Selten hat mich ein Spiel so sehr bis in den Schlaf verfolgt wie Blue Prince. Ich erbe ein riesiges Herrenhaus, unter einer Bedingung: Ich muss den sagenumwobenen Raum 46 finden. Das Problem ist nur, dass sich das Haus jeden Morgen neu zusammensetzt und ich selbst bestimme, welcher Raum hinter der nächsten Tür liegt.
Hinter Blue Prince steckt das kleine Studio Dogubomb rund um Tonda Ros, veröffentlicht hat Raw Fury. Ich habe Mt. Holly über Wochen erkundet, Notizbücher vollgekritzelt und mich mehr als einmal über pures Pech geärgert. Wie gut das Ganze am Ende ist, lest ihr in meinem Test.
In diesem Test




Bewertung und Fazit
Blue Prince hat mich wochenlang nicht losgelassen. Kaum ein Spiel hat mir zuletzt so viele echte Aha-Momente geschenkt, und das Gefühl, wenn sich nach Tagen endlich ein großes Rätsel auflöst, ist unbezahlbar. Die Idee, ein Haus Raum für Raum selbst zu bauen, ist frisch, clever und steckt voller Überraschungen.
Ganz ohne Frust ging es aber nicht. Der Zufall hat mir viele Läufe kaputt gemacht, das Spiel erklärt kaum etwas, und ohne gute Englischkenntnisse kommt ihr nicht weit. Wer Rätsel liebt und Geduld mitbringt, bekommt aber eines der besten Puzzlespiele der letzten Jahre.
Was uns gefallen hat
✅ Geniales Konzept mit selbst gebautem Herrenhaus
✅ Enorme Rätseltiefe mit vielen Aha-Momenten
✅ Vielschichtige Geschichte für alle, die tiefer graben
Was uns gestört hat
❌ Zufall kann ganze Spieltage zunichtemachen
❌ Kaum Erklärungen, teils sehr kryptische Rätsel
❌ Nur auf Englisch verfügbar
Wertung: 77 %
Ein Haus, das sich jeden Tag neu baut
Das Grundprinzip von Blue Prince ist so simpel wie genial. Jedes Mal, wenn ich eine Tür öffne, zieht das Spiel drei Räume, aus denen ich mir einen aussuche. Mal ist es ein Schlafzimmer, das mir Schritte zurückgibt, mal eine Abstellkammer voller Münzen, mal ein Flur, der nur weitere Türen öffnet. Am Ende eines Tages, wenn meine Schritte aufgebraucht sind, ist alles wieder weg, und am nächsten Morgen beginne ich von vorn.
Was zuerst nach einem Roguelike klingt, ist eigentlich ein riesiges Puzzle. Ich muss planen, welche Räume ich wohin setze, Schlüssel, Edelsteine und Münzen klug einsetzen und mir merken, was ich in den Räumen gelernt habe. Wissen ist dabei mein wichtigstes Werkzeug, denn das bleibt mir von Tag zu Tag erhalten.

Rätsel, Hinweise und mein Notizbuch
Die eigentliche Stärke von Blue Prince sind die Rätsel. Manche löse ich direkt im Raum, etwa an einer Billardtafel mit Rechenaufgaben oder in einer Galerie voller Bilder. Andere ziehen sich über das ganze Haus und noch weit darüber hinaus. Ich habe nach ein paar Tagen angefangen, mir Notizen und Fotos von Briefen, Gemälden und Zahlen zu machen, und genau das will das Spiel auch.
Dieses Gefühl, wenn sich nach Stunden plötzlich zwei Hinweise aus völlig verschiedenen Räumen verbinden, ist für mich das Herz des Spiels. Gleichzeitig verlangt Blue Prince viel Eigeninitiative. Es erklärt kaum etwas, und wer nicht gern selbst um die Ecke denkt, kann hier schnell frustriert sein.
Wenn der Zufall gegen mich spielt
So genial das Konzept ist, so sehr kann es nerven. Mehr als einmal wusste ich genau, welchen Raum ich brauche, und das Spiel hat ihn mir einfach nicht angeboten. Dann ist ein ganzer Tag verschenkt, und je nach Lauf kostet das schnell eine halbe Stunde oder mehr. Viele Steam-Nutzer kritisieren genau diesen Zufallsfaktor, und ich kann das gut verstehen.
Mit der Zeit schalte ich zwar dauerhafte Verbesserungen frei, die den Zufall abmildern. Trotzdem bleibt das Gefühl, dass das Spiel manchmal meine Zeit nicht respektiert. Wer sich darauf einlässt, wird dafür aber mit einem der tiefsten Rätselspiele der letzten Jahre belohnt.

Die Geschichte hinter Mt. Holly
Erzählt wird die Geschichte von Simon, der das Anwesen von seinem Großonkel erben soll. Was erst wie ein Vorwand für die Rätsel wirkt, entfaltet sich nach und nach zu einer überraschend vielschichtigen Familiengeschichte. Briefe, Tagebücher und Gegenstände in den Räumen erzählen von Intrigen, Verlusten und alten Geheimnissen.
Ich mochte sehr, dass Blue Prince mir diese Geschichte nie aufdrängt. Wer nur bis Raum 46 will, kann viel überspringen. Wer tiefer gräbt, findet aber eine Welt, die erstaunlich gut durchdacht ist.
Grafik, Sound und Technik von Blue Prince
Optisch setzt Blue Prince auf einen schlichten, comicartigen Stil mit klaren Linien und viel Liebe zum Detail in den Räumen. Das sieht stimmungsvoll aus, ist aber eher zweckmäßig als spektakulär. Der ruhige Soundtrack passt gut zur nachdenklichen Atmosphäre und wechselt je nach Raum dezent die Stimmung.
Technisch lief das Spiel bei mir am PC rund und ohne nennenswerte Probleme. Gestört haben mich eher die vielen kleinen Animationen, die ich bei jedem neuen Tag wieder durchlaufen muss. Wichtig für viele von euch: Blue Prince gibt es bisher nur auf Englisch, und durch die vielen Texte und Wortspiele braucht ihr gute Englischkenntnisse. Die offizielle Seite zum Spiel findet ihr unter blueprincegame.com.
Wertungen im Überblick
| Quelle | Wertung | Stand |
|---|---|---|
| Steam-Nutzerreviews | Sehr positiv (86 % positiv) | 19.10.2026 |
| PlayInsider | 84 % | 19.10.2026 |
Systemanforderungen (PC)
| Minimum | Empfohlen | |
|---|---|---|
| Betriebssystem | Windows 10/11, 64-bits | Windows 10/11, 64-bits |
| Prozessor | i5-2300/Ryzen 3 1200 | Intel Core i5 4690K / AMD Ryzen 5 1500x |
| Grafikkarte | NVIDIA GeForce GTX 1060/AMD RX580 | NVidia GeForce 1080 GTX /AMD RX 5700 |
| Arbeitsspeicher | 16 GB RAM | 16 GB RAM |
| Speicherplatz | 6 GB | 6 GB |


















