Ich klettere selbst ab und zu in der Halle, und genau deshalb war ich bei Cairn erst skeptisch. Kann ein Videospiel dieses Gefühl einfangen, wenn die Unterarme brennen und der nächste Griff gerade so außer Reichweite liegt? Nach vielen Stunden am Berg kann ich sagen: Ja, und zwar besser, als ich es je erwartet hätte. Cairn hat mich gefordert, manchmal frustriert und mich am Ende mit einem der schönsten Gipfelmomente belohnt, die ich in einem Spiel erlebt habe.
In diesem Test




Bewertung und Fazit
Cairn ist das beste Kletterspiel, das ich bisher gespielt habe. Das freie Klettersystem fühlt sich so echt an, dass ich beim Spielen tatsächlich mitgezittert habe. Zusammen mit dem Survival-Teil, der traumhaften Optik und dem fantastischen Soundtrack entsteht ein Abenteuer, das mir noch lange im Kopf bleiben wird.
Ganz ohne Ecken und Kanten ist der Aufstieg aber nicht. Die Steuerung verlangt Einarbeitung, die Kamera zickt in engen Passagen, und die Geschichte bleibt etwas blass. Wer bereit ist, sich auf die Herausforderung einzulassen, bekommt dafür ein ganz besonderes Erlebnis.
Was uns gefallen hat
✅ Einzigartiges, freies Klettersystem
✅ Spannende Survival-Elemente mit echter Routenplanung
✅ Traumhafte Optik und herausragender Soundtrack
Was uns gestört hat
❌ Steuerung braucht viel Eingewöhnung
❌ Kamera-Probleme in engen Passagen
❌ Geschichte bleibt eher blass
Wertung: 77 %
Freies Klettern ohne Schienen
Das Herzstück von Cairn ist das Klettersystem. Anders als in vielen Abenteuerspielen gibt es keine markierten Vorsprünge oder vorgegebenen Pfade. Ihr steuert Arme und Beine von Aava einzeln, sucht nach Rissen, Kanten und Tritten und verlagert dabei ständig ihr Gewicht. Jede Wand ist ein kleines Rätsel, das ihr auf eure eigene Weise löst.
Am Anfang hat mich das fast überfordert, weil die Steuerung ungewohnt ist und Aava schnell die Kraft ausgeht. Nach ein paar Stunden hatte ich den Dreh aber raus, und dann entfaltet das System seine volle Magie. Wenn ihr nach einer langen, kniffligen Passage endlich einen sicheren Absatz erreicht, ist die Erleichterung riesig. Kleine Kamera-Probleme in engen Wandabschnitten trüben das Bild etwas.

Überleben am Berg
Cairn ist nicht nur ein Kletterspiel, sondern auch ein Survival-Abenteuer. Ihr müsst auf Gesundheit, Hunger, Durst und Körpertemperatur achten. Mit Magnesia sorgt ihr für bessere Griffe, Haken setzt ihr an strategischen Punkten, um bei einem Sturz nicht ganz nach unten zu fallen. Unterwegs sammelt ihr Nahrung und Wasser und müsst gut planen, wie weit eure Vorräte noch reichen.
Ich mag diese Mischung sehr, weil sie jede Route zu einer echten Entscheidung macht. Gerade die Wetterumschwünge, etwa ein plötzliches Gewitter an der Wand, haben bei mir für echte Gänsehaut gesorgt. Wer ein entspanntes Kletter-Erlebnis sucht, sollte allerdings wissen: Cairn kann ganz schön hart sein, auch wenn es Einstellungen gibt, die den Schwierigkeitsgrad entschärfen.

Aava und der Mount Kami
Ihr spielt Aava, eine erfahrene Profibergsteigerin, die als erster Mensch den Gipfel des Mount Kami erreichen will. Auf dem Weg nach oben trefft ihr andere Bergsteiger, stoßt auf Spuren früherer Expeditionen und erfahrt nach und nach, was Aava zu diesem Aufstieg antreibt und was sie dafür zurücklässt.
Die Geschichte wird eher leise und zurückhaltend erzählt. Mir hat das gefallen, weil der Berg selbst die Hauptrolle spielt. Wer aber eine große, dramatische Handlung erwartet, könnte enttäuscht sein. Auf der Karte plant ihr eure Routen, und schon das Abwägen zwischen einem riskanten direkten Weg und einem längeren, sicheren Umweg macht großen Spaß.

Ausrüstung, Climbot und Biwak
Ganz allein seid ihr am Berg nicht. Euer kleiner Roboterbegleiter Climbot holt gesetzte Haken zurück und hilft beim Abseilen. In eurem Rucksack verwaltet ihr Proviant, Wasser, Haken und Werkzeug, wobei der Platz knapp ist. An geschützten Stellen schlagt ihr ein Biwak auf, kocht euch etwas Warmes, repariert eure Ausrüstung und ruht euch aus.
Diese Ruhepausen im Biwak gehören für mich zu den stimmungsvollsten Momenten. Nach einer anstrengenden Wand mit Aava einen Tee zu kochen und in die Nacht zu schauen, hat etwas unglaublich Beruhigendes. Entwickelt wurde Cairn übrigens von The Game Bakers (mehr über das Studio erfahrt ihr in unserem Porträt zu The Game Bakers) aus Montpellier, die schon Furi und Haven gemacht haben.


Cairn: Grafik, Sound und Technik
Optisch ist Cairn wunderschön. Der Grafikstil stammt vom französischen Comiczeichner Mathieu Bablet und verleiht dem Berg einen ganz eigenen, leicht gezeichneten Look. Besonders bei Sonnenaufgang und über den Wolken sieht das Spiel fantastisch aus. Der Soundtrack ist ein echtes Highlight: Martin Stig Andersen, bekannt durch Limbo und Inside, hat die Musik zusammen mit Gildaa und The Toxic Avenger geschaffen. Die englische Sprachausgabe ist gelungen, deutsche Texte sind vorhanden.
Technisch lief Cairn bei mir auf dem PC größtenteils stabil, vereinzelt gab es aber Ruckler und die erwähnten Kamera-Probleme. Neben dem PC ist das Spiel auch für PlayStation 5 und Nintendo Switch 2 erhältlich.
Wertungen im Überblick
| Quelle | Wertung | Stand |
|---|---|---|
| Metacritic | 86 von 100 (PC), 83 von 100 (PS5) | 18.10.2026 |
| OpenCritic | 86 von 100, 93 % empfehlen | 18.10.2026 |
| Steam-Nutzerreviews | Sehr positiv (94 % positiv) | 18.10.2026 |
| PlayInsider | 81 % | 18.10.2026 |
Systemanforderungen (PC)
| Minimum | Empfohlen | |
|---|---|---|
| Betriebssystem | Windows 10 | Windows 10 |
| Prozessor | Intel Core i7-6700 (4 * 3400), AMD Ryzen 5 1500X (4 * 3500) or equivalent | Intel Core i7-10700 (8 * 2900), AMD Ryzen 7 3700X (8 * 3600) or equivalent |
| Grafikkarte | GeForce GTX 1050 Ti (4096 MB), Radeon RX 570 (8192 MB) | Geforce RTX 2060 Super (6144 MB), Radeon RX 5700 (8192 MB) |
| Arbeitsspeicher | 8 GB RAM | 8 GB RAM |
| Speicherplatz | 10 GB | 10 GB |


















