Ich habe mit dem ersten Slay the Spire so viele Nächte verbracht, dass ich beim Start des Nachfolgers fast ein bisschen nervös war. Würde der Zauber wieder wirken? Kurz gesagt: ja. Schon nach dem ersten Run war ich wieder in diesem „Nur noch ein Versuch“-Sog gefangen. Seit dem 5. März 2026 ist Slay the Spire 2 im Early Access auf Steam, und Mega Crit hat dem Spire nicht nur neue Karten, sondern auch einen Koop-Modus spendiert.

Bewertung und Fazit

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Ich hatte große Sorge, dass ein Nachfolger dem Original nicht gerecht werden kann, und wurde angenehm überrascht. Slay the Spire 2 fühlt sich sofort vertraut an, aber die neuen Figuren, Relikte und Ereignisse haben mich trotzdem wieder Stunden um Stunden an den Bildschirm gefesselt. Der Koop-Modus war für mich das Highlight: Mit Freunden gemeinsam einen Boss zu knacken, während alle wild auf der Karte herumkritzeln, ist einfach großartig.

Ganz ohne Haken ist der Aufstieg aber nicht. Vieles erinnert stark an den ersten Teil, und die Diskussionen um das Balancing zeigen, dass im Early Access noch einiges passieren muss. Wer den Vorgänger geliebt hat oder ein Deckbuilding-Spiel für Freunde sucht, kann aber bedenkenlos zugreifen. Für mich ist es schon jetzt einer der besten Roguelikes des Jahres.

Was uns gefallen hat

✅ Süchtig machender Kartenkampf mit vielen Entscheidungen

✅ Koop-Modus für bis zu vier Spieler

✅ Zwei spannende neue Helden und viel Inhalt schon im Early Access

Was uns gestört hat

❌ Fühlt sich teils sehr nach dem ersten Teil an

❌ Umstrittene Balance-Änderungen im Early Access

❌ Kein lokaler Koop und kein Matchmaking

Wertung: 70 %

Der Aufstieg beginnt von vorn

Das Grundprinzip kennt jeder, der den ersten Teil gespielt hat: Ihr startet mit einem kleinen Kartendeck und arbeitet euch Akt für Akt durch eine verzweigte Karte nach oben. Unterwegs kämpft ihr gegen normale Gegner, Elite-Monster und Bosse, rastet an Lagerfeuern, besucht Händler und stolpert in Fragezeichen-Ereignisse. Nach jedem Kampf wählt ihr eine neue Karte, dazu kommen Relikte und Tränke, die euren Run komplett verändern können.

Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab, und ihr seht immer, was der Gegner als Nächstes vorhat. Genau das macht für mich den Reiz aus: Jeder Zug ist ein kleines Rätsel. Greife ich an oder blocke ich lieber? Nehme ich die starke Karte mit, obwohl sie mein Deck verwässert? Wer stirbt, fängt von vorn an, sammelt dabei aber Fortschritt und schaltet nach und nach neue Inhalte frei.

Slay the Spire 2: Kampf im Dschungel: Die Ironclad tritt mit ihrem Kartendeck gegen eine Kreatur an
Ein typischer Kampf im Dschungel: Die Absichten des Gegners stehen über seinem Kopf.

Fünf Helden, zwei davon neu

Zum Start des Early Access gibt es fünf spielbare Figuren. Mit der Ironclad, der Silent und dem Defect sind drei alte Bekannte zurück, ganz neu sind die Regent und der Necrobinder. Die Regent setzt auf eine zweite Ressource, die ihre Karten antreibt, der Necrobinder ruft eine kleine Skeletthand herbei, die an seiner Seite kämpft. Beide spielen sich deutlich anders als die Veteranen und haben mir richtig Lust gemacht, neue Deck-Ideen auszuprobieren.

Auch abseits der Figuren hat sich einiges getan: neue Gegner, neue Umgebungen, neue Relikte und Ereignisse sowie alternative Akte. Laut Mega Crit bietet Slay the Spire 2 schon jetzt mehr Inhalte als der komplette erste Teil. Gleichzeitig fühlt sich vieles sehr vertraut an. Manche Tester sprechen deshalb eher von einer luxuriösen Neuauflage als von einer Revolution, und ganz falsch ist das nicht.

Slay the Spire 2: Charakterauswahl: Der Necrobinder mit seinem Skelett-Begleiter
Der Necrobinder kämpft mit einem kleinen Skelett-Begleiter.

Gemeinsam auf den Spire

Die größte Neuerung ist der Koop-Modus. Bis zu vier Spieler können gemeinsam aufsteigen, und in den Kämpfen spielen alle gleichzeitig ihre Karten aus. Dazu gibt es spezielle Mehrspieler-Karten, mit denen ihr euch gegenseitig unterstützt. Am Lagerfeuer könnt ihr einen Freund heilen, über den nächsten Weg wird abgestimmt, und auf der Karte darf jeder herumkritzeln. Das klingt nach einer Kleinigkeit, sorgt in der Praxis aber für viele Lacher.

Ein paar Einschränkungen gibt es allerdings: Jeder braucht ein eigenes Exemplar und spielt online über Steam. Lokalen Koop auf einem Bildschirm gibt es nicht, Matchmaking ebenfalls nicht, ihr spielt also nur mit Freunden. Außerdem dauern Koop-Runs spürbar länger, weil man sich ständig abspricht. Mir hat genau das aber gefallen, weil sich ein gemeinsamer Sieg gegen den Boss noch einmal besser anfühlt.

Slay the Spire 2: Mehrere Helden kämpfen im Koop-Modus gemeinsam gegen Gegner
Im Koop-Modus kämpfen mehrere Helden gemeinsam gegen die Bewohner des Spire.
Der offizielle Early-Access-Trailer zu Slay the Spire 2 von Mega Crit.

Early Access und Updates

Slay the Spire 2 ist ausdrücklich ein Early-Access-Spiel. Mega Crit rechnet mit ein bis zwei Jahren bis zur Version 1.0, in dieser Zeit sollen weitere Karten, Ereignisse, Umgebungen und Gegner dazukommen. Konsolen- und Mobilversionen sind geplant, sollen aber wohl erst nach dem Early Access erscheinen. Aktuell gibt es das Spiel nur über Steam für Windows, macOS und Linux, auf dem Steam Deck läuft es ebenfalls.

Dass Early Access auch Reibung bedeutet, zeigt die Stimmung auf Steam. Nach einem Start mit nahezu durchweg positiven Reviews ist die Gesamtwertung inzwischen auf „Ausgeglichen“ gefallen. Grund waren vor allem Balance-Änderungen, etwa an Endlos-Kombos und am Boss „Doormaker“ in Akt 3, die besonders viele Spieler aus China mit negativen Reviews quittiert haben. Für mich zeigt das vor allem, wie leidenschaftlich die Community ist, und dass beim Balancing noch einiges in Bewegung ist.

Slay the Spire 2: Händler-Szene in einem Zelt mit Karten, Relikten und Tränken
Beim Händler entscheidet sich oft, ob euer Run gelingt.

Grafik und Technik

Optisch hat Slay the Spire 2 einen großen Sprung gemacht. Die handgezeichneten Figuren und Monster wirken deutlich detaillierter und lebendiger als im Vorgänger, die Animationen sind flüssiger, und gerade die neuen Gegner haben viel Charakter. Unter der Haube hat Mega Crit die Engine gewechselt: Nach dem Ärger um Unitys Preismodell setzt das Studio jetzt auf die Open-Source-Engine Godot.

Die Hardware-Anforderungen sind sehr gering, ein halbwegs aktueller Laptop reicht locker. Das Spiel lässt sich komplett mit der Maus, aber auch mit Controller spielen, und es gibt deutsche Texte. Eine Sprachausgabe im klassischen Sinn gibt es nicht. Technisch lief das Spiel bei mir stabil, kleinere Fehler und Balance-Baustellen gehören im Early Access aber dazu.

Wertungen im Überblick

QuelleWertungStand
MetacriticUnbekannt (Early Access)19.10.2026
OpenCriticUnbekannt (Early Access)19.10.2026
Steam-NutzerreviewsAusgeglichen (rund 61 % positiv)19.10.2026
PlayInsider83 %19.10.2026

Systemanforderungen (PC)

MinimumEmpfohlen
BetriebssystemWindows 10 (64-bit)Windows 10 (64-bit)
ProzessorDual-core 2.0 GHzQuad-core 3.0 GHz
GrafikkarteDirectX 12 or Vulkan compatible, 1 GB VRAMDirectX 12 or Vulkan compatible, 2 GB VRAM
Arbeitsspeicher4 GB RAM8 GB RAM
Speicherplatz4 GB4 GB
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