Wer Shovel Knight geliebt hat, hat seit Jahren auf diesen Moment gewartet: Yacht Club Games schickt uns mit Mina the Hollower auf eine verfluchte Insel, und schon nach den ersten Minuten fühlte es sich an, als hätte jemand einen verschollenen Game-Boy-Klassiker ausgegraben. Mina buddelt sich durch die Erde, schwingt ihre Peitsche und stirbt dabei öfter, als uns lieb war. Ein Meisterwerk für jeden ist es nicht, aber ein Abenteuer, das wir so schnell nicht vergessen.

Bewertung und Fazit

Klick auf einen Kreis, um die Begründung zu sehen.

Ich hatte mit Mina the Hollower eine richtig gute Zeit. Wenn ich mich unter einem Bossangriff hindurchgegraben und im letzten Moment mit der Peitsche zurückgeschlagen habe, war das pure Freude. Ossex steckt so voller Geheimnisse, dass ich mich immer wieder dabei erwischt habe, noch schnell eine Ecke zu erkunden, obwohl ich eigentlich längst ins Bett wollte.

Ganz ohne Frust ging es aber nicht. Einige Bosse waren mir zu gnadenlos, und die vielen Systeme und Menüs machen das Spiel komplizierter, als es sein müsste. Wer Retro-Action und Soulslikes mag, sollte trotzdem unbedingt zugreifen. Wer nur einen gemütlichen Zelda-Ausflug sucht, sollte vorher die Schwierigkeitsoptionen im Blick haben.

Was uns gefallen hat

✅ Grandioses Grabe-Feature, das jeden Kampf zum Tanz macht

✅ Wunderschöne Pixelgrafik im Game-Boy-Color-Stil

✅ Eine Insel voller Geheimnisse, Abkürzungen und skurriler Figuren

Was uns gestört hat

❌ Einige Bosse sind sehr fordernd und frustrierend

❌ Viele Menüs und Systeme machen das Spiel unnötig komplex

❌ Zelda-Erkundung und Soulslike-Strenge greifen nicht immer rund ineinander

Wertung: 76 %

Eine Maus gegen eine verfluchte Insel

Mina ist eine sogenannte Hollowerin, eine Gräberin, die sich durch den Boden wühlt wie andere durch Laub. Ein Hilferuf lockt sie nach Ossex, eine Insel, über der ein dunkler Fluch liegt. Die Bewohner haben sich in ihren Häusern verschanzt, auf den Straßen treiben sich Untote, Geister und noch Seltsameres herum. Wer hinter dem Ganzen steckt, erfahrt ihr häppchenweise in kurzen, oft herrlich bissigen Dialogen.

Die Geschichte ist dabei eher Rahmen als Antrieb. Uns hat vor allem die Stimmung gepackt: Ossex wirkt wie eine Mischung aus viktorianischem Gruselroman und Zelda auf dem Game Boy. Jede neue Ecke der Insel erzählt ihre eigene kleine Geschichte, und gerade die skurrilen Nebenfiguren sorgen dafür, dass wir immer weiter wollten.

Mina the Hollower – Mina spricht mit einer Figur, die sie verspottet
Die Dialoge sind kurz, aber herrlich bissig geschrieben.

Graben, peitschen, sterben, wiederholen

Spielerisch mixt Mina the Hollower klassische Top-Down-Action mit Ideen aus modernen Soulslikes. Mit der Peitsche haltet ihr Gegner auf Abstand, verschiedene Nebenwaffen bringen Abwechslung. Der Clou ist das Graben: Auf Knopfdruck verschwindet Mina im Boden, taucht unter Angriffen hindurch und springt an einer anderen Stelle wieder heraus. Das fühlt sich vom ersten Moment an fantastisch an und macht jede Begegnung zu einem kleinen Tanz.

Die Kehrseite: Mina ist fordernd, teilweise richtig gemein. Wer stirbt, lässt seine gesammelte Währung liegen und muss sie erst wieder zurückholen. Einige Bosse haben uns ganz schön Nerven gekostet. Fair finden wir, dass sich der Schwierigkeitsgrad jederzeit über viele Optionen anpassen lässt, selbst mitten im Kampf. Trotzdem wirkt das Zusammenspiel aus Zelda-Erkundung und Soulslike-Strenge nicht immer ganz rund.

Der offizielle Launch-Trailer zu Mina the Hollower von Yacht Club Games.

Ossex steckt voller Geheimnisse

Die Insel ist deutlich größer, als die kleinen Pixel zunächst vermuten lassen. Hinter fast jeder Hecke, unter fast jedem Grabstein kann ein Geheimnis stecken. Ihr findet Schmuckstücke, die Minas Fähigkeiten verändern, neue Ausrüstung und Abkürzungen, die sich wie in einem guten Soulslike zurück zu bekannten Orten schlängeln.

Gerade dieses Gefühl, ständig etwas zu entdecken, hat uns lange bei der Stange gehalten. Für die Hauptgeschichte solltet ihr rund 18 bis 20 Stunden einplanen, wer alles sehen will, ist deutlich länger beschäftigt. Etwas weniger gefallen haben uns die vielen Menüs und Systeme, die sich mit der Zeit ansammeln. Hier hätte Yacht Club ruhig etwas mehr aussortieren dürfen.

Die Shovel-Knight-Macher hinter Mina the Hollower

Entwickelt und veröffentlicht wurde Mina the Hollower von Yacht Club Games aus Los Angeles. Das kleine Studio wurde 2011 von ehemaligen WayForward-Leuten rund um Sean Velasco gegründet und hat mit Shovel Knight einen der größten Indie-Hits der letzten Jahre geschaffen. Mina ist nach über einem Jahrzehnt das zweite große eigene Spiel des Teams, finanziert unter anderem über eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne. Mehr über das Studio lest ihr in unserem Porträt zu Yacht Club Games.

Erschienen ist das Spiel für PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch und Nintendo Switch 2. Auf Steam kostet es regulär 20,49 Euro, deutsche Texte sind mit an Bord. Eine Sprachausgabe gibt es nicht, aber die braucht es bei diesem Stil auch gar nicht.

Mina the Hollower – Mina in einem gemütlich eingerichteten Haus
Zwischen den Kämpfen gibt es auch ruhige Momente in Häusern und Läden.

Grafik und Technik

Optisch setzt Mina the Hollower voll auf Retro: Die Grafik orientiert sich am Game Boy Color, nur eben mit flüssigeren Animationen und mehr Farben, als der Handheld je darstellen konnte. Das sieht nicht nur charmant aus, sondern läuft auch auf so ziemlich jedem Rechner. Laut Steam reichen ein Intel Core der vierten Generation, 4 GB RAM und eine ältere Grafikkarte, und das Spiel ist nicht einmal 1 GB groß.

Technische Probleme hatten wir kaum. Ab und zu wurde es auf dem Bildschirm etwas unübersichtlich, wenn viele Gegner gleichzeitig angreifen. Der Soundtrack von Jake Kaufman ist dafür ein echtes Highlight: Chiptune, der sofort ins Ohr geht und die düstere Stimmung perfekt trägt.

Wertungen im Überblick

QuelleWertungStand
Metacritic90 von 100 (74 Kritiken)19.10.2026
OpenCritic91 von 100, 97 % empfehlen19.10.2026
Steam-NutzerreviewsSehr positiv (88 % positiv)19.10.2026
PlayInsider79 %19.10.2026

Systemanforderungen (PC)

MinimumEmpfohlen
BetriebssystemWindows 8 or laterUnbekannt
ProzessorIntel Core 4th generation (Haswell, 2013) / AMD Bulldozer (2011)Unbekannt
GrafikkarteIntel HD 5000 (2013) / Radeon HD 7000 (2012) / Nvidia 900 Series (Maxwell, 2014)Unbekannt
Arbeitsspeicher4 GB RAMUnbekannt
Speicherplatz860 MB verfügbarer SpeicherplatzUnbekannt
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