Alte Spiele für PC und Konsole laufen plötzlich auf dem Mac, im Browser oder auf dem iPad, und oft hilft dabei KI. Das bewegt gerade nicht nur die Fan-Szene: Xbox hat mit XBOX LABS ein eigenes Team dafür gegründet, während eine der wichtigsten Seiten der Decompilation-Szene die Reißleine zieht.
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Xbox gründet XBOX LABS
Am 13. Oktober 2026 hat Xbox ein internes Schreiben von Asha an alle Mitarbeiter auch öffentlich auf Xbox Wire gestellt. Darin beschreibt sie, dass Spiele in den letzten Wochen in rasantem Tempo dekompiliert und neu gebaut wurden, damit sie auf Hardware laufen, für die sie nie gedacht waren. Windows-Versionen wurden für Apple Silicon übersetzt oder per WebAssembly und WebGPU direkt in den Browser gebracht.
Xbox sieht darin vor allem Chancen: Spiele leichter zugänglich machen, alten Spielen neues Leben geben und mehr Spieler selbst zu Entwicklern machen, selbst wenn das bestehende Geschäftsmodelle infrage stellt. Deshalb soll Scott ein kleines Team aus Entwicklern, Ingenieuren und Wissenschaftlern aufbauen. XBOX LABS soll offen arbeiten und die entwickelten Werkzeuge später mit der ganzen Branche teilen.

Die Decomp-Szene zieht die Notbremse
Ganz anders klingt es bei der Decompilation-Plattform decomp.dev. Der Betreiber encounter hat Mitte Oktober 2026 den öffentlichen Projekt-Index, die Rangliste und neue Projekteinreichungen abgeschaltet. Bestehende Projektseiten bleiben erhalten. Seine Begründung: KI beschleunigt das sogenannte Matching Decompilation zwar enorm, also das Zurückübersetzen eines Spiels in lesbaren Quellcode. Gleichzeitig würden Projekte aber in feindlichen Forks mit KI „fertiggestellt“, halbgare PC-Ports im Wettlauf veröffentlicht und der Begriff Decomp immer öfter mit fertigen PC-Ports gleichgesetzt.
Ich finde den Schritt nachvollziehbar. Viele dieser Projekte stecken jahrelange Handarbeit von Freiwilligen, und wenn plötzlich jemand mit KI eine unfertige Version herausschiebt, kann das die Arbeit einer ganzen Community entwerten.

Alte Spiele auf neuen Geräten: Ocarina of Time auf dem iPad und offener Quellcode
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt HarkinianPad: Das Projekt bringt Zelda: Ocarina of Time auf Basis der Fan-Portierung Ship of Harkinian auf iPhone und iPad, mit Metal-Rendering und Touch-Steuerung. Der Entwickler schreibt in der Projektbeschreibung selbst, dass er dabei stark auf KI-Unterstützung gesetzt hat. Wichtig: Eine eigene ROM müsst ihr selbst mitbringen, im App Store gibt es das Projekt nicht.
Es geht aber auch ganz offiziell: Electronic Arts hat zum Beispiel den Quellcode von Command & Conquer: Generals – Zero Hour auf GitHub veröffentlicht. Damit können Fans das Spiel legal anpassen und auf neue Systeme bringen.

Was das für euch bedeutet
Für uns Spieler ist das erst einmal eine gute Nachricht: Klassiker, die sonst nur auf alter Hardware laufen, werden wieder spielbar. Die Kehrseite sind rechtliche Grauzonen, unfertige Ports und frustrierte Freiwillige. Spannend wird, was XBOX LABS konkret zeigt und ob andere Publisher nachziehen. Ich halte euch auf dem Laufenden.










