Ich bin mit alten Schwarz-Weiß-Cartoons aufgewachsen, mit wackelnden Gummiarmen, grinsenden Wolken und Musik, die bei jedem Schritt mitspielt. Als ich die ersten Bilder von MOUSE: P.I. For Hire gesehen habe, war ich deshalb sofort verliebt – und gleichzeitig skeptisch. Kann ein Spiel, das so gut aussieht, auch so viel Spaß machen? Nach vielen Stunden als knurriger Privatdetektiv in einer Stadt voller Mäuse, Ratten und korrupter Polizisten kann ich sagen: Es kann, auch wenn nicht alles so glänzt wie die Fassade. Was mich begeistert hat und wo ich die Stirn runzeln musste, erzähle ich euch in meinem Test.
In diesem Test




Bewertung und Fazit
Ich habe selten ein Spiel gespielt, bei dem ich so oft einfach stehen geblieben bin, nur um zuzuschauen. Jeder Gegner, jede Waffe und jede schräge Figur in Mausburg sieht aus, als wäre sie direkt aus einem Cartoon der 1930er Jahre gefallen, und der Big-Band-Jazz hat mich durchgehend begleitet. Die Detektivgeschichte rund um Jack Pepper hat mich lange bei der Stange gehalten, und die vielen kleinen Gags haben mir immer wieder ein Grinsen ins Gesicht gezaubert.
Spielerisch ist MOUSE aber nicht ganz so außergewöhnlich wie optisch. Das Schießen macht Laune, wird auf Dauer aber ziemlich gleichförmig, das Zielen fühlt sich manchmal ungenau an, und echte Herausforderung habe ich vermisst. Gerade in der zweiten Hälfte zieht sich die Kampagne etwas. Trotzdem: Wer Boomer-Shooter mag oder einfach mal etwas ganz anderes sehen will, sollte sich diesen Fall nicht entgehen lassen.
Was uns gefallen hat
✅ Einzigartiger, handgezeichneter Rubberhose-Look
✅ Toller Big-Band-Jazz und starke Sprecher
✅ Spannende Noir-Geschichte mit viel Witz
Was uns gestört hat
❌ Kämpfe werden auf Dauer eintönig
❌ Zielen fühlt sich teils ungenau an
❌ Wenig Herausforderung, zweite Hälfte zieht sich
Wertung: 70 %
Mausburg und der Fall Jack Pepper
In MOUSE schlüpfen wir in die Rolle von Jack Pepper, einem ehemaligen Kriegshelden, der sich als Privatdetektiv durchschlägt. Was als einfacher Vermisstenfall beginnt, wird schnell zu einem Netz aus Korruption, Entführung und Mord. Mausburg ist dabei der eigentliche Star: eine Stadt, in der Gangs und bestechliche Polizisten die Straßen beherrschen und in der hinter jeder Ecke ein neuer Hinweis wartet.
Die Geschichte erzählt Entwickler Fumi Games aus Warschau wie einen alten Film noir, nur eben mit Mäusen, Ratten und Spitzmäusen. Die Dialoge sind voller Käse-Wortspiele, die Figuren herrlich überzeichnet. Mir hat besonders gefallen, wie ernst die Detektivgeschichte trotz all des Slapsticks bleibt. Ein paar Wendungen sieht man zwar kommen, langweilig wurde mir die Handlung aber nie.

Cartoon-Chaos mit Tommy Gun
Im Kern ist MOUSE ein schneller Ego-Shooter im Stil der Neunziger. Wer stehen bleibt, verliert. Wir hüpfen, rennen und ballern uns mit Revolver, Tommy Gun, Hammer und Dynamit durch Gangsterhorden. Mehr als zehn Waffen und Ausrüstungsgegenstände gibt es, dazu verbrauchbare Power-ups, die im richtigen Moment das Blatt wenden. Und wenn es eng wird, sorgt Spinat-Power für den nötigen Extraschub.
Das alles fühlt sich wuchtig und herrlich albern an, vor allem, wenn ein getroffener Gegner wie im Cartoon durch die Luft wirbelt. Auf Dauer fehlt mir aber die Abwechslung. Viele Gefechte laufen nach demselben Muster ab, und das Zielen wirkt stellenweise etwas schwammig. Auch internationale Tests wie Polygon kritisieren, dass die Kämpfe eher eindimensional sind. Wer eine knackige Herausforderung sucht, wird auf dem normalen Schwierigkeitsgrad kaum gefordert, der lässt sich aber anpassen.

Erkunden, Sammeln und Upgrades
Zwischen den Schießereien wird MOUSE überraschend ruhig. Über 20 Level im Noir-Stil führen uns durch dunkle Straßen, alte Filmstudios, prunkvolle Opernhäuser, giftige Sümpfe und die Kanalisation. Wandläufe, ein Enterhaken und Doppelsprünge schalten wir nach und nach frei, ähnlich wie in einem Metroidvania. So lohnt es sich, in bekannte Gebiete zurückzukehren.
Überall verstecken sich Sammelobjekte und Nebenfälle. An der Pinnwand in Peppers Büro laufen die Hinweise zusammen, und beim Mechaniker Tommy Tumbler verbessern wir unsere Waffen, wenn wir ihm die passenden Baupläne bringen. Wer nur der Geschichte folgt, ist laut Spielerangaben nach rund acht bis neun Stunden durch. Wer alles sucht, ist deutlich länger in Mausburg unterwegs.

Grafik und Technik
Die Optik ist der Grund, warum alle über MOUSE reden. Die schwarz-weißen Gummischlauch-Animationen sind Bild für Bild von Hand gezeichnet, und Fumi Games kombiniert sie geschickt mit 3D-Umgebungen. Das Ergebnis sieht aus wie ein spielbarer Cartoon aus den 1930er Jahren. Dazu kommt ein Original-Soundtrack mit Big-Band-Orchester, der perfekt zur Noir-Stimmung passt. Die Sprachausgabe gibt es auf Englisch und Ukrainisch, deutsche Texte sind an Bord.
MOUSE ist für PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch 2 erschienen. Die Hardware-Anforderungen am PC sind moderat. Kleinere Bugs und Glitches werden in einigen Tests erwähnt, wirklich gestört haben sie mich aber nicht. Volle Controller-Unterstützung und einstellbare Schwierigkeitsgrade sind ebenfalls dabei. Mehr über das Studio lest ihr in unserem Porträt zu Fumi Games und auf der offiziellen Website von Fumi Games.
Wertungen im Überblick
| Quelle | Wertung | Stand |
|---|---|---|
| Metacritic (PC) | 80 von 100 (79 Kritiken) | 19.10.2026 |
| Metacritic Nutzer | 8,0 von 10 | 19.10.2026 |
| Steam-Nutzerreviews | Sehr positiv (94 % positiv) | 19.10.2026 |
| PlayInsider | 74 % | 19.10.2026 |
Systemanforderungen (PC)
| Minimum | Empfohlen | |
|---|---|---|
| Betriebssystem | Windows 10 64-bit | Windows 11 |
| Prozessor | Intel Core i3 8300 / Ryzen 3 2200 | Intel Core i5 9600 / Ryzen 3600 |
| Grafikkarte | GeForce GTX 960 / Intel Xe 2 Graphics / Radeon RX 580 | GeForce RTX 3060 / Intel Arc B570 / Radeon RX 7600 |
| Arbeitsspeicher | 12 GB RAM | 16 GB RAM |
| Speicherplatz | 11 GB | 11 GB |
















