Pistolen-Parieren machen Kämpfe schnell und aggressiv

✅ Trick-Waffen mit zwei Formen und viel Tiefe

✅ Yharnam ist eine der besten Spielwelten von FromSoftware

✅ Starke Bosse und eine düstere, rätselhafte Geschichte

✅ Erweiterung The Old Hunters mit hervorragenden Inhalten

Was uns gestört hat

❌ Nur 30 FPS mit spürbaren Einbrüchen

❌ Lange Ladezeiten auf der PS4

❌ Kelch-Dungeons wirken generisch

❌ Bis heute keine PC-Version und kein PS5-Patch

Wertung: 92 %

Yharnam: Eine Stadt im Blutrausch

Ihr erwacht als fremder Jäger in Yharnam, einer alten Stadt, die für ihre Blutheilung berühmt ist. Doch in dieser Nacht der Jagd hat sich die Bevölkerung in Bestien verwandelt. Die Bürger, die noch Menschen sind, verbarrikadieren sich hinter Türen und Fenstern. Manche wollen helfen, andere beschimpfen euch nur. Draußen ziehen wütende Mobs mit Fackeln und Mistgabeln durch die Straßen.

Die Welt ist dabei eng verschachtelt, wie man es von FromSoftware kennt. Abkürzungen, Aufzüge und verschlossene Tore führen immer wieder zurück zu bekannten Orten. Zwischen den Gebieten reist ihr über den Traum des Jägers, einen ruhigen Zufluchtsort, an dem ihr Waffen verbessert und Erfahrung in Form von Blutechos ausgebt. Wer stirbt, lässt seine Blutechos fallen und muss sie am Ort des Todes wieder einsammeln.

Das Besondere ist, wie sich die Welt im Laufe des Spiels verändert. Was zunächst wie klassischer gotischer Horror mit Werwölfen wirkt, kippt später in etwas viel Fremdartigeres. Mehr wollen wir hier nicht verraten, denn gerade diese Wendung macht einen großen Teil des Reizes aus.

Bloodborne – düsterer Wald
Der Verbotene Wald ist voller Fallen, Schlangen und Hinterhalte.

Rally-System und Trick-Waffen

Bloodborne verzichtet fast vollständig auf Schilde. Stattdessen setzt es auf Tempo. Das wichtigste Werkzeug ist das Rally-System: Wer Schaden kassiert, kann einen Teil der verlorenen Lebensenergie zurückholen, wenn er kurz danach selbst zuschlägt. Wer also getroffen wird, sollte nicht flüchten, sondern sofort zurückschlagen. Dieses Prinzip verändert das gesamte Spielgefühl.

In der rechten Hand tragt ihr eine Trick-Waffe. Der Säge-Spalter klappt sich zu einer langen Säge aus, der Stock wird zur Peitsche, die Klinge der Gnade teilt sich in zwei Dolche. Jede Waffe hat also zwei Formen mit eigenen Angriffen, zwischen denen ihr sogar mitten in einer Kombo wechseln könnt. In der linken Hand liegt meist eine Feuerwaffe. Sie richtet kaum Schaden an, kann aber Angriffe unterbrechen. Wer im richtigen Moment schießt, bringt Gegner ins Taumeln und landet einen verheerenden Treffer.

Dazu kommen Verbrauchsgegenstände wie Molotow-Cocktails, Wurfmesser und Blutphiolen zum Heilen. Über Blutedelsteine und Runen passt ihr euren Jäger weiter an. Das System ist leichter zu durchschauen als bei Dark Souls, hat aber trotzdem genug Tiefe für sehr unterschiedliche Spielweisen.

Bloodborne – Jäger mit Trick-Waffe und Pistole
Trick-Waffe rechts, Feuerwaffe links: Das Grundprinzip jedes Bloodborne-Kampfes.
Der offizielle Story-Trailer zu Bloodborne von PlayStation.

Bosse, Kelch-Dungeons und Koop

Die Bosskämpfe gehören zu den besten des Genres. Manche Gegner sind riesige, unberechenbare Bestien, andere sind Jäger mit den gleichen Fähigkeiten wie ihr. Viele Bosse verändern im Laufe des Kampfes ihr Verhalten und werden schneller und aggressiver. Wer stirbt, lernt die Angriffsmuster und kommt beim nächsten Versuch ein Stück weiter. Dieses Gefühl, einen scheinbar unschlagbaren Gegner endlich zu besiegen, ist bei Bloodborne besonders intensiv.

Neben der Hauptwelt gibt es die Kelch-Dungeons. Mit Hilfe von Ritualen erzeugt ihr unterirdische Labyrinthe, teils fest vorgegeben, teils zufällig zusammengesetzt. Dort warten eigene Bosse und seltene Belohnungen. Allerdings wiederholen sich Räume und Gegner schnell, sodass die Dungeons nicht an die Qualität der handgebauten Gebiete heranreichen.

Über Glocken ruft ihr andere Spieler zur Hilfe oder werdet selbst in fremde Welten geholt. Laut PlayStation Store unterstützt das Spiel bis zu fünf Online-Spieler, für das Online-Spiel ist PS Plus nötig. Ebenso können feindliche Jäger in eure Welt eindringen. Wer lieber allein spielt, kann den Online-Modus aber komplett ignorieren.

Wer nach Bloodborne mehr von FromSoftware sucht, findet bei uns weitere Tests: Elden Ring bietet die offene Welt, Sekiro: Shadows Die Twice das härteste Parier-System und Dark Souls III den klassischen Souls-Ansatz mit Schild und Ausdauer.

Bloodborne – zwei Jäger mit Fackel
Zwei Jäger erkunden gemeinsam die Tiefen unter Yharnam.

Technik und The Old Hunters

Bloodborne läuft auf der PS4 mit einer Zielbildrate von 30 FPS. In einigen Gebieten bricht die Bildrate ein, und das Frame-Pacing ist nicht immer sauber. Die Ladezeiten nach einem Tod sind auf der PS4 lang, was bei einem Spiel, in dem man oft stirbt, besonders auffällt. Auf der PS5 läuft das Spiel per Abwärtskompatibilität, profitiert dort aber vor allem von schnelleren Ladezeiten. Einen offiziellen Patch für 60 FPS gibt es bis heute nicht.

Im November 2015 erschien die Erweiterung The Old Hunters. Sie führt euch in einen eigenen Albtraum voller alter Jäger, bringt neue Waffen und einige der schwersten Bosse des Spiels. Für viele Fans gehört sie zum Besten, was FromSoftware je gemacht hat. Heute ist sie Teil der Game of the Year Edition.

Die Sprachausgabe gibt es laut PlayStation Store unter anderem auf Deutsch und Englisch, Texte in zahlreichen weiteren Sprachen. Alle offiziellen Infos findet ihr auf der offiziellen Bloodborne-Seite von PlayStation, kaufen könnt ihr das Spiel im PlayStation Store. Eine PC-Version existiert nicht. Die Systemanforderungen in der Tabelle unter diesem Text sind deshalb als unbekannt eingetragen.

Wertungen im Überblick

QuelleWertungStand
PlayInsider92 %25.10.2026

Systemanforderungen (PC)

MinimumEmpfohlen
BetriebssystemUnbekanntUnbekannt
ProzessorUnbekanntUnbekannt
GrafikkarteUnbekanntUnbekannt
ArbeitsspeicherUnbekanntUnbekannt
SpeicherplatzUnbekanntUnbekannt
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