Was wäre aus mir geworden, wenn ich mich an einer wichtigen Stelle im Leben anders entschieden hätte? Genau diese Frage stellt The Alters, und ich habe lange nicht mehr so viel über ein Spiel nachgedacht, nachdem ich den Controller weggelegt hatte. Als gestrandeter Arbeiter Jan Dolski erschafft ihr auf einem tödlichen Planeten alternative Versionen von euch selbst, die euch beim Überleben helfen sollen, und die haben ganz eigene Vorstellungen davon, wie ihr Leben hätte laufen sollen.

Bewertung und Fazit

Klick auf einen Kreis, um die Begründung zu sehen.

The Alters hat mich vor allem mit seiner Geschichte gepackt. Die Idee, mit alternativen Versionen von sich selbst über verpasste Chancen, Familie und Schuld zu streiten, ist so originell, dass ich viele Gespräche länger im Kopf hatte als die meisten Filme dieses Jahres. Dazu kommt ein angenehm schlankes, aber forderndes Survival- und Aufbausystem, das den Druck durch den nahenden Sonnenaufgang perfekt spürbar macht.

Ganz ohne Schwächen ist 11 bit studios aber nicht unterwegs. Der Spielablauf aus Abbauen, Bauen und Gesprächen wiederholt sich im späteren Verlauf deutlich, und technisch hatte ich mit Rucklern und einzelnen Bugs zu kämpfen. Wer sich darauf einlässt, bekommt trotzdem eines der ungewöhnlichsten und berührendsten Sci-Fi-Spiele der letzten Jahre.

Was uns gefallen hat

✅ Originelle Prämisse mit starken, persönlichen Geschichten

✅ Spürbarer Druck durch Sonnenaufgang und knappe Ressourcen

✅ Atmosphärischer Soundtrack und dichte Sci-Fi-Stimmung

Was uns gestört hat

❌ Spielablauf wiederholt sich im späteren Verlauf

❌ Ruckler und vereinzelte Bugs auf dem PC

❌ Dialoge ziehen sich stellenweise in die Länge

Wertung: 82 %

Ein Planet, der euch umbringen will

Jan Dolski ist eigentlich nur ein einfacher Arbeiter einer Expedition, die auf einem fremden Planeten nach dem wertvollen Stoff Rapidium suchen soll. Nach einer Bruchlandung ist er der einzige Überlebende, und die Lage könnte kaum schlimmer sein. Die Sonne dieses Planeten ist tödlich, und sobald sie aufgeht, verbrennt sie alles Leben. Eure einzige Rettung ist eine riesige, radförmige Basis, die ihr durch die Landschaft bewegen müsst, um dem Sonnenaufgang zu entkommen.

Allein schafft Jan das unmöglich. Mithilfe von Rapidium und einem Quantencomputer erschafft er deshalb Alters, also Versionen von sich selbst, deren Leben an einem entscheidenden Punkt anders verlaufen ist. Aus Jan dem Arbeiter wird so Jan der Techniker, Jan der Wissenschaftler oder Jan der Bergmann. Jeder von ihnen bringt eigene Fähigkeiten mit, aber auch eigene Erinnerungen, Wunden und Meinungen.

The Alters – Jan der Wissenschaftler mit Brille
Jan der Wissenschaftler: Jeder Alter hat ein anderes Leben gelebt.

Die Alters: Familie, Crew und Konfliktherd

Was The Alters so besonders macht, sind die Gespräche mit euren anderen Ichs. Jeder Alter hat ein komplett eigenes Leben gelebt, mit anderen Beziehungen, anderen Erfolgen und anderen Narben. Mal führte eine Entscheidung zu einer Karriere in der Forschung, mal zu einem Leben auf dem Bau. Durch diese Begegnungen lernt ihr nicht nur die Alters kennen, sondern auch Jan selbst, und das hat mich wirklich berührt.

Die Alters sind aber keine braven Helfer. Sie haben Bedürfnisse, schlechte Tage und Streit untereinander. Ignoriert ihr ihre Sorgen, sinkt die Stimmung, sie arbeiten schlechter oder verweigern sogar die Arbeit. Ihr müsst also nicht nur eine Basis managen, sondern auch eine sehr spezielle Familie zusammenhalten. Gemeinsame Filmabende oder ein Bier in der Kantine helfen dabei, und ich habe mich ehrlich über jede kleine Versöhnung gefreut.

Basisbau und Ressourcen unter Zeitdruck

Spielerisch verbindet The Alters Survival und Aufbau. Draußen sucht ihr mit dem Scanner nach Ressourcenvorkommen, baut Förderanlagen und verbindet sie mit Masten zu eurer Basis. Drinnen ordnet ihr Module wie Werkstatt, Kantine, Gewächshaus oder Labor auf einem Raster an und verteilt eure Alters auf die anstehenden Aufgaben. Jeder Tag hat nur begrenzt Stunden, und der Sonnenaufgang rückt unerbittlich näher.

Gerade am Anfang hat mich dieser Zeitdruck richtig gefordert. Nahrung, Rapidium und Baumaterial sind knapp, gefährliche Anomalien versperren Wege, und jede falsche Entscheidung kann euch Tage kosten. Später kennt ihr die Abläufe allerdings, und dann wiederholt sich das Muster aus Abbauen, Herstellen und Umstellen recht deutlich. Wer es fordernder mag, sollte einen höheren Schwierigkeitsgrad wählen.

Der offizielle Launch-Trailer zu The Alters von 11 bit studios.

Entscheidungen mit Gewicht

Die Geschichte ist in drei Akte unterteilt, und eure Entscheidungen haben spürbare Folgen. Welche Alters ihr erschafft, wie ihr Konflikte löst und wie ihr euch gegenüber dem Konzern hinter der Expedition verhaltet, beeinflusst den weiteren Verlauf. Manche Entscheidungen sind richtig unangenehm, weil es keine gute Lösung gibt, und genau diese Momente sind mir am meisten im Gedächtnis geblieben.

Für einen Durchgang solltet ihr rund 25 bis 30 Stunden einplanen. Da viele Wege und Alters nur bei bestimmten Entscheidungen auftauchen, lohnt sich ein zweiter Anlauf durchaus. Mit dem DLC Last Variable hat 11 bit studios die Geschichte inzwischen sogar noch erweitert.

The Alters – Seltsame Anomalie in einer Höhle
Gefährliche Anomalien versperren Wege und bergen Geheimnisse.

The Alters: Grafik und Technik

Entwickelt und veröffentlicht wurde The Alters von 11 bit studios, dem polnischen Studio hinter This War of Mine und Frostpunk. Erschienen ist das Spiel am 13. Juni 2025 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S und war zum Start auch im PC Game Pass enthalten. Die Unreal Engine 5 sorgt für beeindruckende Landschaften, starke Lichteffekte und detaillierte Gesichter in den vielen Gesprächen.

Auf dem PC lief das Spiel bei mir größtenteils stabil, hatte aber immer wieder Ruckler beim Wechsel zwischen Basis und Außenwelt. Auch auf Steam berichten viele Spieler von Stottern, gelegentlichen Abstürzen und einzelnen Bugs, die Fortschritt kosten können. Insgesamt sind die Steam-Reviews mit rund 90 Prozent positiven Bewertungen trotzdem sehr positiv, wie ihr auf der Steam-Seite von The Alters nachlesen könnt.

Wertungen im Überblick

QuelleWertungStand
Metacritic85 von 100 (PC)19.10.2026
Steam-NutzerreviewsSehr positiv (90 % positiv)19.10.2026

Systemanforderungen (PC)

MinimumEmpfohlen
BetriebssystemWindows 10 or later, 64-bitWindows 10 or later, 64-bit
ProzessorAMD Ryzen 5 1600, Intel Core i7-6700AMD Ryzen 7 5800X, Intel Core i7-8700K
GrafikkarteAMD Radeon RX 570, NVIDIA GeForce GTX 1060, Intel Arc A570. 6+ GB video memoryAMD Radeon RX 6600 XT, NVIDIA GeForce RTX 2070, Intel Arc A770. 8+ GB video memory
Arbeitsspeicher16 GB RAM16 GB RAM
Speicherplatz50 GB50 GB
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