500 Millionen Dollar für ein einziges Spiel: Bloomberg-Reporter Jason Schreier sagt, dass Gears of War: E-Day Xbox eine halbe Milliarde gekostet hat. Und er betont ausdrücklich, dass diese Zahl kein Gerücht ist.
Ehrlich gesagt musste ich bei der Zahl zweimal hinschauen. Jason Schreier ist Reporter bei Bloomberg und gilt als einer der bestvernetzten Journalisten der Spielebranche. Er hat praktisch überall Kontakte, ist bekannt für seine Berichte darüber, was hinter den Kulissen der Spieleentwicklung passiert, und ist die Anlaufstelle schlechthin, wenn es um Leaks und Insider-Infos geht. Genau dieser Schreier hat in seinem YouTube-Video „The Real Reason EA Shut Down BioWare“ vom 31. Oktober 2026 über die Schließung von BioWare gesprochen. Dabei nennt er als Beispiel für explodierende Kosten ausgerechnet den neuen Shooter von The Coalition.
Was Jason Schreier genau gesagt hat
Laut Schreier wurde BioWare aus demselben Grund geschlossen, aus dem in den letzten Jahren zehntausende Menschen in der Spielebranche ihren Job verloren haben: Die Budgets sind exponentiell gewachsen. Dann folgt der Satz, um den es hier geht (etwa bei Minute 21:40, von mir übersetzt):
„Wir haben gerade gesehen, dass Gears of War: E-Day Xbox 500 Millionen Dollar gekostet hat. Das ist eine echte Zahl, das ist echt. Das ist es, womit wir es hier zu tun haben, das kosten Spiele heutzutage, besonders in Nordamerika.“
Wichtig: Microsoft selbst hat das Budget von Gears of War: E-Day nie offiziell genannt. Es handelt sich um Schreiers Aussage auf Basis seiner Quellen, keine Bestätigung von Xbox. Gerade Schreier ist allerdings dafür bekannt, solche Zahlen nicht leichtfertig in den Raum zu werfen.

Woher die 500 Millionen Dollar kommen
Die Zahl schwirrt schon länger herum. Bereits im Sommer, nach der Präsentation im Xbox Showcase, kursierte die Behauptung, E-Day habe über 400 Millionen Dollar gekostet. Ende Oktober berichteten dann mehrere Branchenquellen von mehr als 500 Millionen Dollar, und zwar noch ohne Marketing. Schreier hat diese Größenordnung jetzt klar bestätigt.
Offen bleibt, was genau in der Summe steckt. Es gibt Stimmen, die sagen, dass darin auch Kosten für die gesamte Arbeit von The Coalition zwischen Gears 5 und E-Day stecken könnten. Das Studio unterstützt innerhalb von Xbox nämlich auch andere Teams, etwa bei der Unreal Engine. Ob es also ein reines Spielbudget ist oder ein Studio-Budget über mehrere Jahre, lässt sich von außen nicht sauber trennen.

Warum das für Xbox so heikel ist
Gears of War: E-Day ist am 6. Oktober 2026 für Xbox Series X|S und PC erschienen und steckt zum Start im Game Pass. Genau das macht die Rechnung schwierig: Ein Spiel, das viele über das Abo spielen, muss eine halbe Milliarde Dollar erst einmal wieder einspielen. Für Xbox Game Studios kommt das in einer Phase, in der Microsoft ohnehin spart und umbaut.
Für mich zeigt die Zahl vor allem eins: AAA-Spiele werden so teuer, dass selbst große Publisher immer weniger Risiko eingehen. Schreier sagt im selben Video, dass genau dieser Kostendruck zu Entlassungen, Studio-Schließungen und der Konzentration auf wenige große Marken führt. BioWare ist dafür das jüngste und traurigste Beispiel.
Zum Vergleich: Selbst große Sony-Exklusivtitel dieser Konsolengeneration sollen nach bisherigen Berichten deutlich weniger gekostet haben. Mit einer halben Milliarde würde E-Day also zu den teuersten Spielen gehören, die je entwickelt wurden. Und das, obwohl die Gears-Reihe zwar eine treue Fangemeinde hat, aber nie in den Verkaufsregionen von GTA oder Call of Duty unterwegs war. Umso spannender wird, wie Microsoft mit der Marke weitermacht.

Hier das Video von Jason Schreier
Bilder aus Gears of War: E-Day





Unseren ausführlichen Test zu Gears of War: E-Day findet ihr übrigens hier auf PlayInsider. Was meint ihr: Ist eine halbe Milliarde für ein Gears noch vertretbar?









