Fishlabs baut Stellen in Hamburg ab

Solche Nachrichten lese ich ehrlich gesagt nie gern, schon gar nicht aus Deutschland: Das Hamburger Studio Fishlabs baut Stellen ab. Betroffen sind 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Entwicklung und Support, und das bei einem der größten Spieleentwickler der Hansestadt.

Öffentlich gemacht hat Fishlabs den Schritt am 16. Oktober 2026 auf LinkedIn, wie GamesWirtschaft berichtet. Das Studio spricht dort von einem „schwierigen Tag“. Als Grund nennt Fishlabs veränderte Projektanforderungen sowie die Bedürfnisse von Kunden und internen Teams. Diese hätten dazu geführt, die eigene Struktur neu zu bewerten. Laut GamesWirtschaft beschäftigte Fishlabs zuletzt rund 75 Mitarbeiter.

Chorus-Screenshot: Raumschiff fliegt durch eine zerstörte Raumstation
Mit Chorus brachte Fishlabs 2021 einen eigenen Weltraum-Shooter heraus. Bild: Deep Silver / Fishlabs

17 Stellen aus Art, Programmierung und Co.

Wie viele Menschen gehen müssen, war zunächst offen. Mit einem Update vom 19. Oktober liefert GamesWirtschaft nun Zahlen: Studio Director Angelo Bod hat auf LinkedIn eine Liste mit den Profilen der betroffenen Kolleginnen und Kollegen geteilt, um ihnen bei der Jobsuche zu helfen. Demnach sind es insgesamt 17 Personen:

  • Art: 6
  • Programmierung: 5
  • UI: 2
  • Game Design: 2
  • Production: 1
  • QA: 1

In dem offiziellen Statement, das unter anderem games.ch im Wortlaut veröffentlicht hat, betont Fishlabs, die Entscheidung sage „nichts über ihr Talent oder ihre Leistung aus“. Man werde die Betroffenen „mit Sorgfalt und Respekt“ unterstützen. Gleichzeitig will sich das Studio weiter für seine Partnerprojekte und Teams einsetzen.

Chorus-Screenshot: rote Explosion zwischen Planeten im All
Chorus erschien im Dezember 2021 für PC und Konsolen. Bild: Deep Silver / Fishlabs

Fishlabs: Von Galaxy on Fire bis Chorus

Fishlabs wurde 2004 gegründet und ist vielen von euch wohl durch die Weltraumreihe Galaxy on Fire bekannt. 2021 folgte mit Chorus ein eigener Weltraum-Shooter. Heute ist Fishlabs laut GamesWirtschaft eine Tochter des Münchener Publishers Plaion und gehört damit zur schwedischen Embracer Group. Neben eigenen Spielen arbeitet das Studio als Co-Development-Spezialist an Projekten aus dem Embracer-Universum und darüber hinaus mit, etwa bei Portierungen.

Was bedeutet das für laufende Projekte bei Fishlabs?

Welche Projekte konkret betroffen sind, verrät Fishlabs nicht. Das Statement nennt weder einen bestimmten Kunden noch ein bestimmtes Spiel, und von einer Schließung des Studios ist keine Rede. Im Gegenteil: Fishlabs betont, sich weiter für seine Partnerprojekte und die verbleibenden Teams einzusetzen. Ob Spiele, an denen das Studio als Co-Entwickler mitarbeitet, dadurch später erscheinen oder anders aussehen, bleibt damit vorerst offen.

Schwierige Zeiten für Deutschlands Spielebranche

Fishlabs ist nicht allein. Erst wenige Tage zuvor war laut GamesWirtschaft bekannt geworden, dass auch Ubisoft Blue Byte die Belegschaft an seinen deutschen Standorten verkleinert. Embracer selbst steckt nach einer schweren Krise mitten in einem Umbau mit Studio-Schließungen und der Aufspaltung des Konzerns.

Mir tut das vor allem für die 17 Betroffenen leid. Immerhin: Dass der Studio Director die Profile öffentlich teilt und sie aktiv weiterempfiehlt, ist eine schöne Geste, die man bei Entlassungen leider nicht immer sieht. Unsere Quellen: GamesWirtschaft, das offizielle Statement bei games.ch sowie der LinkedIn-Beitrag von Angelo Bod.