Silver Pines ist seit dem 8. Oktober 2026 erhältlich und gehört zu den spannendsten Horror-Überraschungen des Jahres. Das 2D-Survival-Horror-Spiel (DualShockers spricht von 2.5D) mit Metroidvania-Elementen ist das Debüt des kleinen Studios Wych Elm Games, veröffentlicht wird es von Team17. Silver Pines erscheint für PC über Steam und den Epic Games Store, für PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch und Nintendo Switch 2. Optisch und erzählerisch erinnert das Spiel stark an Twin Peaks und die frühen Silent-Hill-Teile.
Worum geht es in Silver Pines?
In Silver Pines spielen wir den Privatdetektiv Red Walker. Sein Auftrag führt ihn in die gleichnamige Kleinstadt irgendwo im Nirgendwo, halb verlassen und halb vergessen. Dort soll er den verschwundenen Musiker Eddie Velvet aufspüren, der womöglich mit dem Verschwinden einer jungen Frau aus dem Ort zu tun hat. Je tiefer Walker in den Fall eintaucht, desto mehr kommt eine dunkle Vergangenheit ans Licht, und er gerät in einen albtraumhaften Abwärtsstrudel, den er nicht mehr kontrollieren kann.
Die Stadt wurde wegen eines heranziehenden Sturms größtenteils evakuiert. Zurückgeblieben sind nur die seltsamsten Bewohner, die in kryptischen Andeutungen sprechen. Das Spiel beginnt passenderweise in einem menschenleeren Diner, ein Ausflug in einen Musikclub fühlt sich an wie eine Szene direkt aus Twin Peaks. Wer genau hinschaut und viele optionale Rätsel löst, kann laut Bloody Disgusting ein zweites Ende freischalten.

Gameplay: Survival Horror trifft Metroidvania
Silver Pines verbindet klassischen Survival Horror mit einer Metroidvania-Struktur. Neben Schlüsseln für verschlossene Türen finden wir neue Werkzeuge und Waffen, die weitere Wege öffnen. Ein Brecheisen etwa ist nicht nur eine stärkere Nahkampfwaffe, sondern bricht auch vernagelte Durchgänge auf. Solche Stellen markiert die Karte, sodass wir später gezielt zurückkehren können.
Obwohl wir uns nur auf einer 2D-Ebene bewegen, wirkt die Stadt erstaunlich räumlich. Über Seitenstraßen und Türen wechseln wir in parallele Bereiche. Besonders praktisch ist eine Polaroid-Kamera: Damit fotografieren wir Orte, Codes oder Schlösser, und das Bild landet direkt auf der Karte. Zu den Schauplätzen gehören ein Motel, ein Apartmentkomplex und ein Fernsehsender, die Heimat der bekannten Sendung „Terminal Drive“.
Knappe Ressourcen und harte Kämpfe
In den Straßen lauern schattenhafte Kreaturen. Wie es sich für das Genre gehört, geht es vor allem um Entscheidungen unter Druck: Lohnt sich der Kampf, oder weichen wir lieber aus? Eine Ausweichrolle verbraucht Ausdauer, Nahkampfwaffen nutzen sich ab und Munition ist knapp. Kaputte Nahkampfwaffen verschwinden nicht, sie richten nur weniger Schaden an. Nachgeladen wird per Quick-Time-Event, oft Patrone für Patrone.
Dazu kommen Truhen im Stil von Resident Evil, in denen wir überzählige Gegenstände lagern, sowie Erweiterungen für das Inventar. An Automaten kaufen wir Vorräte, gespeichert wird an Münztelefonen in den Speicherräumen, und das kostet ebenfalls Geld. Mehrere Bosskämpfe, angekündigt durch ein unheilvolles rotes Licht, sorgen für zusätzliche Spannung. Verschiedene Schwierigkeitsgrade machen das Spiel auch für Einsteiger zugänglich.

Rätsel und Atmosphäre
Ein Highlight sind die Rätsel, die bodenständige Ideen mit Traumlogik mischen. Über weite Strecken suchen wir etwa eine Reihe von Glocken, um einen Skilift zum nahen Berg in Gang zu bringen. Eine reparierte Bootsverbindung erlaubt später eine begrenzte Schnellreise. Laut Bloody Disgusting dauert ein Durchgang rund 12 Stunden.

Rotoskopie statt Pixel-Art
Optisch hebt sich Silver Pines deutlich von anderen 2D-Spielen ab. Statt Pixel-Art setzt Wych Elm auf rotoskopierte Figuren, die sich vor detailreichen Hintergründen mit mehreren Parallax-Ebenen bewegen. Gebaut wurde das Spiel in Unity. Laut Mitgründer Linus Larsson entstand die Idee bereits 2021. Als Inspiration nennt das Team Filme und Serien der 1990er wie Akte X, Twin Peaks, 8mm und Jacob’s Ladder sowie die ersten Resident-Evil-Teile und Silent Hill.
Wer steckt hinter Silver Pines?
Wych Elm Games ist ein kleines Studio, das aus Schweden und Norwegen heraus arbeitet. Die Mitglieder haben zuvor an Spielen wie Helldivers 2, The Darkness und dem BAFTA-prämierten Yoku’s Island Express mitgewirkt. Publisher Team17 ist unter anderem für Worms, The Escapists und das Overcooked-Label bekannt.
Editionen und Soundtrack
Neben der Standard Edition gibt es eine Deluxe Edition. Sie enthält zusätzlich den offiziellen Soundtrack von Komponist Karl Flodin sowie ein digitales Artbook. Darin finden sich laut Steam-Beschreibung Charakterskizzen, Kommentare der Künstler und Konzeptzeichnungen der Stadt und ihrer Schauplätze. Auf Steam kostet die Standard Edition regulär 24,99 Euro. Bereits vor dem Release gab es eine kostenlose Demo, die laut npctips auf Steam mit „Äußerst positiv“ bewertet wurde.
Systemanforderungen für den PC
Für ein 2D-Spiel sind die Anforderungen moderat. Laut Steam reichen Windows 10 (64 Bit), ein Intel Core i5-4460 oder AMD Ryzen 3 1200, 8 GB RAM und eine GeForce GTX 660 Ti oder Radeon R9 270X. Empfohlen werden Windows 11, ein Core i5-6600 oder Ryzen 5 1600, 8 GB RAM und eine GeForce GTX 770 oder Radeon R9 380. Auf der Festplatte belegt Silver Pines 5 GB.
So kommt Silver Pines bei der Kritik an
Für ein Debüt sind die Wertungen herausragend. Auf OpenCritic liegt der Schnitt der Top-Kritiker bei 88 Punkten, 96 Prozent der Kritiker empfehlen das Spiel. Auf Metacritic steht die PC-Version bei 85 Punkten. Mehrere Magazine vergeben sogar die Höchstwertung, darunter CGMagazine mit 10 von 10. DualShockers gibt 9,5 von 10 Punkten und nennt Silver Pines einen „Liebesbrief an David Lynch“, der sich an Twin Peaks, Blue Velvet und Lost Highway sowie an Silent Hill orientiert und trotzdem seine eigene Geschichte erzählt. Auch die Spieler sind begeistert: Auf Steam sind die Nutzerbewertungen „Sehr positiv“.
Ganz ohne Kritik kommt Silver Pines aber nicht aus. DualShockers merkt an, dass man sich an das Kampfsystem erst gewöhnen muss und die Ermittlungen unaufmerksame Spieler wenig verzeihen. In Vorschauen wurden außerdem die geringe Gegnervielfalt und das eher langsame Kampftempo bemängelt.
Fazit: Für wen lohnt sich Silver Pines?
Silver Pines ist ein Pflichttitel für alle, die klassischen Survival Horror lieben und Lust auf eine surreale Geschichte im Stil von David Lynch haben. Die Kritiken fallen sehr gut aus, Bloody Disgusting nennt es das beste Survival-Horror-Spiel, das die Seite in diesem Jahr gesehen hat. Wer sich auf langsame, taktische Kämpfe und viel Erkundung einlässt, bekommt hier eines der atmosphärischsten Horrorspiele des Jahres. Unser eigener Test folgt.
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