SaemTV Scarety sprengt alle Erwartungen: Erhofft hatte sich die Streamerin rund 700 Euro für Make-A-Wish Deutschland, am Ende standen 8.888,88 Euro auf dem Spendenzähler. Ich habe mit Saem über ihr erstes Charity-Event gesprochen, über Meilensteine, handgemachte Orrynox-Decken und darüber, warum es Scarety 2.0 geben wird.
SaemTV Scarety: Erwartung gegen Realität
Ich gebe zu: Als ich Ende Oktober über den Start von Scarety berichtet habe, hätte ich auf eine schöne, aber überschaubare Summe getippt. SaemTV selbst ging es genauso. Im Gespräch mit mir verrät sie, dass sie mit rund 700 Euro gerechnet hat, vielleicht 1.000 Euro, „wenn es sehr gut läuft“.
Schon vor dem Event hatte sie Make-A-Wish ehrlich geschrieben, dass sie die Summe überhaupt nicht einschätzen kann:
Da dies mein erstes Charity-Projekt dieser Art ist, kann ich überhaupt nicht einschätzen, welche Spendensumme am Ende zusammenkommt. Vielleicht werden es 50 €, vielleicht 500 € oder sogar deutlich mehr, ich kann es wirklich nicht sagen. Meine Community überrascht mich immer wieder.
SaemTV an Make-A-Wish, vor dem Event
Der letzte Satz war, wie sich zeigen sollte, die Untertreibung des Jahres. Die erhofften 700 Euro waren nach Saems Worten schon nach etwa einer Stunde erreicht. Am Ende zeigt die betterplace-Spendenseite stolze 8.888,88 Euro aus 151 Spenden von 96 Spenderinnen und Spendern. Das offizielle Spendenziel auf der Seite lag bei 4.444 Euro, geschafft sind also 200 Prozent. Und die komplette Summe ist laut betterplace bereits an das Projekt weitergeleitet.
SaemTV Scarety: Die Zahlen auf einen Blick
- 8.888,88 Euro Endstand auf betterplace.org
- 151 Spenden von 96 Spenderinnen und Spendern
- im Schnitt rund 58,87 Euro pro Spende und rund 92,59 Euro pro Person
- 200 Prozent des offiziellen Spendenziels von 4.444 Euro
- rund das 12,7-Fache der erhofften 700 Euro und fast das 9-Fache der optimistischen 1.000 Euro
- 545 Euro aus 15 Spenden standen am ersten Tag, 25. Oktober, gegen 14:34 Uhr auf dem Zähler
- 100 Prozent der Summe sind laut betterplace bereits an das Projekt weitergeleitet
Besonders der Sprung vom ersten Tag bis zum Ende fasziniert mich. Am Sonntagmittag, als wir unsere News zum Start geschrieben haben, waren es 545 Euro. Eine Woche später war die Summe mehr als sechzehnmal so hoch. Das ist kein Glückstreffer an einem einzelnen Abend, das ist eine Community, die sieben Tage lang drangeblieben ist.
Meilensteine bis 3.333 Euro und die Orrynox-Decken
Für den Stream hatte Saem Meilensteine geplant, also kleine Aktionen und Belohnungen, die bei bestimmten Spendenständen freigeschaltet werden. Offiziell reichte die Planung bis 2.222 Euro. Dazu kamen zwei „Lückenfüller“ bis 3.333 Euro, und die sind etwas Besonderes:
- Handgemachte Decken als Unikate, thematisch passend zu ihrem Stream-Theme
- Orrynox, ihr eigenes Zauberschloss, das ihren Kanal prägt
- gedacht als Ansporn, „das sollte auch nicht einfach sein“
Was danach noch an Meilensteinen kam, war nach ihren eigenen Worten eher „nur da“. Ernsthaft geglaubt, dass ihre Community so weit kommt, hat sie nicht. Am Ende lag die Summe mehr als zweieinhalbmal über dem letzten Decken-Meilenstein. Ich finde, das sagt alles.
Orrynox: Ein Zauberschloss als Zuhause der Community
Was ich an Saems Kanal mag: Er hat eine eigene Welt. Ihr Stream-Theme ist Orrynox, ihr eigenes Zauberschloss. So etwas klingt erst mal nach Deko, ist aber viel mehr. Ein festes Theme gibt einer Community einen Ort, an dem man sich trifft, und ein Gefühl von „wir“. Genau dieses Gefühl hat man bei Scarety gespürt.
Dass ausgerechnet handgemachte Orrynox-Decken die Lückenfüller-Meilensteine waren, passt perfekt dazu. Keine Massenware, sondern Unikate, die es nur einmal gibt. Für mich zeigt das, wie viel persönliche Arbeit in so einem Event steckt, lange bevor der erste Stream startet. Die Spendenaktion selbst hat Saem laut betterplace übrigens schon am 20. September 2026 angelegt, also gut einen Monat vor dem Start.
Die SaemTV-Community hinter Scarety
Scarety lief laut Event-Banner vom 25. bis 31. Oktober 2026, jeden Tag live auf Twitch, passend zur Halloween-Woche unter dem Motto „Gemeinsam gruseln für den guten Zweck“. Saem beschreibt sich auf ihrem Kanal als Variety-Streamerin mit Liebe zu Storygames, chaotischem Multiplayer, Survival und Horror. Kein riesiges Event mit Dutzenden Gästen, sondern eine Streamerin und ihr Chat.
Gerade deshalb beeindruckt mich die Zahl so sehr. Auf der Spendenseite sieht man viele kleine Beträge, Grüße aus dem Chat und sogar eine Spende der Mods mit dem Gruß „Liebe von deinen Mods“. Die Summe kommt nicht von einem einzelnen Großspender, sondern aus einer Community, die eine Woche lang zusammen gruselt und zusammen gibt. Das Geld geht an das Projekt „Herzenswünsche für schwerkranke Kinder in 2026 erfüllen“ von Make-A-Wish Deutschland. Die gemeinnützige Organisation erfüllt schwer erkrankten Kindern und Jugendlichen zwischen 3 und 18 Jahren ihren Herzenswunsch und arbeitet komplett spendenbasiert.
Warum dieses Ergebnis so besonders ist
Charity-Streams kennt man oft von großen Namen mit riesiger Reichweite, Sponsoren und prominenten Gästen. Scarety war das Gegenteil: das erste Charity-Projekt dieser Art einer Streamerin, ohne Erfahrungswerte, mit einer Community, die sie selbst aufgebaut hat. Saem hat Make-A-Wish vorher ehrlich gesagt, dass es auch nur 50 Euro werden könnten.
Und genau deshalb finde ich die 8.888,88 Euro so stark. Bei 96 Menschen, die gespendet haben, hat jede einzelne Person spürbar zum Ergebnis beigetragen. Hier hat nicht eine anonyme Masse ein bisschen Kleingeld dagelassen, sondern ein überschaubarer Kreis von Leuten hat richtig mitgezogen. Für mich ist das der schönste Beweis, dass Reichweite nicht alles ist. Nähe und Vertrauen zählen mindestens genauso viel.
Was Make-A-Wish Deutschland mit den Spenden macht
Make-A-Wish Deutschland ist eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main und erfüllt Wünsche im gesamten Bundesgebiet. Laut eigener Aussage ist eine Wunscherfüllung kein flüchtiges Geschenk, sondern eine sorgfältig geplante „Wunschreise“, abgestimmt mit Familie und Ärzt:innen. Sie soll Hoffnung, Kraft und ein Stück Normalität schenken.
- Wünschen dürfen sich Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 18 Jahren mit einer schweren oder chronischen Erkrankung
- ausgeschlossen sind Therapien, therapeutische Hilfsmittel und Geldgeschenke
- die Organisation arbeitet komplett spendenbasiert und mit Sponsoring-Partnern
- weltweit gibt es Make-A-Wish in fast 50 Ländern, mehr als 43.000 Ehrenamtliche haben bereits über 500.000 Wünsche erfüllt
Wie viele Wünsche genau mit den 8.888,88 Euro erfüllt werden, kann ich euch nicht sagen, das hängt vom jeweiligen Wunsch ab. Klar ist aber: Das Geld fließt in eine Organisation, die ausschließlich von Spenden lebt. Jeder Euro aus Saems Community ist damit ein Baustein für einen echten Herzenswunsch.
Scarety 2.0: Es geht weiter
Als ich mit Saem nach dem Event geschrieben habe, war sie hörbar überwältigt. Ihre Worte möchte ich euch nicht vorenthalten:
Ich kann dir sagen, ich hab nichts von all dem geglaubt, dieses Event übertrifft alles, was ich erwartet habe, und ich freue mich so sehr, dass wir so viel Gutes tun können. Ich bin unendlich dankbar für all das, was ich erleben darf in dieser Zeit, und freue mich, dass Scarety so gut ankommt. Nächstes Jahr kommt Scarety 2.0 ❤
SaemTV im Gespräch mit PlayInsider
Damit ist klar: Scarety war kein einmaliges Experiment. Wann genau Scarety 2.0 läuft und wie es aussieht, steht noch nicht fest. Ich bin mir aber sicher, dass die Messlatte jetzt deutlich höher als 700 Euro liegt.
Ich wünsche mir für die nächste Runde vor allem eins: dass Saem den Spaß behält, den man ihr diese Woche angemerkt hat. Die Zahl ist toll, aber das Schönste an Scarety war für mich die Stimmung. Und falls es bei Scarety 2.0 wieder Orrynox-Decken gibt, sollten die Meilensteine diesmal wohl etwas mutiger geplant werden.
Fazit: 700 Euro erhofft, 8.888,88 Euro geschafft
Für mich ist SaemTV Scarety eine der schönsten Geschichten dieses Herbstes. Eine Streamerin rechnet ehrlich mit ein paar Hundert Euro, und ihre Community macht daraus fast 9.000 Euro für schwerkranke Kinder. Danke, Saem, und danke an alle, die mitgespendet haben. Wer bei Scarety 2.0 dabei sein will, folgt am besten jetzt schon SaemTV auf Twitch.









